Die Verlängerung des Naturnagels und deren Statik sind abhängig von Form und Beschaffenheit des Nagelbetts. Wenn die Kundin ein sehr kurzes Nagelbett hat, sollte die Länge der Modellage diesem angepasst sein.
Die Form der Modellage wird anhand der Basislinie und der Formlinie erstellt. Mit diesen drei Arbeitsschritten kann
selbst ein Nail Designer, der erst am Beginn seiner Karriere steht, eine Modellage erstellen, die eine perfekte Form hat. Zu oft sieht man selbst bei Meisterschaften, dass die Form der Modellage von Finger zu Finger unterschiedlich ist. Man kann Nail Designer beobachten, die die freie Nagelkante mit der Sägetechnik befeilen. Es ist einfach nicht möglich, hierbei eine gleiche Form zu erstellen.
C-Kurve der Modellage
Konkav und konvex – Haarlinie
Die Nagelindustrie verwendet Begriffe, die zur Verwirrung führen. Es handelt sich hier um die Ausdrücke konkav und konvex, die in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu Diskussionen gaben. Beide Begriffe kommen aus der Optik und beschreiben (in der Nagelindustrie) die Wölbungen der freien Nagelspitze. Durch die Begriffe wird gleichzeitig auch die Betrachtung des Nagels erklärt. Konvex ist die obere Wölbung des Nagels bei der Draufsicht, während konkav die untere Wölbung beschreibt, wenn man den Nagel von unten, also mit der einem zugewendeten Hand-innenfläche betrachtet.
In der Zeichnung sehen Sie eine anschauliche Erklärung dieser Begriffe, die mit dem Blick auf die Hairline veran-schaulicht werden und die Wölbungen entsprechend beschreiben.
Konkav-konvexer Nagel im Querschnitt von vorne
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Gel-Schablonennägel
Es gibt einige Gründe, warum gerade die Schablonen-technik immer mehr an Gewicht im Studio gewinnt. Einer der wichtigsten ist die Kundenbindung an das Studio. Das Setzen eines Tips, das Befeilen und das Mit-Gel-Überziehen kann die Kundin schon nach wenigen Mona-ten. Aber das Setzen der Schablone, Auftrag des Pro-dukts und danach in Form feilen ist sehr viel schwieriger und für eine ungeübte Person nicht so leicht nachzuar-beiten. Hier sehen Sie eine etwas andere Methode der Gel-Schablonen-Modellage. Natürlich ist der erste Schritt das Waschen und Desinfizieren der Hände. Danach wird die Nagelhaut vorsichtig zurückgeschoben und die toten Hautschüppchen werden entfernt (Bild 1).
Der Naturnagel wird nun mit einer feinen Feile in Wuchs-
richtung mattiert (Bild 2) und die freie Nagelspitze gekürzt und in Form gebracht (Bild 3). Beachten Sie, dass nur ganz vorsichtig gearbeitet wird und anschließend noch-mals auf die Nagelhaut und die Reste auf der Nagel-platte geachtet werden muss. Die Feilrückstände wer-den nun mit einer desinfizierten Bürste vom Nagel entfernt. Danach den Nagel nochmals mit einem Dehy-drator reinigen und entfetten (Bild 4). Dieser Vorgang dient nicht nur der Desinfektion, sondern vor allen Dingen wird dem Nagel etwas Feuchtigkeit entzogen. Danach ist es wichtig, dass der pH-Wert des Nagels mithilfe des Haftvermittlers neutralisiert wird, damit eine optimale Haftung des Materials gewährleistet ist.
Modellage des Nagelbetts
Nun wird das Nagelbett mit einem rosafarbenen Gel über-zogen (Bild 5). Sollte das Nagelbett sehr kurz sein, kann man es mit einem opaken (nicht transparenten) Gel optisch ver-längern. Das Gel sollte niemals zu dicht zum Nagelfalz hin aufgetragen werden. Hierbei sollte auch die freie Nagel-kante ummantelt (Bild 6) sowie die Seitenlinien mit einge-schlossen werden (Bild 7). Dann wird die Inhibitionsschicht
von der Oberfläche des Gels abgenommen (Bild 8). Mit einer Feile wird jetzt die freie Nagelspitze in Form gebracht (Bild 9). Dadurch entsteht eine Kante, an die man die weiße Spitze anmodellieren kann. Mit einer weichen Feile sollte die Oberfläche der Gelmodellage mattiert werden (Bild 10).
Schablonen
Um die Verlängerung der Modellage zu arbeiten wird nun eine Schablone unter den freien Nagelrand ange-setzt. Gerade weil hochpigmentierte weiße Gele u. U. Probleme bei der Aushärtung aufweisen können, wird bei der Schablonenmodellage mit Gel bevorzugt eine durch-sichtige Kunststoffschablone verwendet (Bild 11). Hierbei ist darauf zu achten, dass diese passgenau unter dem freien Nagelrand anliegt. Erfahrungsgemäß passt sich der Kunststoff der Schablone, im Vergleich zu Papierschablo-nen, nicht problemlos an die Form des Naturnagels an und die Ausstanzung für den Finger muss ggf. nachjustiert, also erweitert werden. Bei der Verwendung eine Papiersch-ablone sollte die erste Produktschicht aber dünn aufge-
tragen werden, um eine vollständige Aushärtung zu gewährleisten. Weitere Produktschichten werden danach in normaler Stärke aufgetragen.
Weißes Gel
Nun wird das weiße Modellage-Gel direkt vor der Kante des Naturnagels auf die Schablone gesetzt (Bild 12). Abhängig von der Beschaffenheit des Gels wird die Ver-längerung modelliert. In diesem Beispiel wurde ein hoch-viskoses Modellage-Gel verwendet, das mit dem Pinsel bis zur Kante des Naturnagels geführt wird (Bild 13). Im Anschluss wird die die freie Nagelspitze bis zur gewünsch-ten Länge modelliert (Bild 14) und die Seitenlinien bis zu
den Spitzen der Smileline gezogen (Bilder 15 und 16). Nun wird das Gel im UV-Lichthärtungsgerät laut Angaben des Herstellers ausgehärtet. Gegebenenfalls kann über diese Schicht eine zweite Lage weißes Modellage-Gel aufge-tragen werden. Hierbei ist zu beachten dass keine Schat-ten durch Unebenheiten entstehen. Um die Trageeigen-schaft der Modellage zu verbessern, wird der gesamte Nagel mit klarem Modellage- bzw. Buildergel überzogen und der Stresspunkt aufgebaut. Hierfür wird das Produkt
direkt hinter der Smileline aufgesetzt (Bild 17) und dann mit schwebendem Pinsel zum Nagelfalz geführt (Bild 18). Tipp: Aufbau- bzw. Buildergele sollten generell nicht aufgestri-chen, sondern modelliert werden. Ist das Nagelbett abge-deckt, wird das Produkt über die Smileline und die freie Nagelspitze bis zur Kante geführt (Bilder 19 und 20). Auch die Kante der Verlängerung (Bild 21) sowie die Seitenlinien (Bild 22) sollten mit dem Modellage-Gel ummantelt wer-den. Doch entlang der Ränder und dem Nagelfalz sollte
der Aufbau so dünn aufgetragen werden, dass nach der Befeilung kein Sandwicheffekt (man sieht bei der Betrach-tung die zwei Gellagen übereinander liegen) entsteht. Nun wird der Produktauftrag wiederum im UV-Lichthär-tungsgerät ausgehärtet (Bild 23) und dann die bei der Aushärtung entstandene Inhibitionsschicht mit einem tro-ckenen Zellstoffpad abgenommen.
Form
Bei der Befeilung der Form sollten die Feilschritte an allen Nägeln durchgehend gearbeitet werden. Dies bedeutet, dass die Nägel zuerst auf die gewünschte Länge gefeilt werden (Bild 24). Danach werden alle Seitenlinien egali-
siert (Bild 25) und dann die Oberflächen der Nägel geglät-tet (Bild 26). Zum Abschluss der Feilarbeit werden die Seiten der Nägel nochmals in Form gebracht, um jedem Nagel eine einheitliche Form zu geben (Bild 27). Nun sollte der Feilstaub gründlich von der Nageloberfläche und aus dem Nagelfalz entfernt werden. Im Anschluss daran wird das Versiegelungsgel bzw. ein Glanzlack aufgetragen (Bild 28). Der Auftrag eines Versieglungslacks auf die Ansatzstelle der Schablone verhindert das Eindringen von Schmutz und hält die Modellage länger schön (Bild 29). Wird dieser Arbeitsschritt mit einem Versiegelungsgel gear-beitet, muss dieses Produkt aber auch zusäztlich im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet werden.
Vorteile
Neben den anfänglich beschriebenen Vorteilen der Kundenbindung ist auch der Tragekomfort für die Kundin ein nicht zu unterschätzender Vorteil einer Schablonen-modellage. Im Vergleich zur Tipmodellage, die manch-mal ein leichtes Spannungsgefühl am Fingernagel hin-terlassen kann, hat die Trägerin einer Schablonen-modellage schon von Beginn an das Gefühl ,einen eige-nen, langen Nagel zu haben. Die Bilder 30, 31 und 32 zei-gen eine perfekt gearbeitete Gelschablonenmodellage.
Pflege
Zum Abschluss der Modellage wird nun nach dem Hän-dewaschen der Kundin Nagelöl auf die Nagelhaut und das umliegende Gewebe aufgetragen. Dies neutrali-siert auch die Wirkungen der Chemikalien, die während der Modellage zum Einsatz kommen. Während dieser Anwendung erklärt der Nail Designer dem Kunden die pflegende Wirkung für die Nagelhaut und empfiehlt ein entsprechendes Produkt für die regelmäßige Pflege zu Hause.
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Umgang mit der Schablone
Hier wird mit einer ausführlichen Step-by-Step-Anleitung gezeigt, wie die Goldschablone (Bild 1) gesetzt wird, um darauf das Modellagematerial zu verarbeiten.
Um das Setzen der Schablone zu vereinfachen, schneiden Sie den Teil der Schablone ein (Bild 2), der auf dem Finger befestigt wird. Der Schnitt sollte etwas aufgebogen werden, da dies das Ansetzen erleichtert (Bild 3). Bei neueren Schablonen ist die-ser Teil schon perforiert und lässt sich leicht einreißen. Doch mit ein wenig Vorbereitung kann auch die Goldschablone leicht angepasst werden. In den letzten Jahren haben viele Vertriebs- und Herstellerfirmen eigene Schablonen für die Modellage entwickelt. Diese weisen meist schon Perforatio-nen an den Flügeln auf, damit das manuelle Aufschneiden nicht mehr nötig ist.
Nun wird die Ausstanzung, die für den Finger vorgesehen ist, vom Papierträger gezogen (Bild 4). Nach dem Abnehmen der eigentlichen Schablone wird das Oval auf der Unterseite der Verlängerung aufgesetzt (Bild 5). Dies verstärkt die Tragkraft und erleichtert das Setzen der Schablone unterhalb des Hypo-nychiums. Das Unterlegen der Schablonen trägt zur Standfes-tigkeit und besseren Trageeigenschaft der Schablone bei. Eini-ge Hersteller haben Schablonen entwickelt, die aus so festem Papier bestehen, dass das Setzen der Ausstanzung auf der Unterseite der Schablone nicht mehr notwendig ist. Vor dem Setzen wird die Schablone geformt. Drücken Sie die Flügel auseinander und rollen Sie den vorderen Teil der Schablone zwi-schen beiden Daumen. Mit dem Blick in den Tunnel wird schon zu diesem Zeitpunkt überprüft, ob die C-Kurve eine Wölbung aufweist, die zum natürlichen Nagel passt.
Bevor Sie die Schablone anlegen, müssen der Nagel vorberei-tet und die Grundarbeitsschritte des Produktauftrags abge-schlossen sein. Die Nagelhaut wurde also bereits zurückge-schoben, der Nagel in Form gefeilt, mattiert, der Feilstaub entfernt und der Nagel mit dem Dehydrator gereinigt. Nach dem Anlegen der Schablone beginnt man mit dem Modellie-ren des Nagels. Während der Modellage muss darauf geach-tet werden, dass die Schablone nicht verrutscht.
Beim eigentlichen Setzen der Schablone unter dem freien Nagelrand des Naturnagels sollten die Flügel leicht aufge-bogen werden, damit diese nicht zu früh auf dem Finger kle-ben. Die Schablone sollte sanft bis zum Anschlag des Hypo-nychiums gesetzt werden. Die Wölbung der Schablone muss ohne Abstand entlang der freien Nagelspitze des Naturnagels verlaufen (Bild 6). Falls ein Abstand vorhanden ist, wird das Material während des Modellierens zwischen Naturnagel und Schablone laufen. Wieder wird mit dem Blick in den Tunnel der Sitz der Schablone überprüft. Die Seitenlinien der Schablone
müssen in einer gedachten Linie mit den Seitenrändern des Nagels verlaufen. Die Schablone sollte dem Verlauf der Sei-tenlinie des Naturnagels folgen.
Erst jetzt werden die Flügel auf den Fingern gesetzt. Die Scha-blone wird am vorderen Teil zusammengepresst, um einen Tun-nel zu formen. Da die Schablone selbstklebend ist, sitzt sie nun und man kann mit dem Materialauftrag beginnen.
Reparatur eines abgebrochenen Nagels
Bei der Reparatur eines Nagels ist das Setzen von Schablonen ein wichtiges Hilfsmittel. Ist eine Ecke oder ein Stück des Nagels abge-brochen, kann mittels des Unterlegens einer Schablone das gewünschte Modellagematerial aufgetragen werden (Bild 7).
Experten raten bei folgenden Voraussetzungen zur Entschei-dung für die Schablonentechnik
O Bei sehr strapazierten und geschädigten Nägeln
O Bei stark deformierten Nagelplatten, die keine glatte Tip-
auflagefläche bieten
O Bei Nägeln, die fast vollständig abgekaut sind und kaum Möglichkeiten für das Ansetzen eines Tips bieten
O Für Kunden, die auf Cyanacrylatkleber allergisch reagieren
O Für überbreite und sehr flache Nagelbetten, für die sich
häufig kein passender Tip findet
Anekdote
Bei einer Schulung wurde das korrekte Anbringen einer Scha-blone demonstriert und erklärt. Eine Schülerin hatte erhebli-che Probleme – nicht nur mit der Schablone, sondern auch mit ihrer Produktkontrolle. Als der Ausbilder erneut zu der Schülerin gelangte, erblickte er entsetzt die kreative Variante seiner Schülerin. Die Schablone wurde mit der Klebeseite nach oben am Nagel sehr kunstvoll fixiert (Bild 8). Der Ausbilder am Ende seiner Kräfte fragte entsetzt, was denn der Sinn dieser merk-würdigen Interpretation seines Unterrichts sei. Die Schülerin erklärte treuherzig: „Wenn das flüssige Material über die Kle-beseite der Schablone fließt, bleibt es einfach am Klebstoff hängen.“
Meisterschaft
„Die Talente sind oft gar nicht so ungleich, im Fleiß und Charakter liegen die Unterschiede“ (Theodor Fontane). Hartes Training, Flexibilität und Ausdauer ermöglichen jedem, sein Talent zu fördern und zu formen. Es steckt in jedem von uns. Aber nicht nur die Technik ist das Geheim-nis für den Erfolg, sondern auch die Kenntnisse einer per-fekten Bewertung. Passion nach Perfektion. Jeder Nail Designer möchte natürlich die perfekten Nägel fertigen können: dünne, grazil modellierte Verlängerungen, die zu einem Super-Hochglanz aufpoliert werden. Auch wenn Sie nicht selbst an Meisterschaften teilnehmen, nimmt doch jeder Nail Designer Tipps und Hinweise für die per-fekte Technik gerne entgegen. Die beste Empfehlung, die man einem Nail Designer geben kann, ist die, seine eigene Arbeit ähnlich wie ein Jurymitglied kritisch zu beur-teilen. Dann erkennen Sie, wie ein scheinbar schönes Set Nägel noch viel besser gearbeitet werden kann.
Aufgabe
Gerade bei der Bewertung als Juror muss vor allen Dingen die Aufgabenstellung, also die Ausschreibung der Mei-sterschaft berücksichtigt werden. Ob Studiomeisterschaft (also ca. halbes Nagelbett in freier Nagelspitze) oder Natio-nale Nail Design Meisterschaft, in der lange Modellagen mit hochgezogener Smileline gefordert werden. Auch Kate-gorien wie Schablonennägel und Tip mit Overlay werden immer mehr unterschieden. Wie bei Formel-1-Rennen wer-den viele der Errungenschaften bei der Technik und dem Material eines Wettbewerbes erst viel später den Weg in den Studioalltag finden. Um so wichtiger erscheint es, Wett-bewerbe zu besuchen und daran teilzunehmen, wenn die Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Die Anforde-rung, unter Zeitdruck einen perfekten Satz Nägel zu arbei-ten, perfektioniert viele Handgriffe und Arbeitsweisen, die im Studioalltag gang und gäbe sind.
Modell
Falls Sie an einer Meisterschaft teilnehmen möchten, ist ein erster wichtiger Schritt die Suche nach einem passen-den Modell. Jeder Nail Designer, der schon einmal eine Meisterschaft gewonnen hat, wird gerne bestätigen, dass ein Modell mit einer schönen, feingliedrigen Hand, einem prominenten Nagelbett und möglicherweise einer leicht gebräunten Haut die besten Voraussetzungen mitbringt, eine gute Bewertung bei der Jury zu erzielen. „Ein gutes Modell ist das halbe Preisgeld“, so raten Experten und Champions. Die Handform, die Form der Finger und die Nagelbettform werden zwar nicht beurteilt, doch haben diese Faktoren einen sehr großen, unbewussten Einfluss auf die Wirkung der Nagelmodellage auf die Jury. Wenn das Nagelbett verhältnismäßig kurz ist, kann auch die Ver-längerung nicht zu lange gearbeitet werden, ansonsten erscheint diese unproportioniert. Da oft die gerade, eckige Form gewählt wird, kommt es dabei auf die Form der Fin-ger und des Nagelbetts an. Je zierlicher die Finger, desto
besser die Wirkung der Modellage. Eine leicht gebräunte Haut bietet einen tollen Kontrast zur French Modellage, denn das weiße Produkt kommt umso besser zur Geltung. Wenn das Modell keine gebräunte Hand hat, kann hier mit Selbstbräunern sehr viel erreicht werden. Aber Vorsicht, die Handflächen werden bei den meisten Selbstbräunern sehr schnell gelb. Achten Sie also darauf, dass Ihr Hand-modell eine optimale Voraussetzung für die Modellage mitbringt. Regelmäßige Maniküren vor der Meisterschaft pflegen die Nägel und ergeben eine bessere Startposition.
Vorbereitung
Weitere 50 Prozent des Preisgeldes kann man in zwei gleichwertige Teile aufteilen. Gute Vorbereitung und per-fektes Finish sind der Schlüssel zu einer hervorragenden Bewertung, die den heiß ersehnten Titel einbringt. Bei den meisten Meisterschaften wird die Erstellung einer French Modellage in einer vorgegebenen Zeit als Aufgabe gestellt. Also sollten Sie sich diese Aufgabe so einfach wie möglich gestalten und auf zeitsparende Techniken zurück-greifen. Auch die Farbe des Materials ist von großer Wich-tigkeit und hat letztendlich Einfluss auf die Güteklasse der Arbeit. Die Gleichmäßigkeit der Smileline ist immer ein Bewertungskriterium. Um die Smileline gestochen scharf erscheinen zu lassen, sollte nie mit einem Pink Powder über die freie Nagelspitze gearbeitet werden. Ist die Smile-line hingegen nicht so gut gelungen, können Sie mit Pink Powder eventuell ein wenig kaschieren. Wenn Sie Ihr Material ausgewählt haben, sollten Sie die Technik damit unter den unterschiedlichsten Voraussetzungen üben. Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben einen großen Ein-fluss auf die Aushärtung und damit auf Ihre Arbeitszeit. Da Sie aber im Vorfeld nicht einschätzen können, wel-che Bedingungen am Start herrschen werden, sollten Sie auf jede Eventualität vorbereitet sein. Gerade beim Modellieren der Verlängerung fallen Ungleichmäßigkeiten der Farbe immer wieder auf. Ein Bewertungskriterium ist die Ebenmäßigkeit der freien Nagelspitze. Schatten und Wölk-chen bedeuten Punktabzug. Gerade beim weißen Pulver ist daher ein konstantes Mischungsverhältnis von größter Wichtigkeit. Ein weiterer Tipp für den Produktauftrag betrifft das „dünne“ Arbeiten. Auch bei einer Studiomeisterschaft sind keine dicken Nägel gefragt. Wenn auch die Kundin im Studio unter Umständen etwas dickere Nägel braucht, weil sie sie beispielsweise sehr beansprucht, ist dies nicht die Aufgabenstellung bei einer Meisterschaft. Arbeiten Sie also die Modellage unter Berücksichtigung der Halt-barkeit und Statik des Nagels so dünn wie möglich. Beim Blick in den Tunnel darf nur eine äußerst dünne Haarlinie zu sehen sein. Der Materialansatz an dem Nagelfalz darf nicht zu sehen und auch nicht zu spüren sein. Manchmal ist der Augenschein trügerisch, also fühlen Sie vor dem Polieren mit den Fingern über den Materialansatz. Zu einer guten Vorbereitung gehört als ein wichtiger Punkt die Pla-nung der Arbeit. Einige Tage vor der Meisterschaft sollten
alle Materialien überprüft und in einer Liste zusammen-gestellt werden. Die Feilen, Buffer und Polierblöcke müssen neu sein, aber das Entgraten der Kanten kann in der Vor-bereitung erledigt werden. Nicht vergessen: Einen zusätz-lichen Satz Feilen und Blöcke mitnehmen, damit der Arbeitsablauf ungestört bleibt und Sie selbst dann weiter arbeiten können, wenn eine der Feilen nicht mehr ein-wandfrei funktioniert!
Tips sollten im Vorfeld an das Modell angepasst werden. Lernen Sie die Größen auswendig, damit die Passform 100%ig stimmt und nicht erst während der Meisterschaft ermittelt werden muss. Planen Sie den Lageplan auf Ihrem Arbeitstisch. Nur das benötige Arbeitsmaterial sollte dort zu finden sein. Kleine Dinge, die sich oft erst auf der Meister-schaft herauskristallisieren, können die Arbeit maßgeblich behindern. Arbeitslampe, großes Handtuch, Papieraufla-gen, Zeletten und eine Flasche Wasser (zum Waschen der Hände). Hier eine Checkliste zur Vorbereitung auf eine Meisterschaft oder Prüfung.
Checkliste
O Ausschreibung und Reglement mehrfach genau lesen und bei Fragen oder Unverständnis den Organisator bzw. Veranstalter um Erklärung bitten
O Eigene Nägel kurz halten, bzw. keine Modellage tra-gen; dies erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit
O Personalausweis und Zertifikat rechtzeitig bereitlegen O Nägel und Hände des Modells am Tag vor der Mei-sterschaft entsprechend den Richtlinien vorbereiten
O Tipgrößen und Schablonenart für den jeweiligen Fin-ger merken, aufschreiben und lernen – spart Arbeitszeit
O Materialien auswählen – vor allen Dingen verschie-dene Lacke ausprobieren
O Feilen und Blöcke testen und entgraten. Ausgeruht zur Meisterschaft anreisen und, falls notwendig, Hotel
buchen
O Frühzeitig am Wettbewerbsort erscheinen, um den Arbeitsplatz einzurichten und gegebenenfalls noch Mängel mit der Wettbewerbsleitung zu klären
O Aufbau des Arbeitstisches so gestalten, dass ein rei-bungsloser Ablauf gewährleistet ist
O Dosen und Flaschen bereits aufschrauben, Deckel lose auf diese legen
O Wichtiges Arbeitsmaterial gegebenenfalls doppelt mitbringen
O Auf gute Arbeitslampe (Tageslicht) achten
Finish
Das Finish, also das eigentliche Arbeiten auf der Meister-schaft, ist aber letztendlich der ausschlaggebende Teil. Jeder Arbeitsschritt muss sitzen, um die Nervosität zu kom-pensieren, die sich bei den meisten Nail Designern einstellt. Viele Nail Designer sind mit ihrer Arbeit während der Meis-terschaft nicht zufrieden. Dass die Arbeiten nicht hun-dertprozentig sind und vielleicht auch durch die nervli-che Anspannung nicht sein können, ist verständlich. Nach
Meinung von langjährigen Juroren nehmen sich Nail Desi-gner nicht genügend Zeit, um perfekt zu lackieren. Immer wieder kann man beobachten, wie erst zehn Minuten vor Schluss mit der Lackierung begonnen wird. Wenn man bedenkt, dass in der Regel für die Lackierung die gleiche Punktzahl zu erzielen ist wie für die Smileline und berück-sichtigt, wie viel Zeit die Teilnehmer für das Modellieren der Smileline verwenden, wird klar, wie schlecht hierbei die Zeiteinteilung eigentlich ist. Aber auch beim Polieren der Nägel bemerkt ein Juror oftmals den Zeitdruck. Während mit bloßem Auge die Nägel glatt erscheinen, sind die klei-nen Kratzer mit der Jurybrille (ähnlich einer Lesebrille), die nicht aus dem fertigen Nagel herausgearbeitet wurden, deutlich zu erkennen. In den letzten Jahren wurde von den Feilenherstellern eine besondere Polierfeile auf den Markt gebracht. Diese verleiht der Modellage einen Hochglanz, der wirklich brillant ist. Doch beim genaueren Betrachten erkennt man die Rillen, die eine gröbere Feile hinterlassen hat und dies bedeutet wiederum Punktabzug.
Beurteilung
Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung einer Nagel-modellage ist die Gleichmäßigkeit beider Hände und die Proportion der Finger. Während die exakte Länge und die Form nicht vorgeschrieben werden, gehen bei diesen scheinbar simplen Kriterien oftmals viele Punkte verloren. Nur selten gibt es eine Meisterschaftsmodellage, die nicht in eckiger Form gearbeitet wurde. Die typische eckige Form wird mit gerade laufenden Seitenlinien und einer im 90°-Winkel gearbeiteten Formlinie modelliert. Die Eben-mäßigkeit der Modellage ist hiermit sehr viel leichter zu überprüfen. Erstaunlich ist vor allen Dingen, dass immer wieder Modellagen zu finden sind, die ungleichmäßig in der Länge der Nägel sind. Die Länge wird von der Sicht aus der Handfläche mit einem Rosenholzstäbchen und im Finger-zu-Finger-Vergleich mit der anderen Hand beur-teilt. Wenn mit bloßem Auge ein Längenunterschied von 1 – 2 mm erkennbar ist, bedeutet dies bei einer Meister-schaft schon einen erheblichen Punktabzug. Es ist keine Seltenheit, dass bei diesen zwei Bewertungskriterien mehr als zehn Punkte einfach verschenkt werden.
Meisterschaften
Durch die Vielzahl von Veranstaltungen und Meister-schaften wurde eine große Bühne geschaffen, um einen Titel oder eine Qualifikation zu erlangen. Ob Landesmeis-terschaft, regionale Vorentscheidungen, nationale und internationale Wettbewerbe oder gar die „Nailympics” – jede einzelne dieser Veranstaltungen bringt die Nail-Indu-strie ein Stück weiter in der Entwicklung von Technik und Material. Das Niveau und der Standard, der dort gezeig-ten Arbeiten ist in den letzten Jahren sehr viel besser geworden. Doch sind vor allen Dingen die Austragung einer Meisterschaft und die damit einhergehende Presse-arbeit von großer Bedeutung für das Wachstum dieser immer noch aufblühenden Industrie.
Modellage in Gel
2008 und 2009 wurden Gelmodellageprodukte vorge-stellt, die eine Modellage ermöglichen, die der French Modellage mit dem Pulver-Flüssigkeits-System zum Ver-wechseln ähnlich ist. Ich zeige Ihnen hier eine Arbeitsan-leitung für eine French Modellage mit einem dieser neuen Gelprodukte.
Arbeitsweise
Wie bei jeder Modellagearbeit wird der Naturnagel auf den Produktauftrag vorbereitet. Die Nagelhaut wird vor-sichtig von der Nagelplatte abgehoben und zur Matrix geschoben. Hautschüppchen, die sich auf dem Natur-nagel abgelagert haben, werden mit einem Propusher oder Nagelhautmesser entfernt und die Nagelplatte wird vorsichtig mit einer weichen Feile oder Buffer in Wuchs-richtung mattiert. Nun wird mit dem Coolpink-Gel die Nagelplatte überzogen und im Lichthärtungsgerät aus-gehärtet (Bild 1). Dieses Gel deckt den Naturnagel farblich ab und verleiht ihm eine schöne Roséfärbung. Man ach-tet darauf, dass die Smileline exakt modelliert wird. Direkt über die Kante der Modellage wird ein dünnes Band mit klarem Gel gelegt und dort ausgehärtet (Bild 2). Jetzt wird die Schablone angesetzt (Bild 3). Für ein Gel, das sehr deckend ist, sollte eine durchsichtige Schablone verwen-det werden. Wenn Sie Papierschablonen bevorzugen, sollten Sie die weiße Spitze in zwei bis drei Schichten arbei-ten, um eine Durchhärtung zu garantieren. Nun wird das weiße Modellage-Gel angesetzt (Bild 4). Die neuen Gele verlaufen auf der Schablone nicht und können exakt in Form modelliert werden. Das klare Gel, das vorher über die Kante gearbeitet wurde, verhindert, dass das weiße Gel über die Smileline gearbeitet wird. Dieser Schritt gewähr-leistet eine wirklich scharfe und exakt gezogene Smileline. Nun wird eine dünne Schicht klares Gel über das Nagel-bett gezogen. Auch dieses Gel kann auf der Nagelplatte platziert werden und verläuft in der Aushärtung im Licht-härtungsgerät nicht. Wenn Sie die Modellage in Form pin-chen möchten, sollte das Gel nur angehärtet werden (ca. 20 Sekunden). Dann kann mit einer Pinchklemme die Nagelform erstellt und das Produkt vollständig im Licht-härtungsgerät ausgehärtet werden (Bild 5). Danach wird die Inhibitionsschicht abgenommen und die Modellage in Form gefeilt. Zum Abschluss werden die Nägel noch mit dem Versiegelungsgel überzogen. Dies verleiht der Model-lage einen einzigartigen Glanz. Wir waren von der French Modellage mit diesem Gel so begeistert, dass wir Ihnen hier alle Ansichten des Nagels zeigen möchten. Sehen Sie selbst, wie formschön und exquisit die French Model-lage mit Gel aussehen kann (Bilder 6, 7 und 8). „Gelnägel so dünn wie Acrylnägel“, so das Votum einiger Kollegin-nen, denen wir im Vorfeld die Bilder der fertigen Modella-ge zeigten.
Zukunftsperspektiven
Wenn auch bislang die Pulver-Flüssigkeits-Modellage dem
Gelsystem in Farbe und Form oftmals den Rang abge-laufen hat, so ist es doch mit dieser Technik und diesem Material möglich, eine Gelmodellage zu erstellen, die vom Aussehen her kaum noch von der Acrylmodellage zu unterscheiden ist. Wenn das Gel in einer Konsistenz her-gestellt werden kann, die es dem Nail Designer ermöglicht, damit die freie Nagelspitze zu modellieren, werden in den nächsten Jahren sicherlich viele Kollegen bevorzugt diesen Service im Studio arbeiten.
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Premiummodellage gearbeitet von Trang Nguyen
Tipmodellage
Auch wenn die Profis unter den Nail Designern auf die Verlängerung mittels Schablone verweisen und diese auch in vielen Fällen verwendet wird, so ist doch die Verlängerung mit einem Tip die Technik, die man gerade zu Beginn einer Karriere als Nail Designer arbeitet.
Entwicklung
Genau genommen ist der Tip eine aus Kunststoff gefertigte Prothese, die am proximalen Ende des Fingernagels angebracht wird, um den Anschein eines langen und wohlgeformten Nagels zu erzeugen. Erst in den 70er-Jahren wurden die ersten Tipserien auf dem Markt vorgestellt. Bei der Herstellung von Tips wird Kunststoff in vorgefertigte Formen gegossen. Je besser die Qualität des Kunststoffs, desto besser ist letztendlich auch die Qualität des Tips. Während zu Beginn der Entwicklung vielfach mit Full Size Tips (Tips, die den kompletten Naturnagel bedecken), die heute eigent-lich nur noch für den Endverbrauchermarkt hergestellt werden, gear-beitet wurde, sind in den letzten Jahren immer mehr Tips mit sehr wenig Auflagefläche entwickelt worden.
Unterschiede
Neben den Materialien, die für die Herstellung der Tips verwendet und die qualitativ immer weiter entwickelt wurden, haben sich auch die Formen und die Farben der Tips über die letzten Jahre hinweg geändert. Wo zuerst nur Kunststoffe mit milchiger Farbe für die Herstellung verwendet wurden, kann der professionelle Nail Designer heute aus einer Vielzahl von Tipfarben wählen. Abhängig vom Anspruch des Kunden gibt es auch Tips, die aus klarem Kunststoff hergestellt werden. Dies hat den Vorteil, dass während der Verarbeitung die Auflagefläche des Tips nicht mehr bei-gefeilt werden muss. Bei Tips, die aus naturfarbenen Kunststoffen herge-stellt werden und die darüber hinaus noch eine Auflagefläche haben, die bis zu 50 % des Naturnagels bedecken soll, muss diese Kontaktzone mit der Feile so an den Naturnagel angeglichen werden, dass diese Zone nicht mehr bzw. kaum noch zu sehen ist. Genau diesen Arbeitsschritt kann sich der Nail Designer ersparen, wenn er zu Tips greift, die keine bzw. nur eine ganz kleine Auflagefläche haben und nur an die freie Nagel-spitze angesetzt werden. Die meisten French Tips, die aus hochweißem Material hergestellt werden, sind in dieser Weise gefertigt und weisen, wenn überhaupt, eine Auflagefläche von maximal 2 mm auf.
Auswahlkriterien
Bei der Auswahl von Tips ist weiterhin zu beachten, dass die Wölbung der Tips der Wölbung des Naturnagels so ähnlich wie möglich ist. Die Naturnägel der Kunden haben ganz unterschiedliche Wölbungen. Der ausgewählte Tip sollte in der Form weitestgehend der Form des Naturnagels ähneln. Nur so kann vermieden werden, dass nach dem Setzen des Tips auf den Natur-nagel dieser Tip wegen seiner vorgegebenen Wölbung Spannung auf den Naturnagel ausübt. Steht ein Tip nach dem Setzen unter Spannung, wird eine Sollbruchstelle in der Modellage verursacht und beim späteren Tragen und Stößen auf die Verlängerung kann es zu Brüchen oder zum kompletten Ver-lust der Verlängerung kommen.
Tiptrends
Durch die modischen Trends der letzten Jahre wurden die Form und die Farbe der Studiomodellage dahingehend beeinflusst, dass die Kundin heute eine French Modellage mit einer hochweißen Spitze bevorzugt und darüber hinaus auch noch eine hochgezogene und dramatische
Smileline wählt. Deshalb wurde auch die Statik des Tips an diese Anfor-derungen angepasst. Die Form, die hier beschrieben wird, wurde eigent-lich aus der Meisterschaftsmodellage abgeleitet. Doch zu einer perfekten Meisterschaftsmodellage gehört auch, dass die C-Kurve der Verlängerung sehr stark ausgeprägt ist und einen Tunnel von bis zu 50 % aufweist. Erst im Laufe des Jahres 2007 wurden Tips auf dem Markt vorgestellt, die genau diese Merkmale aufweisen. Auf Rückfrage bei den Hersteller- und Ver-triebsfirmen wurde bestätigt, dass die Nachfrage der Nail Designer seit dem Launch (Markteinführung) sehr rege ist. Auch wenn in der Verarbei-tung von Tips immer wieder die gleichen Arbeitsschritte durchgeführt werden müssen, sind doch mit den Entwicklungen der letzten Jahre eini-ge neue Dinge dazugekommen, auf die wir genauer eingehen möchten.
Vorbereitung
Zu Beginn der Arbeit wird der Naturnagel auf die Modellage vorbereitet. Schon zu diesem Zeitpunkt wird die richtige Größe des Tips ausgewählt (Bild 1). Für die Vorbereitung des Naturnagels gehört wie bei der Verar-beitung aller Techniken und Materialien auch bei der Tipmodellage das gründliche Entfernen der Nagelhautreste von der Nagelplatte. Hierzu wer-den mit einem Spatel die Nagelhaut von der Nagelplatte gelöst und die darauf abgelagerten Hautschüppchen entfernt (Bild 2). Ob hierzu eine elektrische Feile, Mineralfeile oder ein Metallspatel verwendet wird, bleibt dem Können des Nail Designers überlassen. Wenn die Nagelplatte frei von allen Nagelhautrückständen ist, wird sie mit Isopropylalkohol (= Iso-propanol) von Staubresten befreit und gleichzeitig durch die Wirkung des Alkohols dehydriert. Abhängig vom Modellagematerial, das nach dem Set-zen des Tips verwendet wird, muss unter Umständen zu diesem oder zu einem späteren Zeitpunkt ein Haftvermittler aufgetragen werden. Nun wird der Tip auf den Naturnagel gesetzt (Bild 3). Hierzu kann entweder ein Tipkleber verwendet werden oder der Tip kann auch mit etwas Modella-geprodukt (Pulver-Flüssigkeit oder Resin) gesetzt werden. Der Vorteil des Set-zens mit einem Modellageprodukt ist, dass dieses sich nicht im Wasser zer-setzt oder von Feuchtigkeit angegriffen wird, was bei einigen Tipklebern immer wieder vorkommen kann. Würde beim späteren Tragen der Tip-modellage ein Bruch im Überzug stattfinden, könnte die Feuchtigkeit den Tipkleber anlösen und somit den Verlust des Tips verursachen. Wenn der Tip auf dem Naturnagel gesetzt wurde, sollten die Flügel des Tips mit einer Pin-zette gut festgedrückt werden. Durch die hochgezogene Smileline, die geringe Auflagefläche der French Tip und den ausgeprägten Tunnel liegen die Spitzen des Tips nicht unbedingt auf dem Naturnagel auf. Durch das Andrücken mit einer Pinzette werden spätere Probleme schon zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen.
Anleitung
Nachdem der Tip am Ende des Nagels befestigt wurde (Bild 4) wird mit einem Tip-Cutter bzw. einem Nagelzwicker der Tip auf die gewünschte Länge gekürzt (Bild 5). Danach wird die Form der Modellage erstellt, was nicht nur Material sondern vor allen Dingen auch Arbeitszeit spart. Im Anschluss daran wird das Nagelbett mit einem deckenden Camouflage-produkt überzogen (Bild 6). Über den Tip wird klares Modellage-Gel aufge-tragen, das die Stabilität der Verlängerung optimiert (Bild 7). Zum Abschluss des Produktauftrags wird eine Produktschicht über den gesamten Nagel auf-gebracht (Bild 8). Nach dem Anhärten wird das Produkt in Form gefeilt und aufpoliert bzw. mit einem Versiegelungsgel überzogen und entspre-chend der Herstellerangaben ausgehärtet (Bild 9).

Tips pinchen
Das Pinchen der Modellage ist eine weitere Arbeitstechnik im Nagelstudio. Hierbei wird nach dem Auftrag des Model-lagematerials mittels Pinzetten und Pinchklemmen die Form der Nägel, die in den meisten Fällen über Schablone modelliert wurden, in Form gedrückt.
Dieses Kapitel gibt Auskunft darüber, wie man eine Tip & Overlay-Modellage in Form pincht. Wir haben unser Exper-tenteam befragt und für Sie eine detaillierte Anleitung zusammengestellt. Das Pinchen eines über Schablone modellierten Nagels muss gekonnt sein. Zu oft sieht man bei Kunden die Folgen von falsch gepinchten Nägeln. Onycholyse und deformierte Naturnägel sind die Folgen unsachgemäßen Pinchens. Doch fachmännisches Pin-chen erhöht die Stabilität und somit die Haltbarkeit der Nägel. Das Material kann dünner gearbeitet werden und die Modellage sieht schöner als bei nicht gepinchten Nägeln aus. Das Pinchen von Tips ist noch einmal ein ganz anderes Thema. In diesem Kapitel möchten wir Ihnen zei-gen, wie Sie eine Modellage mit Tip & Overlay arbeiten
und dennoch eine grazile und schön modellierte Form erreichen. Ingeborg Mensonides, Ausbilderin für Magnetic Nail Design, Niederlande diese Arbeit erstellt.
Schritt für Schritt
Wie vor jedem Produktauftrag muss auch bei einer Tip & Overlay-Modellage der Naturnagel vorbereitet werden. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte abgehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abge-lagerte Hautschüppchen werden mit dem Propusher oder Nagelhautmesser vom Nagel entfernt (Bild 1) und die Nagelplatte mit einer weichen Feile vorsichtig mattiert. Mit einem mit Cleaner (Isopropanol) getränkten Zellstoff-pad sollte nun die Nagelplatte gesäubert werden. Jetzt werden aus dem Tipsortiment die passenden Größen für die Modellage ausgesucht. Achten Sie besonders dar-auf, dass der Tip den gesamten Nagel abdeckt und bis zur Seitenlinie reicht (Bild 2). Da der Tip noch gepincht wird, ist es sehr wichtig, dass eine passende Größe gewählt wird.
Mit einer Pinzette wird nun der Tip in einen Pinchstick geschoben (Bild 3). Beachten Sie hierbei, dass der Tip mit den Flügeln zuerst in den Stick eingeführt wird. „Wird der Tip in der anderen Richtung in den Stick gesteckt, könnten die Flügel des Tips beim späteren Setzten am Naturnagel abstehen und die Passform beeinträchtigen“, rät Inge-borg. Nun wird der Pinchstick mitsamt dem Tip in eine Tasse mit kochendem Wasser gestellt (Bild 4). Innerhalb weniger Sekunden wird die Form des Tips der des Pinch-sticks angepasst. Nun kann der Tip mit einer Pinzette aus dem Pinchstick gezogen werden (Bild 5). Wenn Sie eine stark ausgeprägte C-Kurve möchten, kann das Formen des Tips in immer kleineren Pinchsticks wiederholt werden. Vor dem eigentlichen Setzen des Tips am Nagel sollten sie warten, bis der Tip ausgekühlt ist. Danach kann der Tip-kleber auf die Spitze des Naturnagels (Bild 6) und auf die Kontaktseite des Tips aufgetragen werden. Beim Setzen des Tips sollten Sie sich vergewissern, dass der Tip flach am Naturnagel anliegt und die Seitenlinien mit dem Nagelfalz eine gerade Linie bilden (Bild 7). Mit einer Pinzette werden
die Flügel des Tips nun fest an den Naturnagel gepresst (Bild 8). „Wenn ich die Länge der Modellage bestimme, halte ich immer zwei Finger nebeneinander und passe die Länge dementsprechend an”, rät Ingeborg (Bild 9). Nachdem alle Tips gesetzt wurden, werden diese mit einer Feile mattiert (Bild 10). Dies unterstützt die Anhaftung des Modellageprodukts. Anschließend kann das klare Model-lageprodukt aufgetragen werden. Da die Tips schon gepincht wurden und dadurch die Stabilität der Model-lage optimal ist, genügt es, einen dünnen Produktüberzug zu modellieren. Bei Bedarf kann nach dem Anhärten des Produkts eine Pinchklemme gesetzt werden (Bild 11). Wenn das Produkt klopffest ist, wird die Modellage in Form gefeilt und aufpoliert (Bild 12).
Das Resultat: eine exquisite und wunderschöne French Modellage.
Schablonen setzen
Am Anfang einer schönen und haltbaren Modellage steht das Setzen des Tips oder das Ansetzen der Schablone. Wenn der Tip nicht richtig sitzt bzw. eine falsche Form bezüglich des Nagelbetts gewählt wurde, kann die Model-lage nicht so haltbar sein wie bei der optimalen Auswahl im Hinblick auf den Naturnagel.
Das Gleiche gilt auch bei der Modellage mit Schablone. Wird eine falsche Schablone gewählt bzw. wird die gewählte Schablone nicht richtig angesetzt, beeinträch-tigt dies die Haltbarkeit der Modellage entscheidend. Noch vor wenigen Jahren war es meist üblich, die einfa-che Goldschablone bzw. die Hufeisenschablone zu ver-wenden. Die Firmen, die in Europa Produkte für die Nagel-modellage anboten, hatten meist nur diese Stan-dardausführungen im Angebot. Durch den immer stär-ker werdenden Wettbewerb versuchen die Anbieter, die Aufmerksamkeit des Kunden mit neuen Produkten und Hilfsmitteln auf sich zu lenken. Eine dieser Entwicklungen hatte verschiedene Formen und Ausführungen von Scha-blonen zum Ergebnis, die der Nail Designer zur Erstellung einer Modellage verwenden kann. Ähnlich wie bei Tips muss nun der Nail Designer eine Auswahl treffen, um seine Kunden im Nagelstudio optimal zu bedienen.
Unterschiede
Die offensichtlichsten Unterschiede ergeben sich schon aus dem Papier, aus dem die Schablone hergestellt wurde. Einige Firmen führen eher dünne Schablonen, die dann bei der eigentlichen Verarbeitung mit der Ausstan-zung verstärkt werden. Andere Firmen hingegen arbei-ten mit sehr starkem Papier, das dem Nail Designer unter Umständen Probleme beim Setzen der Schablone berei-ten kann. Die Wahl der für Sie richtigen Schablone ist also sehr von Ihren Vorlieben abhängig. Der nächste Unter-schied liegt in der Größe und Form der Ausstanzung, die für das Setzen der Schablone am Finger vorgesehen ist. Die Form der freien Nagelkante und der Zustand des Hypo-nychiums sollten hierbei berücksichtigt werden. Ist nämlich die Form der freien Nagelkante so weit an der Nagelplat-te befestigt, dass selbst die tief ausgeschnittene Schablo-ne nicht passt, würde das Setzen der Schablone beim Kunden Schmerzen verursachen. Außerdem würde dies auch das sachgerechte Ansetzen der Schablone erschweren.
Tipps und Tricks
Wenn Sie die Schablone vom Trägerpapier entfernt und die Ausstanzung herausgenommen haben (eventuell auf der Rückseite aufkleben), kann die Ausstanzung mit-tels einer Schere oder Nagelhautzange erweitert wer-den (Bild 1). Hierdurch wird das Ansetzen unter der freien Nagelkante bei herausgewachsenem Hyponychium ermöglicht. Formen Sie die Schablone zu einer schönen C-Kurve und fädeln Sie die Schablone unter der freien
Größenkorrektur der Schablone
Ansetzen der Schablone
Fixieren der Schablone
Nagelspitze des Naturnagels ein (Bild 2). Wenn die Kante der Ausstanzung am Nagel anstößt, wird die Schablone an den Seiten des Fingers fixiert (Bild 3). Erst danach wird die Schablone in Form gepincht (Bild 4). Mit dem Blick in den Tunnel wird beurteilt, ob die vordere Öffnung gleich-mäßig geformt ist und ob die Schablone eng unter der freien Nagelspitze des Naturnagels sitzt (Bild 5). Erst danach werden die Seitenflügel um den Finger gelegt und der Teil der Schablone, der oberhalb der Nagel-platte sitzt, zu einer (Rücken)finne zusammengepresst.
Neigung
Egal bei welcher Art der Verlängerung, einige Faktoren müssen immer beachtet werden. Wird die Verlängerung mittels Tip gearbeitet, muss die Wölbung des Naturnagels bei der Auswahl des Tips berücksichtigt werden. Wird ein Tip mit stark gewölbter Auflagefläche auf einen eher fla-chen Naturnagel gesetzt, steht der Tip unter Spannung und es wird zu Problemen mit der Anhaftung kommen. Ähnliches ist auch beim Setzen der Schablone zu berück-
Stefanies Tipp: „Das richtige Setzen der Schablone muss geübt werden. Kontrollieren Sie den richtigen und exakten Sitz der Schablone, noch bevor Sie zum Pinsel greifen und Modellageprodukt auftragen!”
In Form gebrachte Schablone
Beurteilung des Sitzs der Schablone
Optimaler Sitzs der Schablone für Stilettomodellage
sichtigen. Noch vor dem eigentlichen Anbringen der Scha-blone sollte der Nail Designer zusammen mit der Kundin entscheiden, welche Form der Verlängerung gearbeitet werden soll. Danach richtet sich auch die Neigung der Schablone bzw. wie die Schablone am Finger angebracht wird. Bei der in letzten Jahren so beliebten Stilettomodel-lage wird die Schablone so angesetzt, dass der höchste Punkt der Matrix auf gleicher Ebene bzw. Höhe mit dem Niveau der Spitze der Schablone liegt (Bild 6). Die Scha-blone wird also in einer bestimmten Neigung am Finger-nagel befestigt. „Je kürzer die Modellage gearbeitet wird bzw. je eckiger die Modellage sein soll, desto weniger Neigung wird benötigt“, erklärt Stefanie LoRe, die zusam-men mit David Fowler einige wichtige Faktoren in Bezug auf das Setzen der Schablone entwickelt hat. „Die Halt-barkeit der Modellage beginnt mit dem (richtigen) Anset-zen der Schablone. Wird die Schablone ohne Berück-sichtigung dieser Faktoren angesetzt, sieht die so erstellte Modellage nicht nur unschön aus, sondern sie verliert vor allen Dingen auch an Statik und somit an Haltbarkeit.“
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Stresspunkt (Apex) – Arch
Der Wunsch einer Kundin im Nagelstudio: „Eine haltbare und starke Verlängerung der Fingernägel.“ Diese starke und haltbare Modellage ist möglich, wenn man weiß, welche Technik anzuwenden ist.
Trang Nguyen hat schon oftmals wunderschöne Model-lagen gezeigt, Modellagen, die neben dem tollen Ausse-hen auch überaus haltbar und stabil sind. Obwohl sich die Modellagen von Trang durch einen sehr dünnen Pro-duktauftrag auszeichnen, sind sie dennoch so stabil und haltbar, dass sie nicht brechen oder einreißen.
Trang erklärt in diesem Kapitel, wie wichtig die Platzierung des Stresspunktes in Bezug auf die Haltbarkeit einer Model-lage ist.
Die Konstruktion, der Aufbau und die Statik der Modellage sind wichtige Aspekte in Bezug auf Haltbarkeit und Stärke. Wo wird das erste Produktbällchen abgelegt und hat dies einen Einfluss auf die Modellage? Was macht die eigent-liche Stärke der Modellage aus? Hat der Produktauftrag einen Einfluss auf die Haltbarkeit oder kann dies zu späte-ren Brüchen in der Modellage führen? Auch in Bezug auf Meisterschaften sind die hier aufgeführten Tipps eine wert-volle Hilfe, um Punkte zu erzielen.
Starke Nägel
Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung weiß Trang, dass die Platzierung des Stresspunktes großen Einfluss auf die Haltbarkeit der Modellage hat. Noch bevor wir auf die exakte Platzierung eingehen, möchten wir an dieser Stel-le den Begriff Stresspunkt erklären. Als Stresspunkt wird bei der Verlängerung eines Nagels der Punkt bezeichnet, der in der Seitenansicht den höchsten Punkt, den Arch1 dar-stellt und somit die Stelle der Modellage ist, an der das meiste Produkt platziert wird. In der Fachliteratur bzw. bei der Bewertung in einer Meisterschaft wird der Stresspunkt auch Apex benannt.
Wird der Stresspunkt zu nahe am Nagelfalz gesetzt, kann dies als Spätfolgen Liftings des Modellagematerials verur-sachen. Wird der Stresspunkt aber zu weit nach vorne, also zu nahe an der freien Nagelspitze (Free Edge) plat-ziert, bricht die Modellage leicht. Daraus ergibt sich fol-gerichtig, wie wichtig es ist, den Stresspunkt exakt immer an der gleichen Stelle zu platzieren. Wie schon erwähnt, wird am Stresspunkt die größte Menge an Produkt aufge-baut. Meist findet man dieses in der Mitte der Modellage. Betrachten Sie den verlängerten Nagel von oben und zeichnen Sie eine horizontale Linie und eine vertikale Linie exakt in der Mitte der gesamten Konstruktion. Wenn Sie nun die außen liegenden Punkte miteinander verbinden, erhalten Sie die Form einer Raute2 bzw. eines Rhombus2 (Bild 1). Das Kreuz in der Mitte der vertikalen und horizon-talen Linie ist die Sollbruchstelle3 bzw. der Stresspunkt der Modellage. Da der Nagel ständig wächst, wird der Stress-punkt in der perfekten Modellage etwas zur Matrix hin versetzt.
Genaue Platzierung
Anhand der Seitenansicht ist die Platzierung des Stress-punktes genauer zu bestimmen. Teilen Sie die gesamte Länge der Modellage (Bild 2) in acht gleiche Teile ein. Die Mitte ist der Punkt, an dem der Nagel bei einem Stoß abbrechen würde (Sollbruchstelle). Der beste Punkt, an dem das meiste Produkt aufgetragen werden sollte, ist auch vom Stil des Nail Designers und seinem Können abhängig. Durch die leichte Verschiebung des Stress-punkts zur Matrix hin wird ermöglicht, dass trotz Nagel-wachstum die Modellage ca. zwei bis drei Wochen die optimale Statik beibehält. In Bild 3 kann ganz klar erkannt werden, dass der Stresspunkt zu nahe am Nagelfalz gesetzt wurde. Die hier gezeigte Modellage läuft Gefahr, zu leicht zu brechen. Anhand der nächsten Zeichnungen können Sie selbst die Platzierung des Stresspunktes überprüfen. Zuerst werden die äußersten Kanten der Modellage ein-gezeichnet. Nun wird dieser Abstand in acht gleiche Teile eingeteilt. In Bild 4 kann man deutlich nachvollziehen, dass der höchste Punkt der Modellage direkt zwischen der dritten und vierten Unterteilung liegt. Aus diesem Grund befindet sich die größte Produktmenge zu nahe am Nagelfalz und die Modellage verliert ihre Stärke und Halt-barkeit.
Richtiger Produktauftrag
Um dem Nagel richtig aufzubauen, sollte das erste Pro-duktbällchen (klar) für die Modellage des Nagelbettes, direkt hinter der Smileline bei C1 aufgesetzt werden (Bild 5). Es wird mithilfe des Pinsels von Seite zu Seite und zur freien Nagelspitze hin verteilt. Die nächsten Produktbällchen werden direkt hinter dem Mittelpunkt der Raute aufgesetzt und von Seite zu Seite und zur freien Nagelspitze hin verteilt (P1 – P4; Bild 6). Trang: „Man beginnt am Nagelrand und arbeitet zur Mitte hin. Da das Produkt zu Beginn noch flüs-siger ist, wird die Modellage an den Rändern dünner. Das ist genau der Effekt, den wir erreichen möchten. Wie bei einem Diamant ist der stärkste Punkt in der Mitte der
Modellage und zu den Rändern hin wird der Produktauf-trag immer dünner. Die Bällchen drei und vier werden in der Nähe des hinteren Nagelrandes aufgesetzt. Wenn Sie diese Arbeitsweise einhalten, ist der stärkste Punkt der Modellage der vorgesehene Stresspunkt und Sie erhal-ten somit die stärkste Modellage. Dies gibt nicht nur eine gute Bewertung bei einer Meisterschaft, sondern auch in Ihrem Studio werden Sie mit dieser Arbeitsweise bei Ihren Kunden Erfolg haben, da die so erstellte Modellage sehr haltbar ist.“
1 Arch – der Bogen, der mithilfe des Materials aufgebaut wird und von der Seitenansicht des Nagels her einen Horizont beschreibt.
2 Raute/Rhombus – geometrische Figur, bei der alle vier Seiten gleich lang und je zwei gegenüberliegende Win-kel gleich groß sind.
3 Sollbruchstelle – beschreibt die Stelle, an der der größte Druck entsteht, wenn der Fingernagel in einem 90°-Win-kel auf ein Hindernis stößt.
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Nagelbettverlängerung
In den letzten Jahren hat sich die Modellage mit de-ckenden bzw. opaken Modellageprodukten über dem Nagelbett durchgesetzt. In diesem Kapitel möchten wir Antworten auf einige Fragen geben und eine Anleitung zeigen, wie mit dem Pulver-Flüssigkeits-System das Nagel-bett optisch verlängert wird.
Deckendes Modellage- bzw. Camouflageprodukt ist heute in beinhahe allen Produktsortimenten der Firmen erhältlich. Die vielen Nuancen ermöglichen dem Nail Desi-gner die farbliche Abstimmung auf den Hautton der Kun-din. Dass diese Produkte sich in relativ kurzer Zeit so etabliert haben, liegt mit größter Wahrscheinlichkeit darin begrün-det, dass die meisten Kunden in Europa ein eher kurzes Nagelbett aufweisen. Um eine schöne und ästhetisch gestaltete Modellage zu erstellen, benötigt der Nail Desi-gner jedoch eine gewisse Länge an Nagelbett. Mit den deckenden und opaken Produkten kann dieses kreiert werden und es verbessert daher auch das Erscheinungs-bild der Hand.
Arbeitsweise
Nach den Grundarbeitsschritten der Naturnagelvorberei-tung wird eine Schablone unter den freien Nagelrand angesetzt (Bild 1). Wählen Sie gemeinsam mit der Kundin einen Farbton passend zum Nagelbett und Hautton der Hand aus. In Europa werden eher bräunliche Töne gewählt, während in den USA die rosafarbenen Produkte bevorzugt werden. Nun wird ein relativ großes Produkt-bällchen auf die Nagelplatte gesetzt (Bild 2). Mit dem Pinsel wird es geglättet und zum freien Nagelrand gedrückt (Bild 3). Zum Nagelfalz sollte das Produkt sehr dünn aufgetragen werden. Hierdurch wird ein wenig Trans-parenz erreicht und der Nagel erscheint natürlicher. Jetzt wird die Smileline geformt (Bild 4). Hierfür wird mit dem sauberen Pinsel die Produktkante so gedrückt bis eine gleichmäßige Form erreicht wird. Das Camouflagepro-dukt wird über der gesamten Nagelplatte sehr flach gear-beitet (Bilder 5 und 6). Der Aufbau zum Arch wird in der Regel nach der Modellage der Verlängerung mit klarem Modellageprodukt erstellt. Ist die Smileline einmal gezogen, wird das Produkt soweit ausgedünnt dass noch genü-gend De-ckung über der Nagelplatte verbleibt. In dem hier gezeigten Beispiel wurde die Smileline zu einer Spitze modelliert. Die Form und Beschaffenheit der Smileline ist natürlich vom Geschmack der Kundin abhängig.
Dann wird das weiße Produkt bis zur modellierten Kante des Nagelbetts aufgetragen. Zum Abschluss wird die gesamte Struktur nochmals mit klarem Modellageprodukt überzogen und der Arch aufgebaut.
Smileline
Immer wieder kommen Fragen zum Thema Aufbau, Statik, Modellagetechnik und Produktauftrag. Hier wird Ihnen ein Einblick in die Modellage von Smileline und Arch gege-ben. Natürlich stehen zu Beginn der Modellage immer die Grundarbeitsschritte, also die Vorbereitung der Nagel-platte auf den Produktauftrag. Hierbei wird die Nagel-haut von der Nagelplatte abgehoben und zum Nagelfalz geschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden von der Nagelplatte entfernt und diese mit einer weichen Feile oder Buffer mattiert. Nach dem Kürzen und Formen der freien Nagelkante wird eine Schablone unter den frei-en Nagelrand gesetzt.
Smileline
Die Modellage der Smileline ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte einer Modellage. Ist die Smileline nicht gleichmäßig geformt, zu flach oder verschwommen bedeutet dies, dass der Betrachter der fertigen Modella-ge sie als unschön oder unordentlich empfindet. Unser Schönheitsempfinden tendiert zur Symmetrie. Die gleich-mäßige und symmetrische Smileline trägt beim Betrachter maßgeblich zu einem positiven Urteil bei. Man setzt ein mit-telgroßes Produktbällchen direkt an der freien Nagelkan-te auf und drückt es mit dem Pinsel in Form (Bild 1). Beim Modellieren achtet man darauf, dass entlang der Smile-line mehr Produkt aufgetragen und in Richtung Spitze das Produkt verjüngend gearbeitet wird (Bild 2). Mit dem gesäuberten Pinsel werden entlang der Smileline über der Nagelplatte etwaige Produktreste entfernt und die Smileline in Form modelliert (Bild 3).
Arch
Ein mittelgroßes Bällchen rosafarbenes Modellageprodukt wird nun auf der Nagelplatte direkt hinter der Smileline auf-gesetzt. Hierbei ist Vorsicht geboten. Das rosafarbene Pro-dukt würde die Smileline teilweise verdecken. Achten Sie ganz gezielt darauf, dass das Produkt nur über die Nagel-platte modelliert wird (Bild 4). Gegebenenfalls kann noch klares Produkt über die gesamte Modellage gezogen werden, um den Stresspunkt bzw. den Arch auszuarbeiten (Bild 5). Bei der Modellage des Stresspunkts bzw. des Arch kommt es darauf an, dass genügend Produkt aufgetragen wird, um der Modellage Stabilität zu geben. Entlang des Nagelfalzes muss das Produkt dünn aufgetragen werden, wobei der Schwerpunkt auf den Stresspunkt zu legen ist, an dem das meiste Produkt aufgebaut wird. Hierdurch wird auch die typische Form der Nagelmodellage (leicht gewölbt), wie in Bild 6 zu sehen, erreicht, was erwiesener-maßen auch die höchste Stabilität, selbst bei extrem lang modellierten Modellagen gewährleistet.
Flat- bis Smileline
Eines der auffälligsten Merkmale einer schönen French Modellage ist die Smileline. Leider sieht man noch viel zu häufig Fingernagelmodellagen, deren Smileline nur wenig mit dem im Wort beinhalteten
„Lächeln” zu tun hat. Dies ist keine Diskussion über Geschmacksfragen! Eine Smileline ist genau das, was das Wort umschreibt: ein Lächeln!
Sehen Sie in diesem Kapitel die Variationen und beurteilen Sie selbst, welcher Nagel ein perfektes Aussehen hat.
Begriffserklärung
Als Smileline bezeichnet man die Kante zwischen dem weißen Modellageprodukt und dem rosafar-benen bzw. opaken Produkt, das über das Nagel-bett gearbeitet wird. Auch der Naturnagel hat eine Smileline. Die Form dieser natürlichen Smileline ist von einigen Faktoren abhängig, beispielsweise wie lange schon Modellagen getragen werden oder ob die Person ein Nagelbeißer ist (und die freie Nagelkante ständig abknabbert), was die Länge des Nagelbetts verkürzt und auch die Form der Smileline beeinflusst. Es gibt Personen, deren Hypo-nichium weiter nach vorne wächst, als der Finger eigentlich lang ist. Dann ist die Nagelplatte optisch länger als der Finger und die Smileline sitzt an dem Punkt, an dem das Hyponichium endet. Zugege-ben, dass diese Personen wohl eher selten als Kun-den im Nagelstudio zu finden sind, doch auch an den Nägeln eines Nagelbeißers kann eine schöne Smileline kreiert werden.
Flatline
Auch wenn dies eine etwas negative Bezeichnung ist, so ist es doch wichtig, diese zu erklären. Eigentlich kommt der Begriff aus der Medizin. Als Flatline bezeichnet man die Linie, die auf einem Herzmoni-tor erscheint, wenn der Patient keinen Herzschlag mehr hat, in anderen Worten, wenn er verstorben ist. Für einen Profi ist ein Nagel, der keine Smileline auf-weist, genau das: Der Patient ist verstorben! Klingt krass? Ist es auch. Betrachten Sie kritisch das Bild 1. Die Kante, die das weiße Produkt zum Nagelbett hin zeigt, ist völlig flach – eine Flatline! Das Nagelbett sieht wie abgehackt aus und wird durch die gera-de Linie optisch verkürzt. Glücklicherweise wird diese Art der Modellage immer seltener, doch gelegent-lich sind noch immer Nail Designer zu finden, die dies
als (French) Modellage verkaufen. Im Bild 2 wurde zumindest die Andeutung eines Lächelns kreiert, doch weil die Ecken der Smileline nicht mit extra Pro-dukt nachgesetzt wurden, erscheint diese Smileline immer noch sehr flach. Im Bild 3 sieht man, wie die Smileline durch ein wenig weißes Modellagepro-dukt an Rundung gewinnt. Wird der Pinsel nach dem Auftrag des weißen Produkts gesäubert, kann man an der Innenkante der Smileline, also über dem Nagelbett, das Produkt etwas zur Schablone hindrücken.
Schon im Bild 4 erkennt man, wie das Nagelbett an Form gewinnt und das „Lächeln“ der Smileline aus-geprägter erscheint. Will man dies noch verstärken, drückt man immer tiefer, bis die Kante des Nagels zu spüren ist. Bild 5 zeigt sehr schön, wie gewölbt und ausgeprägt eine schöne Smileline erscheinen kann. Diese Smileline wird „nicht dramatisch“ genannt. Smilelines, die während einer Meisterschaft gear-beitet werden, sind noch ausgeprägter, also „dra-matisch“. Die im Bild 6 dargestellte Smileline ist für den Studioalltag gedacht und wird sicherlich auch Ihre Kunden begeistern.
Noch bevor Sie den Pinsel mit Produkt in die Hand nehmen und versuchen eine Smileline zu modellie-ren, ist es wichtig, dass Sie die Unterschiede kennen und Ihr Auge trainiert haben. Achten Sie beim nächsten Einkaufsbummel darauf, ob es Flatlines sind, die Sie sehen oder doch eher Smilelines. Wenn auch Ihre eigenen Nägel dem ähneln, was im Bild Nummer 6 dargestellt ist, dann werden Sie auch sehr viel häufiger auf die Modellage, die Sie tra-gen, angesprochen.
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Smileline – Aufbau
Die Smileline ist eine der wichtigsten Komponenten für das opti-sche Erscheinungsbild einer Modellage. Während der Modellage am Tisch oder während der Meisterschaft verwendet der Profi auf die Modellage der Smileline die meiste Zeit. Hier zeigen wir Ihnen, wie eine dramatische (hochgezogene) Smileline modelliert wird.
Das Aussehen des Nagels bei der French Modellage ist maß-geblich von der Smileline abhängig. Zu häufig sind die Smilelines, die von Nail Designern modelliert werden, nicht wie die Bedeu-tung des Wortes verlangt ein „Lächeln“ sondern eher eine Flatline (in der medizinischen Fachsprache für einen Patienten, bei dem kein Herzschlag mehr festzustellen ist). Nur eine Modellage mit einem wirklich schönen Lächeln wird auch auf dem Sieger-treppchen platziert bzw. gefällt auch der Kundin im Studio.
Anleitung
Natürlich sind die Grundarbeitsschritte zur Vorbereitung der Nagel-platte zu arbeiten. Hierbei kürzt man den Naturnagel so weit zurück, dass (beinahe) keine natürlich freie Nagelkante mehr zu sehen ist. Dies ist wichtig, weil die Nagelkante als Führung für die Modellage der Smileline dient. Gerade bei einer Meisterschaft würde eine natürliche, freie Nagelkante das Aussehen des Nagels verändern und unter Umständen dem Kunden nicht gefallen. Auch beim Ansetzen der Schablone werden entscheidende Vor-aussetzungen für eine perfekte Modellage geschaffen. Die Scha-blone sollte möglichst bündig mit der Naturnagelplatte abschlie-ßen, damit das Modellageprodukt nicht unter den Nagel läuft und dort unschöne Materialreste aushärten. Nun wird die Schablone mit einem leicht abfallenden Winkel zur Seitenlinie angesetzt. Die Flügel werden exakt aufeinander geklebt, um eine ebenmäßige und gleichschenklige Wölbung für die freie Nagelspitze zu ermög-lichen (Bild 1). Nun wird ein Produktbällchen aufgenommen. Von der Konsistenz her ist es relativ flüssig und verläuft nach dem Absetzen auf der Schablone (Bild 2). Mit etwas Geschick führt man das weiße Produkt an die rechte Ecke der Smileline. Ständig wer-den die Seitenlinien und die Länge der freien Nagelkante kon-trolliert. Schieben Sie nun das Produkt an die hierfür vorgesehenen Linien (Bild 3). Nachdem das Produkt etwas „angezogen“ hat, beginnt man mit dem sauberen Pinsel die Smileline nachzuziehen (Bild 4). Wiederholt wird das Produkt festgedrückt und der Bogen bis zum tiefsten Punkt vergrößert (Bild 5). Betrachtet man im Bild den Naturnagel, ist offensichtlich, dass das Produkt bis zum Ende der Naturnagelplatte geschoben wurde (Bild 6). Die rechte Seite der Smileline sitzt nun schon bedeutend höher am Nagelfalz als die linke. Mit einem kleinen Produktbällchen, das an die linke Ecke der Smileline angesetzt wird, ist das Niveau der Smileline ausgeglichen (Bilder 7 und 8). Mit gesäubertem Pinsel wird das Modellageprodukt zur Smileline geschoben (Bild 9). Gekonnt wird die Smileline immer wieder nachgezogen, bis eine Parabel beschrieben wird (Bild 10).
Geometrie
Die Form einer Smileline kann am genauesten mit einer Parabel verglichen werden. Man erhält eine einfache Parabel, die Nor-malparabel, als Graph der quadratischen Funktion f(x) = x². Wie alle Parabeln ist sie achsensymmetrisch, hat einen Schei-telpunkt S und einen Brennpunkt F1.
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Bei der Nagelmodellage ist aber zu beachten, dass der Anblick der Smileline nicht nur durch die hier abgebildete geometrische Figur (zweidimensional) beeinflusst wird, sondern die Wölbung der Nagelplatte auch in einer dritten Dimension wahrgenom-men wird. Darüber hinaus ist die Breite der Nagelplatte eine wei-tere Variable, die das Aussehen beeinflusst und mit den mathe-matischen Variationen der Parabelschar zu vergleichen ist. Man erhält alle Formen der Parabel, wenn in der Funktionsgleichung f(x)=ax² die Variable a alle positiven reellen Zahlen durchläuft. In der hier abgebildeten Parabelschar sind stellvertretend fünf Zah-len dargestellt1.
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Auch wenn diese Vergleiche für die meisten von uns im wahrsten Sinne des Wortes „Höhere Mathematik“ darstellen, ist vielleicht hierin der Grund zu suchen, warum viele der Topdesigner in der Nagelindustrie Männer sind. Die Wissenschaft bestätigt, dass Män-ner eher eine räumliche Wahrnehmung haben, wohingegen Frauen diese Wahrnehmung trainieren müssen. Die Modellage einer exakt konstruierten Smileline ist eine der schwierigsten Auf-gaben bei der Nagelmodellage.
1 Jürgen Köller, www.mathematische-basteleien.de
Pinchen
Die Technik des Pinchens ist nicht neu. Schon in den Acht-zigerjahren hat Tammy Taylor mit Stäbchen schöne Wöl-bungen in der Pulver-Flüssigkeits-Modellage gezeigt. Heute sehen wir immer mehr Nail Designer, die Sets von Sticks und Klemmen oder Pinzetten verwenden, um die Modellage zu pinchen. Gerade bei Meisterschaften kann man diese Arbeitsweise eigentlich schon regelmäßig beobachten. Doch auch im Studio hat das Pinchen in der Zwischenzeit einen hohen Stellenwert erlangt. Aufgrund der richtigen Statik der Verlängerung kann das Material sehr viel dünner und graziler gearbeitet werden. Da durch das Ansetzen der Schablone bzw. die Verwendung eines Tips nicht die optimale Verlängerung und Wölbung erreicht werden kann, ist das Pinchen der Modellage unabdingbar. Das Pinchen hat eine Anzahl von Vorteilen. Der wichtigste ist, dass das Pinchen die Nagelverlängerung haltbarer macht. Eine Struktur mit einem Bogen oder Arch ist stärker oder beständiger als eine Form, die flach und gerade ist. Archi-tekten setzen dieses Prinzip beim Bau von Brücken ein. Durch das Pinchen wird dem modellierten Nagel Struktur und Statik gegeben. Ein weiterer Vorteil ist, dass kaum ein Aufbau modelliert werden muss, um der Modellage Stär-ke und Haltbarkeit zu verleihen. Die meisten Kunden möchten eher flache Nägel haben. Gepinchte Nägel können trotz eines nur flachen und dünnen Materialauf-trags die Vorteile einer ausgeprägten Wölbung haben. Die Kundin hat den Eindruck, dass die Nägel trotz des Pin-chens ganz flach sind. Pinchen ist auch hilfreich, um die Seitenlinien des modellierten Nagels parallel zu arbeiten. Der einzige Nachteil ist, dass das Pinchen einen zusätzli-chen Arbeitsaufwand bedeutet und mehr Zeit als bei einer herkömmlichen Modellage benötigt wird.
Optik
Durch das Pinchen wird eine Illusion bzw. optische Täu-schung kreiert. Die Nageloberfläche ist größer als sie wahr-genommen wird. Selbst bei einer Modellage von breiten Naturnägeln, wenn die freie Nagelspitze „schaufelig” erscheint, kann dies durch Befeilen der Seitenlinien optisch korrigiert werden (Bild 5). Dies bedeutet aber meist auch eine Beeinträchtigung der Haltbarkeit. Das Produkt verläuft konisch zur freien Nagelspitze hin. Beachten Sie aber, falls Sie die Modellage pinchen möchten, dies schon bei der Model-lage der Smileline zu berücksichtigen (Bild 6). Da optisch nur ein Teil der Smileline von oben wahrgenom-men wird, muss diese stärker gebogen modelliert wer-den. Gepinchte Nägel werden anders modelliert, als wenn die Wölbung mit Produkt aufgebaut wird. Sie sollten den Nagel schon „sehen“, sich also vorstellen können, noch bevor Sie mit der Modellage beginnen.
Arbeitsweise
Noch vor dem Produktauftrag wird die Größe des Pinch-sticks gewählt. Die passende Größe kann an der Kontur des Nagelfalzes gemessen werden. Gerade zu Beginn
sollten Sie immer eine halbe Größe kleiner wählen, als das eigentliche Nagelbett aufweist. Nun wird mit weißem und pinkfarbenem Pulver der Nagel modelliert. Man verwen-det ein schnell trocknendes Produkt und arbeitet die Modellage eher trocken. Dann können Sie direkt nach der Modellage mit dem Pinchen beginnen, ohne dass die Klemme oder Pinzette am Material haften bleibt. Die Modellage ist gerade über dem Nagelbett sehr dünn und flach zu arbeiten. Die Smileline sollte ein „echtes Lächeln“ darstellen. Die beiden Winkel der Smileline sind ausge-prägt nach oben zu ziehen. Das Material ist genug aus-gehärtet, wenn beim Klopfen mit dem Pinchstick auf den Nagel ein helles Klicken ertönt. Legen Sie nun den Pinch-stick unter der freien Nagelspitze an (Bild 1). Mit beiden Daumen wird jetzt an der Oberseite der freien Nagelspit-ze gleichmäßig zusammengedrückt (Bild 2). Heben Sie den Finger mit dem Pinchstick an, um in den Tunnel zu blik-ken. Dabei wird der Pinchstick leicht gedreht. Nun sollte, um die Seitenlinien der Modellage parallel zu formen, eine Pinchpinzette verwendet werden (Bild 3). Das Werk-zeug wird exakt parallel angesetzt (Bild 4). Überprüfen Sie den Sitz der Pinzette mit dem Blick in den Tunnel. Die Pin-zette sollte nur vorsichtig gedrückt werden, da dies der Kundin u. U. Schmerzen bereiten kann. Zu viel Druck beim Pinchen kann Onycholyse am Nagel hervorrufen. Der Druck beim Pinchen sollte nach unten verlaufen und nicht die Modellage „aufpinchen“.
Pinchen von Gelnägeln
Auch Gelnägel können gepincht werden, wenn die Modellage mit Schablonen und einem sehr festen Auf-baugel gearbeitet wurde. Doch das Pinchen von Gelnä-geln ist um einiges aufwendiger als bei der Pulver-Flüssig-keits-Modellage. Das Gel muss vor dem Pinchen im Lichthärtungsgerät ca. 15 Sekunden „gefroren“ werden.
Pinchen Sie den Nagel in die gewünschte Form (Bild 7) und härten Sie das Gel dann komplett aus (Bild 8). Beim Pin-chen von Gelnägeln ist es wichtig, dass Sie die Modellage ein wenig „überpinchen“ sollten, da das Gel beim Aus-härten wieder etwas „aufgeht“. Um dies zu verhindern, können Sie auch mit einer Klemme arbeiten, die wäh-rend der Aushärtungszeit im Lichthärtungsgerät am Finger bleibt.
Wölbung in Prozent
Um die Wölbung, die in der Fachsprache auch als C-Kurve bezeichnet wird, eindeutiger zu beschreiben, bei-spielsweise bei der Ausschreibung einer Meisterschaft, wird die Wölbung mit Prozentzahlen versehen Diese Defi-nition bezieht sich auf die Prozentzahl im Schnitt eines Krei-ses wie im Bild 9 dargestellt. Die Hälfte des Kreises würde man demnach als 50%-C-Kurve bezeichnen. Bei interna-tionalen Meisterschaften werden C-Kurven zum Beispiel mit einer 30 bis 50%-Wölbung gefordert.
Für den Studioalltag erhöht das Pinchen der C-Kurve die Haltbarkeit der Modellage, doch wird von den Kunden in der Regel nur eine ca. 30%-Wölbung gewünscht.
Fazit
Pinchen ist eine Technik, die nur von geübten Nail Desi-gnern gearbeitet werden sollte. Üben Sie zuerst an sich selbst, damit Sie wissen, was Ihre Kundin verspürt, wenn Sie von Ihnen gepincht wird. Haben Sie die Technik des Pin-chens einmal perfektioniert, werden Ihre Kunden begei-stert sein und nie mehr zu einer Kollegin wechseln, die dies nicht beherrscht.
30%-Wölbung 40%-Wölbung 50%-Wölbung
C-Kurve
Auch wenn die Begriffe, mit denen wir als Nail Designer die einzelnen Punkte und Teile des Nagels bezeichnen, nicht einheitlich angewandt werden, ist der Begriff C-Kurve den meisten Profis bekannt. Als C-Kurve bezeich-nen wir den Bogen des Nagels, den wir zu sehen bekom-men, wenn wir den Nagel mit dem Blick in den Tunnel betrachten. Wenn Sie den Daumen der linken Hand auf sich selbst richten, sieht der Nagel aus diesem Blick-winkel wie ein C aus. Aus diesem Grund spricht man von C-Kurve. Manchmal wird in Deutschland auch die Seitenansicht des Nagels als C-Kurve bezeichnet. Laut internationalen Reglements ist dies aber nicht richtig. Diese Seitenansicht bezeichnet man als den Arch bzw. die Ansicht des Stresspunktes. Bei der Modellage muss auf einiges geachtet werden. Abhängig davon, mit welchem Material gearbeitet wird, muss auf die Konsis-tenz des Materials, die Form der Verlängerung und natür-lich auch die Länge und Statik geachtet werden. Die C-Kurve ist Teil des statischen Aufbaus einer Verlängerung und trägt zur besseren Haltbarkeit und Trageeigenschaft der Modellage bei. Bei der Erstellung der C-Kurve sollten aber einige Punkte beachtet werden. In Europa werden perfekte Modellagen etwas anders gearbeitet als bei-spielsweise in Amerika. Gerade bei der C-Kurve sieht man deutliche Unterschiede. In den USA wird die C-Kurve viel ausgeprägter als beispielsweise in Europa erstellt.
Flexibilität
In den USA wird die C-Kurve mit einem 45 – 50%-Radius gearbeitet. Einen dünnen Nagel zu arbeiten, erscheint sehr leicht und einfach. Aber um die C-Kurve gleich-mäßig zu modellieren, bedarf es sehr vieler Übung. Das Produkt muss sehr dünn aufgetragen werden und darf nicht stärker als die Kante einer Visitenkarte sein. Um den Unterschied zu zeigen, nimmt man eine Visitenkar-te und klopft mit der Kante auf den Tisch. Natürlich gibt diese beim ersten Stoß sofort nach und verbiegt sich. Danach formt man mit der Visitenkarte einen Tunnel, der eine Wölbung von 50° aufweist. Beim erneuten Klop-fen auf die Tischplatte knickt die Karte nicht ein und dem Betrachter wird klar, wie viel stärker die Karte durch die Wölbung wird. Beim Nagel ist es ganz genauso. Durch die dünn modellierte C-Kurve behält der Nagel Flexibilität und ist dadurch sehr viel haltbarer. Doch man sollte schon beim Produktauftrag darauf achten, die C-Kurve mit nur wenig Produkt zu modellieren. Wurde zu viel Produkt aufgetragen, muss die C-Kurve dünn gefeilt werden und dies kostet nicht nur Zeit sondern führt bei der Bewertung in einer Meisterschaft vor allen Dingen zu Punktabzug. Mit der Feile werden die Smileline, die C-Kurve sowie der Upper Arch meist ruiniert.
Korrekturen ..
Gerade während der Teilnahme an einer Meisterschaft passieren Fehler, die beim Üben und Trainieren nicht auf-tauchen. Beispielsweise kann die Haarlinie der C-Kurve an der einen Seitenlinie dicker als an der sein. Wenn dies passiert, muss die dickere Seite mit der Feile dünner gefeilt und an die andere Seite angeglichen werden. Meist wird dies durch das Nachsetzen eines weiteren Bällchens erreicht. Wenn dann die Modellage in Form gepincht wird, entstehen unterschiedlichste Wölbungen und der Grad des Tunnels ist von Nagel zu Nagel nicht mehr kon-sistent. Auch wenn man das Nachsetzen von mehr Pro-dukt mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann, prüfen Juroren den Produktauftrag gerne mit einem kleinen Laserlicht, das unter die freie Nagelspitze gehalten wird und den ungleichmäßigen Auftrag zeigt. Es ist immer bes-ser, gleich bei der Modellage des Produkts auf Genauig-keit zu achten. Wenn Fehler auftreten, kann dies am fer-tigen Nagel immer nachgewiesen werden.
Arbeitsweise
Neben dem Produktauftrag ist das Pinchen eine Metho-de, um die C-Kurve zu arbeiten. Hierbei wird nach dem Anhärten des Produkts ein Pinchstick unter die freie Nagelspitze gelegt und das Produkt angedrückt (Bild 1). Gegebenenfalls wird mit den Fingern, die entlang der Seiten des Nagels angelegt werden, etwas Druck aus-geübt und die Modellage in Form gepincht (Bild 2). Für europäische Kunden bzw. Meisterschaften wird häufig eine C-Kurve von 30 – 40 % bevorzugt. Bild 3 zeigt einen so gearbeiteten Nagel. Schon beim Produktauftrag soll-te berücksichtigt werden, dass durch das Anheben der Seitenlinien auch der Grad der Wölbung der C-Kurve beeinflusst wird (Bild 4). Beim professionell gearbeiteten Nagel liegen die Seitenlinien auf einer Ebene und der Tunnel ist gleichmäßig gewölbt (Bild 5). Trotz dünnem Produktauftrag ist diese Modellage nicht nur optisch schön (Bild 6), sondern vor allen Dingen auch sehr halt-bar.
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Feilen
„Ein guter Nail Designer modelliert mit dem Pinsel – nicht mit der Feile“, so der Rat von Experten. Doch selbst bei der perfekt erstellten Modellage ist es unerlässlich, den Fein-schliff mit der Feile zu arbeiten. Um die richtige Vorge-hensweise bei der Formbefeilung zu erreichen, haben wir hier die grundlegenden Arbeitsschritte zusammengefasst.
Welche Feile? Welche Form? Welche Körnung zu wel-chem Arbeitsschritt? Die Antworten hierauf sind so vielfäl-tig wie die Ausbilder, die für die Hersteller und Vertriebsfir-men arbeiten. Auch wenn man bestimmte Regeln und Empfehlungen zusammenstellt, bleibt es doch der Ent-scheidung des Nail Designers überlassen, welche Feile in welcher Form er zu den einzelnen Arbeitsschritten ver-wendet. Beim dem hier gezeigten Bespiel werden für die Befeilung der Modellage Zebrafeilen mit 180er- und 240er-Körnung verwendet. Diese Feilen sind trapezförmig mit einem flexiblen Kern. Die Bufferfeilen, die zur Glättung der Feilspuren verwendet werden, sind mit einer angeätzten Oberfläche versehen und unterliegen (beinahe) keinem Abrieb. Diese Buffer sind in den Körnungen 180, 240 und 320 erhältlich. Sie ermöglichen die Glättung der Produkt-oberfläche, ohne die Form der Modellage zu beein-trächtigen. Für die Perfektionierung der Form wird eine Profifeile mit einem Holzkern benutzt. Der sehr dünne Kern der Feile ermöglicht eine exakte Perfektionierung der Form und gibt der Modellage den letzten Schliff. Zum Aufpolie-ren wird eine zweiseitige Polierfeile verwendet. Sie ver-leiht der Oberfläche ein Highgloss Finish.
Einzelschritte
Nachdem der Produktauftrag abgeschlossen wurde und der Nagel seine Form durch das Pinchen erhalten hat, wird mit der Feilarbeit begonnen. Man nimmt eine Zebra-feile mit 180er-Körnung auf und beginnt mit der Befeilung der Seiten des Nagels. Mit ganz exakten Feilstrichen wer-den die Seiten der Modellage in Form gebracht (Bild 1). Nun setzt man die Feile unter der Seitenlinie an und führt die Feile gerade aus dem Nagelfalz heraus (Bilder 2 und 3). Hierbei werden die meisten Fehler gemacht. Zu oft werden die Seitenlinien herausgefeilt, also zu weit angehoben. Man sollte die Feile niemals waagerecht unter die freie Nagelspitze ansetzen und gleichzeitig beide Seitenlinien befeilen. Hierbei entsteht meist eine Stufe, die beim Her-auswachsen des Nagels nicht nur unschön aussieht, son-dern vor allen Dingen die Haltbarkeit der Modellage beeinträchtigt. Nun befeilt man die Oberfläche des Pro-dukts. Zuerst wird das Produkt entlang des Nagelfalzes geglättet (Bild 4) und danach wird die Wölbung des Nagels geglättet (Bild 5). Da die freie Nagelspitze sehr dünn ausgeführt wurde, sollte man bei diesem Schritt ganz besonders vorsichtig arbeiten. Der Mittelfinger bzw. Ringfinger wird unter die freie Nagelspitze gesetzt, bevor
das Produkt mit der Feile glättet wird (Bild 6). Nachdem die grobe Feilarbeit abgeschlossen ist, greift man zu einer fei-neren Feile und glättet zuerst die Konturen des Nagels (Bild 7). Dabei dreht man den Nagel immer wieder in ver-schiedene Richtungen, um die Form exakt zu befeilen (Bild 8). Wenn man mit der Form zufrieden ist, kann man mit der Bufferfeile die Feilspuren aus der Oberfläche des Nagels herausarbeiten (Bild 9). Die Bufferfeilen haben unterschiedliche Körnungen. Man sollte sich die Zeit neh-men, die Kratzer, die durch die Formbefeilung in der Ober-fläche entstanden sind, komplett zu entfernen. Erst danach kann der Nagel bis zum perfekten Hochglanz aufpoliert werden. Vor dem Aufpolieren greift man nun zur Feile mit Holzkern und perfektioniert die Seiten und Formlinien des Nagels (Bild 10). Manche Nail Designer verwenden hierfür eine Metallfeile aus dem Necessaire. Doch die Feile mit Holzkern hat einen Abrieb in beide Richtungen und erleich-tert diesen Arbeitsschritt. Zum Abschluss wird der Nagel mit der zweiseitigen Polierfeile auf Hochglanz gebracht.
Feilen – Preise und Qualität
Da man für jeden Kunden bei jedem Termin eine neue Feile verwendet, kaufen manche Nail Designer oft nur die billigsten. Doch die Meinungen über die Vorgehens-weise bezüglich Feilen differieren. Manch ein Kollege bewahrt die Feilen für den jeweiligen Kunden auf und leistet sich hierfür Feilen, die qualitativ besser sind und für einige Termine verwendet werden können. Leider gibt es noch immer Nail Designer, die für jede Kundin gebrauch-te Feilen verwenden. Man kann dies auch auf Messen beobachten, obwohl gerade hier die hygienische Arbeits-weise im Vordergrund stehen sollte. Obwohl auf einer Messe die hygienische Ausstattung eines Studios ja nicht zur Gänze zur Verfügung steht, ist es ganz besonders wich-tig, die Notwenigkeit des hygienisch einwandfreien Arbei-tens durch diese Maßnahme zu unterstreichen.
Generell kann man sagen: Je besser die Qualität der Fei-len, desto länger kann man damit im Studio arbeiten. Für bessere Qualität ist natürlich auch ein höherer Preis zu veranschlagen. Doch auch die beste Qualität stellt keine Garantie für eine exakte Formbefeilung dar – das Können des Nail Designers macht den sichtbaren Unterschied!
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Kunst und Können
Zu oft sieht man, dass selbst die beste Modellagearbeit durch die Formbefeilung regelrecht zerstört wird. Akribisch wird das Produkt aufgetragen und die Modellage erstellt. Doch kaum ist das Produkt angehärtet und die Schablo-ne entfernt, wird die Feile zur Hand genommen, um den letzten Schliff zu geben. Doch allzu oft wird die Statik des kunstvoll modellierten Nagels dabei geschwächt oder sogar zerstört.
Stefanie LoRe ist eine der Nail Designerinnen, die in Europa die Formbefeilung perfektioniert hat. Bei Fotoshoots ihrer Arbeiten konnten wir immer wieder diese perfekte Feil-technik beobachten. Hier geben wir ihnen eine Zusam-menfassung der einzelnen Feilschritte, die ein perfektes Finish garantieren.
Bild 1
Die Formbefeilung beginnt immer bei den Seitenlinien der Modellage. Hierbei wird die Feile parallel zur Seitenlinie angesetzt und diese so weit angehoben, bis sie in einer geraden Linie aus dem Nagelfalz herausläuft.
Bild 2
Den Finger so weit drehen, dass die Seitenlinie direkt im Blickfeld liegt. Damit wird verhindert, dass man die Linie zu weit anhebt und damit die Haltbarkeit der Modellage aufs Spiel setzt.
Bilder 3 und 4
Nun die Seiten der Modellage befeilen. Hierbei wird die Feile so gehalten, dass der Nail Designer auf die Kante der Feile sieht. Vorsicht, nicht zu viel Produkt abneh-men! Das würde eine Kante im Arch bilden bzw. späte-re Brüche verursachen!
Bild 5
Formlinien bestimmen die Form der Modellage. Die vor-dere Kante wird immer im gleichen Winkel zu den Seiten-linien gesetzt. Damit wird die Form an jedem Finger immer gleich.
Bild 6
Danach wird die Oberfläche des Nagels befeilt. Beginnen Sie am Nagelfalz direkt vor der Matrix und nehmen Sie genügend Produkt ab, damit der Übergang zum Natur-nagel nicht mehr zu sehen ist.
Bild 7
Nun wird das Produkt über der freien Nagelspitze aus-gedünnt. Hierzu die Feile beinahe parallel zum Arch hal-ten und ohne Druck etwas Produkt abnehmen. Mit einem Blick in den Tunnel wird überprüft, ob die Hairline
durchgehend gleichmäßig ist und die gesamte C-Kurve zu einer perfekten Spitze zuläuft. Es darf keine Kante zu sehen sein.
Bild 8
Im Anschluss daran werden die Ränder zum Nagelfalz bearbeitet. Immer mit dem Feilstrich vom Nagelfalz zum Arch hin arbeiten. Dies verhindert, dass der Stresspunkt zu flach gefeilt wird und dass flache Stellen in der Rundung des Produkts abgetragen werden.
Bild 9
Erst zu diesem Zeitpunkt wird auch der Stresspunkt befeilt. Überprüfen Sie Ihre Feiltechnik, denn bis jetzt sollte der Stresspunkt noch immer unbearbeitet sein.
Bild 10
Zum Schluss wird die Modellage aus fünf Blickwinkeln betrachtet und beurteilt. Diese fünf Blickwinkel sind wie folgt: Von den Seiten, der Blick in den Tunnel, von oben auf die Totalansicht und aus dem Blickwinkel des Kunden. Wenn alle Feilschritte so durchgeführt werden, sind die Form und die Länge der Modellage perfekt.
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Laterale Struktur – Seitenlinien
Bei einer perfekten French Modellage sind viele Fak-toren zu beachten. Geht man von einer Bewertung bei einer Meisterschaft aus, zählt der Gesamtein-druck der Modellage bei der Punktwertung genauso viel wie die schön gezogene Smileline. Doch genau dieser Punkt, der Gesamteindruck der Modellage, ist von einigen Faktoren bei der eigentlichen Arbeit abhängig, beispielsweise der C-Kurve, der exakten Platzierung des Stresspunkts und den parallel verlau-fenden Seitenlinien. Eine herausragende Modella-gearbeit zeichnet sich durch scharfe, gerade und gleichmäßige Abgrenzungen aus. Nicht nur in Bezug auf die Smileline und die C-Kurve, sondern auch die Seitenlinien des Nagels gewinnen hierbei besonders an Bedeutung. Diese Seitenlinien werden von den Profis auch als laterale Struktur bezeichnet.
Laterale Struktur
Spricht man von der lateralen Struktur, wird voraus-gesetzt, dass die Seitenlinien der Modellage, die eine Verlängerung des Nagelfalzes darstellen, gleichmä-ßig und waagerecht verlaufen. Während in den USA für eine perfekte Meisterschaftsmodellage horizontale Seitenlinien vorausgesetzt werden, sind in Europa auch leicht abfallende Seitenlinien zu sehen. Doch ein Punkt ist bei beiden Varianten gleich – die Sei-tenlinien verlaufen völlig parallel zueinander und bil-den somit einen gleichschenkligen Tunnel. Um die laterale Struktur der Modellage zu überprüfen, muss der Nail Designer die Modellage von allen Seiten begutachten. Vor allen Dingen sollte er die Model-lage auch aus der Sicht des Kunden ansehen. Hierbei fallen am allerschnellsten etwaige Flachpunkte des Tunnels und eine Ungleichmäßigkeit der lateralen Struktur auf. Diese Punkte gleichmäßig an allen zehn Fingern zu modellieren, ist die größte Herausforde-rung. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Stuhl im rechten Winkel zum Arbeitstisch stellen und dass Sie nicht schräg vor Ihrem Modell sitzen. Schon beim Üben am Arbeitstisch sollten Sie darauf achten, beim Modellieren und Feilen immer gerade zu sitzen. Hier-durch können viele kleine Fehler, die später zum Punktabzug führen, vermieden werden.
Zerstören
Die meisten Fehler werden beim Befeilen der latera-len Struktur gemacht. Wird von der Seitenlinie zu viel Produkt abgefeilt, werden die Form des Nagels und die laterale Struktur zerstört. Im Bild 1 ist deutlich zu erkennen, dass eine Seitenlinie höher ist als die gegenüberliegende. Um dies zu verdeutlichen, wurde im Bild 2 die Seitenlinie durch eine einge-zeichnete Linie gekennzeichnet. Im Bild 3 wurde die dahinter liegende Seitenlinie nochmals markiert. Die-ser Fehler kann nicht mehr ausgebessert werden.
Wird hier Produkt nachgesetzt, ist dies nach der Fertig-stellung der Modellage immer sichtbar. Vor allen Dingen bei einem Wettkampf wird die Jury das Nachsetzen von Produkt sofort bemerken. Aber auch der Kunde in Ihrem Studio sieht, dass etwas an der Form des Nagels nicht in Ordnung ist. Auch wenn er vielleicht nicht bestimmen kann, wo der Fehler zu suchen ist, bemerkt er dennoch, dass die Modellage nicht vollkommen ist. Im Bild auf Seite 110 sieht man, wie eine perfekte Modellage aus-sehen sollte – gerade und parallele Linien an allen Fin-gern.
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Asportation
Modellageerhaltendes Abtragen – „Man sollte mit dem Pinsel modellieren – nicht mit der Feile!“, so der Rat von Experten, wenn es zum Produktauftrag kommt. Was bedeutet dies? Der Nail Designer sollte nur so viel Produkt auftragen, wie benötigt wird, um die Verlänge-rung zu stabilisieren. Das Feilen ist nur zur Perfektionierung der Form vorgesehen. Dieser Rat ist bei der Neumodella-ge wie auch bei der Rebalancierung zu beherzigen.
Doch bevor man Produkt auftragen kann, muss bereits der Untergrund bzw. die Basis entsprechend vorbereitet wer-den. Gerade bei der Rebalancierung bzw. beim Auffüllen sind die Vorbereitung und das Abtragen des alten Model-lageprodukts sehr zeitaufwendig. Wir haben hier eine detaillierte Anleitung für das exakte Abtragen, also die Asportation (engl. = entfernen) von Modellageprodukt bei der Rebalancierung zusammengestellt.
Rebalancierung – Auffüllen
Es ist noch nicht so lange her, da sprach die Fachfrau immer dann von „Auffüllen“, wenn es um den Kunden-dienst ging, der ca. drei bis vier Wochen nach der Neu-modellage ansteht. Der Begriff Auffüllen beschreibt den Arbeitsgang, der zu diesem Zeitpunkt absolviert wird, nicht zutreffend genug.
Auffüllen würde bedeuten, dass einfach mehr Produkt aufgetragen bzw. die Lücke, die zwischen Produkt und Nagelfalz entstanden ist, abgedeckt und an das schon vorhandene Produkt angepasst wird. Doch dies ist eigent-lich nicht das, was bei diesen Terminen in Wirklichkeit gear-beitet wird. Vielmehr wird zuerst ein Teil des alten Produkts abgetragen, um Platz für den neuen Produktauftrag zu schaffen. Asportation – das gezielte Abtragen von Produkt, ohne die Form der Modellage zu beeinträchtigen – ist der Fachausdruck, den wir hierfür geprägt haben.
Fachbegriff
Asportation ist abgeleitet aus dem lateinischen Wort aspor-tare und bedeutet abtragen oder wegnehmen. Das gezielte Abtragen von Modellageprodukt vor der Reba-lancierung spart nicht nur Arbeitszeit, sondern ermöglicht auch das Modellieren der Verlängerung mit dem Pinsel. Denn nur wer einen gut vorbereiteten und ebenen Unter-grund geschaffen hat, kann auch eine gute und ebene Modellagearbeit liefern.
Anleitung
Wenn die Kundin nach etwa drei bis vier Wochen nach der Neumodellage wieder ins Studio kommt, sehen die Nägel so aus, wie wir es hier in Bild 1 zeigen. Das Produkt ist etwa 2 – 3 mm herausgewachsen und man erkennt deut-lich den Abstand zwischen Naturnagel und Nagelfalz. Mit
der elektrischen Feile wird zuerst ein Großteil des Materials abgenommen (Bild 2). Achten Sie hierbei aber darauf, dass der Bit ohne Druck über das Modellageprodukt läuft und keine Rillen oder Dellen eingefeilt werden. Gezielt werden an jedem Nagel die jeweils erforderlichen Men-gen an Produkt entfernt. Stellen Sie sicher, dass der Nach-wuchs und der Naturnagel hierbei nicht mit dem Hart-metallfräser berührt werden (Bild 3). Den nächsten Arbeitsschritt arbeiten die Profis unterschiedlich. Im hier gezeigten Beispiel nimmt man das Produkt über der freien Nagelspitze manuell mit einer Handfeile ab (Bild 4). Ande-re Kollegen hingegen verwenden hierfür einen kegelför-migen Hartmetallbit und schneiden die neue Smileline in das alte Modellageprodukt. Mit einem Saphirbit wird nun der Nachwuchs des Naturnagels von abgelagerten Haut-schüppchen befreit (Bild 5). Achtung: Gerade wenn man beim Umgang mit der elektrischen Feile nicht ganz so ver-siert ist, sollte dieser Arbeitsgang mit größter Vorsicht vor-genommen werden. Zu leicht werden genau an dieser Stelle die berüchtigten „Rings of Fire“ (engl. = Feuerringe) in die Nagelplatte eingefeilt. Hierbei würde der Bit eine Kerbe in den Naturnagel feilen, die exakt am Rand des alten Modellageprodukts entlangliefe. Diese Kerbe erscheint danach dunkler, da der Naturnagel an dieser Stelle Stärke verloren hat. Neben dem unschönen Erschei-nungsbild ist hier zusätzlich eine Sollbruchstelle in der Modellage entstanden. Achten Sie ganz gezielt darauf, dass der Bit flach auf dem Naturnagel läuft und Sie ohne Druck arbeiten, um die Hautschüppchen der Nagelhaut zu entfernen (Bild 6). Die Seitenlinien der Modellage wer-den nun mit der Handfeile (180er-Körnung) egalisiert (Bild 7). Wenn man beginnt, das Produkt abzutragen, wer-den etwaige Liftings an den Seitenrändern sichtbar. Das Material, das keine Anbindung mehr an den Naturnagel hat, muss vor dem Auftrag von neuem Produkt unbe-dingt entfernt werden. Gerade entlang des Nagelfalzes bevorzuge ich die Verwendung einer Handfeile. Die elek-trische Feile würde zu leicht abrutschen und es könnten Verletzungen verursacht werden. In diesem Arbeitsgang nimmt man auch noch ein wenig des gealterten Produkts über der Nagelplatte ab (Bild 8). Zu oft trifft man auf Modellagen, bei denen man mehrere Schichten alten Materials über der Nagelplatte sieht. Ein rebalancierter Nagel sollte sich im Aussehen nicht von einem neu model-lierten Nagel unterscheiden.
Stellenwert
Beobachten Sie einmal ihre eigenen Arbeitsschritte bei der Vorbereitung einer Rebalancierung und vergleichen Sie diese mit den hier gezeigten Bildern. Sie werden sehen, dass auch dieser Arbeitsgang mit ein wenig Übung sehr viel schneller und effizienter erledigt werden kann.
Rebalancierung
Herkömmlich gebrauchen deutschsprachige Nail Desi-gner den Begriff Auffüllen (der Modellage). Dies beschreibt jedoch nicht den wirklichen Arbeitsvorgang, der hierbei im Nagelstudio absolviert wird. Eine Reba-lancierung, also die Verlagerung des Stresspunkts an die richtige Stelle über dem Naturnagel ist der Service, der hierbei eigentlich durchgeführt wird.
Begriffsklärung
Rebalancierung beschreibt den wichtigsten Teil dieser Arbeit. Beim Erstellen einer Modellage wird der Nagel in einem Bogen modelliert. Die höchste Stelle der Model-lage (von der Seite betrachtet) bildet hierbei den Stress-punkt. Wächst der Naturnagel heraus, transportiert die-ser auch das Modellageprodukt nach vorne, also zur freien Nagelspitze hin. Der akribisch ausgearbeitete Stresspunkt verlagert sich mit dem Produkt. Abhängig von der Länge des Nagelbetts und der Verlängerung verliert die Modellage hierdurch an Stabilität. Würde keine Rebalancierung gearbeitet und kein neues Model-lageprodukt nachgefüllt werden, würde die Verlänge-rung über kurz oder lang kopflastig und Brüche wären an der Tagesordnung.
Zeitspanne
Schon bei der Neumodellage sollte man die Kundin darauf hinweisen, dass in ca. 3 bis 4 Wochen ein Termin zur Rebalancierung vereinbart werden sollte. Das Tragen von künstlichen Fingernägeln bedeutet regelmäßige Besuche im Nagelstudio. Obwohl die Kundin die Model-lage zu Hause mit einer Feile kürzen kann, hat sie aber nicht die Möglichkeit, den Stresspunkt zu rebalancie-ren. Hierzu benötigt sie Modellageprodukt und techni-sches Wissen. Es gibt zwar einige Kundinnen, die u. U. auch fünf oder sechs Wochen Zeit verstreichen lassen, bevor sie zur Rebalancierung ins Studio kommen. Doch diese Kundinnen haben über eine lange Zeit gelernt, die Modellage fachgerecht zu kürzen und das Model-lageprodukt etwas auszudünnen. Natürlich gibt es auch Kundinnen, die einen langsamen Nagelwuchs haben und die Zeitspannen zwischen den Terminen aus diesem Grund etwas länger halten können. Dies sind meist älte-re Kundinnen, die eher nur Naturnagelüberzüge tragen. Doch in der Regel kommen die Kundinnen alle drei bis vier Wochen zur Rebalancierung ins Studio.
Details des Produktauftrags
Nachdem das gealterte Produkt fachgerecht vom Nagel asportiert wurde, ist er für die Rebalancierung vorbereitet (Bild 1). Die Kundin, die für diese Anleitung als Modell diente, besitzt einen relativ langen Naturnagel und man braucht keine Schablone anzusetzen. Es wird
keine weitere Verlängerung gearbeitet, denn die Nägel sollen in dieser Länge beibehalten werden. Man bringt nun weißes Modellageprodukt über der freien Nagel-spitze auf. Die Smileline wird etwas über das Nagelbett gesetzt (Bild 2). Hierdurch bleibt die darunter liegende freie Nagelspitze und natürliche Smileline länger ver-borgen und die French Modellage sieht länger schön und gepflegt aus. Danach wird ein leicht pinkfarbenes Produktbällchen direkt hinter der modellierten Smileline aufgesetzt (Bild 3). Von der Seite betrachtet, ist dies der Mittelpunkt der Modellage und hier sollte der Stress-punkt mit dem meisten Modellageprodukt platziert wer-den. Die Nail Designerin verteilt das Produkt zum Nagel-falz hin und glättet es. Man zieht das Produkt auch etwas über die Smileline, um die fertige Modellage zu stabilisieren (Bild 4). Nachdem das Produkt etwas ange-härtet ist (Klopftest!), nimmt man eine Pinchpinzette zur Hand und pincht die Modellage in Form (Bild 5). Je aus-geprägter die C-Kurve ist, desto haltbarer ist die Model-lage. Wenn die Verlängerung richtig gepincht wird, kann auch mit sehr wenig Modellageprodukt eine halt-bare Verlängerung gearbeitet werden. Doch es ist dar-auf zu achten, dass der Druck an den Seiten des Nagels die Verlängerung nicht nach oben drückt. Dies würde schmerzen und der Nagel verlöre die optimale Form. Der Druck sollte immer nach unten abfallend aus-geführt werden.
Formbefeilung
Als ersten Arbeitsschritt bei der Befeilung werden die Seiten der Verlängerung (entlang des Nagelfalzes) angepasst (Bild 6). Arbeiten Sie hierbei für die groben Feilarbeiten immer mit der elektrischen Feile. Dies spart Kraft und Arbeitszeit. Doch für die Seiten wird eine manu-elle Feile bevorzugt. Hierbei geht es um Millimeter und dies hat man mit der manuellen Feile besser im Griff. Nachdem die Seiten an allen Fingern angeglichen wur-den, wird das Modellageprodukt mit einem Hartmetall-bit ausgedünnt (Bild 7). Ohne Druck lässt man die Feile diesen Arbeitsschritt erledigen. Die Bewegungen sind an jedem Nagel gleich. Man entwickelt allmählich Rou-tine und dies verkürzt die Arbeitszeit enorm. Der Bit sollte horizontal über die freie Nagelspitze laufen. Vom Nagel-falz aus führt man nun den Bit zur Spitze hin. Mit einem sehr kleinen Bit fährt man entlang des Nagelfalzes und dünnt auch hier das Produkt weiter aus (Bild 8). Vor-sicht: Hierbei nur mit niedrigen Drehzahlen arbeiten! Zu leicht könnte der Bit in den Nagelfalz abrutschen und Verletzungen verursachen. Nachdem die grobe Feilar-beit erledigt ist, greift man zu einer weicheren Zebrafei-le und befeilt die Seitenlinien (Bild 9). Zuerst wird die Feile in einem spitzen Winkel zum Nagelfalz angesetzt
und nach unten gezogen. Danach wird die Feile unter die Seitenlinie des Nagels positioniert und entsprechend der von der Kundin gewünschten Form angehoben (Bild 10). Für eine eckige Modellage sollten die Seitenlinien in einer geraden Linie aus dem Nagelfalz herauslaufen. Bei ovalen oder mandelförmigen Modellagen werden die Seitenlinien entsprechend den Vorgaben angeho-ben.
Abschluss und Finish
Abhängig davon, ob die Modellage aufpoliert oder mit einem Glanz- bzw. Versiegelungsgel überzogen wird, müssen die Arbeitsschritte entsprechend gewählt wer-den. Soll aufpoliert werden, sind die Feilstriche mit einem Buffer herauszuarbeiten. Durch die Formbefeilung mit der Feile werden minimale Kratzer im Modellagepro-dukt hinterlassen. Wenn diese nicht herausgearbeitet werden, sieht man sie später über dem Nagel. Man kann die Modellage noch mit Versiegelungsgel über-ziehen. Hierbei braucht man nach der Feilarbeit mit der groben Feile keine weiteren Arbeitsschritte zu beachten. Der Staub wird entfernt und das Versiegelungsgel wird aufgetragen und im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Würde man den Nagel mit einem Buffer glätten, könn-ten unter Umständen Haftungsprobleme für das Versie-gelungsgel entstehen. Dieses wird satt über die Model-lage aufgetragen (Bild 11) und gemäß den Her-stellerangaben im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Abhängig vom Produkt muss zum Schluss die Inhibiti-onsschicht abgenommen werden – fertig ist die reba-lancierte French Modellage (Bild 12).
Statistik
Rein statistisch gesehen ist die Rebalancierung die am meisten gearbeitete Serviceleistung im Studio. Mehr als 45 Minuten sollte man für diesen Service nicht benötigen. Brauchen Sie länger, sollten Sie die hier gezeigten Arbeitsschritte mit den Ihrigen vergleichen. Ein wenig Übung ermöglicht Ihnen sicherlich, einiges an Arbeitszeit einzusparen.
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Stilettomodellage
Der Stilettonagel bzw. diese spezielle Form der Nagelmodellage erhielt seinen Namen von einer Waffe – dem Stiletto. Betrachtet man ein wenig die Wortgeschichte, kann man nachlesen, dass ein Stilett ein Dolch ist, der sich durch eine sehr lange und sehr spitz zulaufende Spitze auszeichnet. Beide Seiten der Schneide sind geradlinig und laufen zu einer Spitze aus. Einen weiteren Ursprung des Wortes Stiletto finden wir in der Modebranche. Der Stilettoab-satz ist ein besonders hoher und sehr spitz zulaufender Absatz eines Pumps, der dem Bein der Trägerin eine ganz besondere und verruchte Form verleiht. „A stiletto nail does for your hand the same, what a stiletto heel does for your foot“ (ein Stiletto-nagel formt Ihre Nägel so, wie ein Stilettoabsatz Ihr Bein formt) ist eine Aussage, die den Durchbruch des Stilettonagels auch in Europa begleitete. Noch vor wenigen Jahren waren auf den Mes-sen und in den Fachmagazinen ausschließlich eckige Nagelformen zu sehen, doch heute setzt sich auch in Deutschland die sehr ele-gante Stilettoform immer mehr durch.
Alltagstauglich
Auch wenn man es kaum glauben mag, Kenner und Träger dieser Form von Nagelmodellage bestätigen allesamt, dass mit dem Sti-lettonagel nach einer gewissen Gewöhnungsphase wirklich alles erledigt werden kann. „Ich absolviere alle Arbeiten in meinem Haushalt und Studio und arbeite auch ohne Probleme an meinem PC“, so die Aussagen der befragten Trägerinnen. Also keine Angst vor dem Anbieten dieser sehr extravaganten Form der Nagelmo-dellage. Doch beim näheren Hinsehen stellten wir fest, dass die meisten Trägerinnen nicht wirkliche Stilettos trugen, sondern eine etwas abgerundete Variante, die in ihrer Form eher an eine Man-del als an den Namensgeber, den Stiletto, erinnert. Die wirkliche Sti-lettoform muss zwingend auf eine wirklich „gefährliche” Spitze zugefeilt werden. Nur dann ist diese Form ein wirklicher Stilettonagel. Alle anderen Formen werden als mandelförmig oder gar oval ein-gestuft.
Arbeitsweise
Die Naturnagelplatte muss für diese Form besonders gründlich vorbereitet werden. Wegen der extremen Länge der echten Sti-lettoform muss eine optimale Anhaftung des Modellageprodukts auf dem Naturnagel gegeben sein. Optimal ist hierbei auch, wenn der Naturnagel ein langes Nagelbett aufweist. Die Nägel des Modells, das für den hier gezeigten Fotoshoot zur Verfügung stand, wiesen offensichtlich keine ausreichende Länge auf und so wurde entschieden, das Nagelbett optisch etwas zu verlängern. Nach dem Ansetzen der Schablone, wobei deren Form und Sitz mit gro-ßer Sorgfalt überprüft wird, nimmt man ein Produktbällchen auf, das schon auf dem Pinsel eine leicht rosa Färbung aufweist (Bild 1). Das Bällchen wird auf die freie Nagelspitze abgesetzt und nun beginnt man, das Nagelbett mit dem Modellageprodukt abzu-decken und gleichzeitig zu verlängern. Das Produkt wird sorgfältig entlang des Nagelfalzes ausgeglättet und zur Smileline hin aufge-baut. Ihre Form ist hochgezogen und dramatisch modelliert, was die sehr schlanke und extravagante Form des Stilettonagels noch unterstreicht (Bild 2). Nun nimmt man ein weißes Produktbällchen auf und setzt es direkt vor der neu kreierten Smileline auf die Scha-
blone (Bild 3). Die weiße Spitze muss unbedingt mit nur einem Bäll-chen modelliert werden, da man sonst viele Schatten und farbliche Unregelmäßigkeiten in der Verlängerung sehen würde. Man zieht das Produkt bis zur äußersten Spitze der Schablone und verwendet viel Zeit auf die Modellage und Korrektur der Seitenlinien. Zum Schluss glättet man die Verlängerung mit dem flach gehaltenen Pinsel (Bilder 4 und 5). Auch entlang des Nagelfalz wird zu diesem Zeitpunkt das Produkt geglättet (Bild 6). Um diese Länge zu stabi-lisieren und der Trägerin eine haltbare Modellage zu arbeiten, wird sie mit klarem Produkt überzogen. Hierbei wird zuerst Produkt auf das Nagelbett aufgetragen (Bild 7). Man bringt genügend Produkt auf, um den Absatz, der vorher noch zu sehen war, aus-zugleichen und gleichzeitig den Stresspunkt auszuarbeiten (Bild 8). Beim Stiletto sitzt der Stresspunkt direkt an der Smileline. Dies ver-leiht der Modellage mehr Stabilität. Nachdem das Produkt genü-gend angehärtet ist, wird die Schablone mit einem Spatel von der Unterseite des Nagels gelöst (Bild 9). Für die Stilettomodellage benötigt man besonders stabile und sehr gut klebende Schablo-nen. Sollte sich die Schablone während der Modellage lösen, zer-stört dies mit Sicherheit die außergewöhnliche Form des Stilettos. Nachdem das Produkt ausgehärtet ist, wird die Modellage mittels der elektrischen Feile in Form gebracht (Bild 10). Sehr vorsichtig wird das Produkt geglättet und der einwandfreie Verlauf immer wieder kontrolliert.
Fertige Modellage
Im Abschlussbild sehen Sie ganz deutlich, dass die Seitenlinien des Stilettonagels absolut gerade aus dem Nagelbett herausgear-beitet wurden (Bild 11) und bis zur Spitze exakt zulaufen. Die sehr dramatisch modellierte Smileline unterstreicht die außergewöhnli-che Form dieses Modellagetrends. Bis vor wenigen Jahren konnte man sich nicht vorstellen, dass der Kunde an der Stilettoform Gefal-len finden könne. Doch in der jüngsten Vergangenheit wurde dies Form immer populärer und gehört heute schon in einer Anzahl von Studios zum Standardrepertoire.
Seitenlinie Stilettonagel
Stiletto – Schablone
Jeder Nail Designer kennt sie – Schablonen, die für die Modella-gearbeit verwendet werden. Sie sind in vielen verschiedenen Ausführungen und Materialien erhältlich. Der Nail Designer, der eine Schablonenmodellage arbeitet, hat die Qual der Wahl. Trang Nguyen, Nail Designer par excellence hat als erster eine neue Schablone entwickelt und auf den Markt gebracht. Als Beispiel einer hervorragenden Entwicklung möchten wir diese Schablone vorstellen und das Setzen unter dem freien Nagelrand anhand eines Beispiels zeigen. Die ersten Schablonen wurden schon vor vielen Jahren von der Firma NSI für den Markt ange-boten. Damals wurden die Schablonen noch aus Leichtmetall gefertigt und mussten mittels eines Holzstäbchens für den Finger geformt werden. Schon bald waren die Metallschablonen ver-bogen und es wurde zunehmend schwieriger, eine gerade Scha-blonenform zu erreichen. Weitere Entwicklungen waren die Kunst-stoffschablonen, die man mehrfach verwenden kann und schnell danach wurden für die Industrie Schablonen auf Papier vorge-stellt. Noch heute werden die einfachen Goldschablonen, die als Hufeisen geformt oder als Rechteck mit einem gedruckten Gitter für die Länge und Seitenlinie der Modellage ausgestattet sind, von einigen Firmen verkauft. Immer mehr innovative Firmen, die sich auf die Bedürfnisse der Nail Designer eingestellt haben, vermark-ten nun Papierschablonen, die ganz individuelle Formen auf-weisen. Neben der Stärke und Beschaffenheit des Papiers, aus dem die Schablone besteht, sowie der Gummierung mittels derer die Schablone am Fingerende befestigt wird, sind die Unter-scheidungsmerkmale die Form und vor allen Dingen auch die Zeichnungen, die als Hilfestellung für den Nail Designer aufge-druckt werden. Herkömmlich werden Linien für die gerade Form aufgedruckt. Da aber in den letzten Jahren die Stilettoform immer mehr an Beliebtheit gewinnt, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein Hersteller diesen Trend aufgriff und auch die Linien für die Stilettoform auf die Schablonen drucken ließ.
Besonderheit
Als wir die Schablonen von Odyssey Nail Systems erhielten, war natürlich schon nach dem ersten Eindruck klar: Nun gibt es auch die Schablone für die Stilettoform! Neben den herkömm-lichen Linien für die gerade bzw. eckige Form ließ Trang Ngu-yen auch ein Raster für die Stilettoform aufzeichnen Ein weiterer Punkt, der bei der Betrachtung sofort ins Auge fällt, sind die Perforationslinien, die an den Flügeln und diagonal zum Aus-schnitt verlaufend eingestanzt sind. „Die Schablone ist so konzi-piert, dass sie sich (beinahe) wie von alleine unter den freien Nagelrand setzen lässt. Durch die Perforation ist es aber auch sehr leicht, die Schablone wieder vom Finger der Kundin zu entfernen“, so die Ankündigung von Trang. Natürlich waren wir ein wenig skeptisch – schließlich muss der Entwickler ja von sei-ner neuen Schablone begeistert sein.
Test
Während eines Fotoshootings, das einige Tage nach Erhalt der Schablonen angesetzt war, zeigten wir diese Neuheit Diana Hatt-wig und baten sie, die Schablonen einmal zu setzen. Zuerst wollte Diana die Aussparung für den Finger unter die Spitze der Scha-
blone setzen. „Es ist ja bei den meisten Papierschablonen so, dass man zur Verstärkung des Papiers die Aussparung, die für den Fin-ger aus der Schablone gestanzt wurde, an der Unterseite anbrin-gen muss, um genügend Halt für den Produktauftrag zu haben. Doch das Papier, aus dem diese Schablone hergestellt ist, hat eine ausreichende Stärke und man kann sich das Gegenkleben spa-ren“, berichtet Diana von ihren Erfahrungen. Sie rollt die Schablo-nen zwischen beiden Daumen, um eine Rundung zu erstellen und führt den Rand unter die freie Nagelkante des Naturnagels (Bild 1). Danach presst sie die vorderen und hinteren Flügel zusam-men und fixiert die Schablone an den Seiten der Fingerspitze (Bil-der 2 und 3). Zum Schluss wird die Schablone direkt über der Matrix zusammengedrückt, um einen optimalen Sitz am Finger zu gewährleisten. Nach dem Setzen ist Diana restlos begeistert. Durch die Stilettozeichnung ist eine exakte Form ja schon vorgegeben (Bild 4). Die Tragfähigkeit der Schablone ist durch das stärkere Material optimal und auch die Gummierung ist so gut, dass sich die Schablone während des Produktauftrags nicht löst. Auch das Abnehmen gelingt einfach und schnell: Perforierung abreißen und die Schablone lässt sich leicht entfernen.
Fazit
Das Votum: Ein perfekt durchdachtes Design, angefangen von der Papierqualität über die Form und die Zeichnung bis hin zum Entfernen. Diese Schablone wird sicherlich viele Nail Designer begeistern.
Notizen ……………………………………….
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Stilettoschablone
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Schablone setzen – Fehler und Fertigkeit
Schiefer Modellagetunnel
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Versetztes Zusammenkleben
Kein gleichschenkliger Tunnel
Spitze der Schablone liegt höher als Nagel
„Ich kann mir das gar nicht erklären! Wenn der Nagel fertig modelliert ist, dann hat er oftmals Schlagseite oder eine zu flache Stelle“, wundern sich Nail Designer häufig.
Kurzerhand gingen wir in unser Fotostudio und ich fragte sie, ob sie Lust hätte, einen Nagel zu modellieren. Hierbei entdeckten wir, warum die Modellagen nicht einwandfrei ausfielen. Lesen Sie hier, warum die Verlängerungen von der Formgebung her Män-gel aufweisen können.
Die Modellage mittels Schablone ist eine der Serviceleistungen, die eine Kundenbindung an ein Studio gewährleistet. Zu leicht kann eine geschickte Kundin eine Tip & Overlay-Modellage nach-machen. Verlängert man die Nägel aber mit einer Schablone, braucht man hierfür ein gewisses Maß an Know-how und Fin-gerfertigkeit und für die Kundin ist diese Modellageart zu Hause nicht so leicht nachzuarbeiten. Doch es schleichen sich bei der Schablonenmodellage oftmals ganz unbemerkt Verarbeitungs-fehler ein. Diese verursachen eine „verdrehte“ Modellage oder Flachstellen auf dem Nagel. Hier haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können, den perfekten Nagel zu modellieren.
Fehlerquellen
☁ Die erste Fehlerquelle, die oftmals durch Unachtsamkeit auf-treten kann, ist das ungenaue Setzen der Verstärkung der Scha-
blone. Bei den meisten Schablonen wird die Ausstanzung, die für den Finger vorgesehen ist, auf die Unterseite der Schablone geklebt. Wird dies nicht exakt mittig vorgenommen, wird der Tunnel der Verlängerung schief und verursacht auch eine schie-fe Modellagearbeit (Bild 1). Achten Sie beim Dagegensetzen der Ausstanzung peinlichst genau darauf, dass diese mittig unter-halb des Ausschnitts aufgesetzt wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, Schablonen zu verwenden, deren Trägerpapier so stark ist, dass ein Gegenkleben der Ausstanzung nicht mehr nötig ist.
☁ Eine weitere Fehlerquelle ist das versetzte Zusammenkleben
der Flügel (Bild 2). Selbst in Beiträgen, die veröffentlicht werden, sieht man immer wieder dieses Phänomen. Die Schablonen sind immer so konzipiert, dass die Flügel an beiden Seiten exakt auf-einander passen. Achten Sie beim Befestigen der Schablone am Finger darauf, dass die Flügel der Seiten immer exakt aufein-anderliegen.
☁ Setzt man die Schablone, ohne auf die Makierungen zu ach-
ten, verläuft die Zeichnung der Verlängerung nicht parallel mit den Seitenlinien und es kommt zum ungenauen Produktauftrag.
Im Bild 3 sieht man auch ganz deutlich, dass der Blick in den Tunnel nicht gleichschenklig verläuft und auch hierdurch ein Ver-schieben der Verlängerung verursacht werden kann.
☁ Betrachtet man das nächste Bild genau, sieht man ganz deutlich, warum die Verlängerung, die hiermit gearbeitet wird, in
der Statik nicht optimal ausfallen kann (Bild 4). Die Spitze der Schablone sitzt höher als der Naturnagel, was einen Produktauf-trag nötig machen würde, der viel zu hoch aufgebaut werden müsste. Klobige, nach oben zeigende Nägel wären das Resultat. Beim Ansetzen der Schablone unter dem freien Nagelrand sollte darauf geachtet werden, dass die Schablone gerade (bei der Sti-lettomodellage) bzw. etwas leicht nach unten (bei eckigen Nägeln) befestigt wird.
Perfektes Setzen
Natürlich ist es wichtig, Beispiele zu zeigen, wie Fehler auftreten können bzw. wie man eine Schablone nicht setzen sollte. Hier lie-ßen wir alle möglichen Fehlerquellen nochmals nacharbeiten und zeigten Ihnen, wie die Schablone zu handhaben ist.
Verstärkung
- Die Ausstanzung der Schablone wird direkt mittig unterhalb der Verlängerung dagegengeklebt (Bild 5). Die hier verwendete Schablone hat an der vorderen Kante kleine Einkerbungen, mit deren Hilfe die genaue Richtung eingehalten werden kann.
- Die Flügel der Schablone sollten exakt parallel gegeneinan-
der gesetzt werden (Bild 6). Üben Sie dies ein paarmal, ohne die Schablone am Finger gesetzt zu haben. Dies erleichtert die Hand-habung beim Befestigen am Finger.
- Beim Blick in die Schablone sollte die C-Kurve gleichschenk-
lige Seiten aufweisen (Bild 7). Viele Modelle und Ausführungen der Hersteller sind mit perforierten Linien ausgestattet, die das Setzen und Zusammendrücken der Flügel erleichtern. Auch hierbei ist es hilfreich, wenn vor dem Befestigen am Finger einige Trocken-übungen absolviert werden. Beim Kontrollieren der C-Kurve sieht man auch ganz deutlich, dass der Ausschnitt, der für den Finger vorgesehen ist, auf gleicher Ebene sitzt und somit auch die Scha-blone gerade angebracht wird.
- Wird die Schablone exakt gefaltet, sitzen auch die Flügel der Schablone direkt nebeneinander (Bild 8). Achten Sie hierbei auf die Zeichnung und Perforation und drücken Sie die Klebeseite nur so weit zusammen, wie es vom Hersteller und Entwickler vorge-sehen wurde.
- Ist die richtig geklebte Schablone am Finger befestigt (Bild 9), liegt die Spitze direkt vor der Matrix auf gleichem Niveau wie der Naturnagel. Werden all diese Punkte, die wir hier aufgeführt haben, berücksichtigt, wird auch die Modellagearbeit sehr erleichtert und die gearbeitete Verlängerung ist in Form und Statik sicherlich perfekt.
Ausstanzung direkt mittig angesetzt
Flügel werden parallel angebracht
Gleichschenklige Seiten der C-Kurve
Deckungsgleiche Seiten
Niveauausgleich
Ausstattung für den Profi
Wir stellen Ihnen hier den Verwendungszweck der einzel-nen Werkzeuge, die für den Studioalltag unerlässlich sind, vor. Gerade zu Anfang einer beruflichen Karriere als Nail Designer stürmen so viele Informationen auf die neuen Kollegen ein, dass es nicht ganz einfach ist, alles zu behal-ten und später auch gezielt anzuwenden. Natürlich ist das große Augenmerk zu diesem Zeitpunkt auf die Verarbei-tung der Modellageprodukte gerichtet. Welches Gel zu welchem Arbeitsgang wie aufgetragen wird und wor-auf bei der Verarbeitung zu achten ist, bedeutet eine Menge an Informationen, die die meisten Nail Designer in nur wenigen Tagen Ausbildung zu lernen haben. Dass dabei meist nur oberflächlich auf die richtige Handha-bung von Geräten eingegangen wird, ist nur allzu ver-ständlich.
Verwendung
Teile der Basisausstattung, die aus den hier aufgeführten Werkzeugen besteht, haben die meisten Nail Designer schon zu Anfang der Übungsphase erworben. Doch wofür braucht man eine Nagelschere, eine Nagelhautzange oder einen Nagelzwicker? „Eigentlich sind ja die Verwen-dungsmöglichkeiten der Werkzeuge klar. Wir setzen meist voraus, dass eine Schülerin weiß, wofür eine Nagelhaut-zange oder eine Nagelschere zu verwenden ist“, so die Erklärung einer Schulungsleiterin. „Die Zeit der Schulung reicht einfach nicht aus, um auf die Verwendung gezielt einzugehen!“
Nagelschere
Wenn bei der Maniküre bzw. der Vorbereitung zur Model-lage die Nagelhaut angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben wird, kann es zu kleinen Rissen kom-men. Mit der Nagelschere können kleine Hautfragmente,
die abstehen, vorsichtig abgeschnitten werden. Tipp: Nie-mals die Nagelhaut (zurück)schneiden. Zu leicht wird hier-bei lebendes Gewebe verletzt und das Risiko einer Infek-tion erhöht. Die Nagelschere ist nicht für das Schneiden von anderen Materialien gedacht. Eine gute Schere ver-liert schnell ihren „Schnitt“, wenn damit beispielsweise Papier, Bänder oder Folien geschnitten werden. Nach der Anwendung an der Nagelhaut sollte die Schere im Ultraschallgerät desinfiziert werden.
Nagelzwicker
Jeder von uns hat ein Exemplar dieses Werkzeugs zu Hause. Die meisten Menschen verwenden den Nagel-zwicker, um die Fuß- bzw. Fingernägel zu kürzen. Manch-mal wird damit auch eingerissene Nagelhaut, die sich verhärtet hat und entlang des Nagelfalzes gewachsen ist, entfernt. Im Nagelstudio ist der Nagelzwicker aber nicht für diese Nutzung vorgesehen. Nägel, egal ob Fuß-oder Fingernägel, werden grundsätzlich mit der Feile gekürzt. „Der Nagelzwicker würde die lose aufeinander-liegenden Schichten des Naturnagels komprimieren, was später zum Abblättern der einzelnen Nagelschichten führen kann“, erklären uns die Experten. Der Nagelzwi-cker wird von manchen Schulen zum Kürzen der Tips empfohlen. Doch für diesen Zweck wird heute meist ein Tip Cutter verwendet.
Tipcutter
Wie schon der Name besagt, wird der Tipcutter zum Kür-zen der Tips verwendet. Für den Laien mutet dieses Werk-zeug wie eine Nagelzange für Haustiere an. Doch durch den vorhandenen Mechanismus, der mittels eines schar-fen Messers den Tip auf die gewünschte Länge kürzt, wer-den Sollbruchstellen im Tip, die beim Kürzen mit Schere
oder Zwicker entstehen könnten, vermieden. In den letzten Monaten wurden von einigen Firmen Tipcutter mit run-dem Messer vorgestellt. Diese machen den Schneidevor-gang noch exakter und verhindern einen Grat, der durch gerade Messer, die bislang meist verwendet wurden, ent-stehen kann.
Nagelhautzange
Die Nagelhautzange hat einen ähnlichen Verwen-dungszweck wie die Nagelschere. Verhornte und tro-ckene Nagelhaut, die bei der Pediküre bzw. der Mani-küre von der Nagelplatte gelöst wird, kann mithilfe der Nagelhautzange vorsichtig entfernt werden. Auch hier muss man mit Vorsicht zu Werke gehen. Zu leicht wird mit diesem scharfen Werkzeug in das lebende Gewebe geschnitten und es werden schmerzhafte Verletzungen verursacht. Nach dem Gebrauch am Kunden sollte auch dieses Instrument unbedingt im Ultraschallgerät desinfi-ziert werden.
Propusher
Der Propusher ist eines der meist verwendeten Werkzeuge im Nagelstudio. Mit der Spatelseite des Propushers wird während der Vorbereitung der Modellage bzw. zu Beginn der Maniküre die Nagelhaut von der Nagelplatte gelöst und vorsichtig zum Nagelfalz zurückgeschoben. Die ande-re Seite des Propushers, die wie eine kleine Klinge geformt ist, wird dazu verwendet, abgelagerte Hautschüppchen von der Nagelplatte zu kratzen. „Gerade bei neuen Pro-pushern ist aber für den Anfänger Vorsicht geboten. Die Messerklinge und der Spatel sind meist sehr scharf und können beim Abrutschen schwere Verletzungen des Nagelfalzes und des umliegenden Gewebes verursa-chen“, erklärt uns eine Ausbilderin. Auch beim Propusher
ist zu empfehlen, dass dieses Instrument nach der Ver-wendung am Kunden unbedingt im Ultraschallgerät bzw. Autoklaven desinfiziert wird.
Hygiene
Die hier erklärten Werkzeuge und Instrumente sind alle wiederverwendbar und sollten aus diesem Grund regel-mäßig gründlich gereinigt und desinfiziert bzw. sterilisiert werden. Wird durch die Verwendung des Werkzeugs eine Verletzung verursacht, wobei es mit Blut in Berührung kommt, muss das Werkzeug sofort mit Wasser gereinigt und im Anschluss daran im Sterilisator sterilisiert werden. Das Risiko einer Übertragung von Keimen oder Mikroorganis-men kann nur mittels dieser professionellen Vorgehens-weise gebannt werden.
Ausstattung Pinchen
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Das Pinchen wird im Studio zur Verbesserung der Haltbar-keit und der Trageeigenschaften der Modellagen, egal ob mit Schablone oder mit Tip, angewandt. Um die Model-lagekunststoffe bzw. die Tips fachgerecht zu pinchen, bedarf es einiger Hilfsmittel, die wir in diesem Kapitel vor-stellen. Das Pinchen der Nägel bzw. der Tips führt dazu, dass die Form der C-Kurve und damit auch die Form der gesamten Verlängerung beeinflusst wird. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Nagelplatte nicht zu sehr gepincht wird, was zu einem Anheben der Nagelplatte vom Nagel-bett, also einer Onycholyse, führen kann.
Pinchsticks (Bild 1)
Die Pinchsticks bestehen meist aus Leichtmetall- oder Alu-miniumröhrchen, die unterschiedliche Durchmesser auf-weisen. Um den Durchmesser der C-Kurve (siehe auch Seite 104) des Nagels zu bestimmen, werden Pinchsticks in verschiedenen Ausführungen angeboten. In der Abbil-dung 1 sehen Sie ein Pinchstick-Set, das sechs verschie-dene Größen beinhaltet. Diese Sticks werden noch vor dem Pinchen unter die freie Nagelkante angesetzt und diese auf die Größe des Pinchsticks gebracht. Die Größe des gewählten Sticks sollte durch die Größe des Finger-nagels bestimmt werden. Auch für das Pinchen von Tips werden Pinchsticks verwendet. Um den Kunststoff des Tips zu formen muss dieser erhitzt werden. Auf Seite 90 (Pinchen von Tips) finden Sie eine detaillierte Anleitung zu diesem Thema.
Pinchsticks – Besonderheit (Bild 2)
Eine interessante Variante der Pinchsticks wurde kürzlich von den Firma Signature Nail International vorgestellt. Das Set besteht aus sieben unterschiedlich großen Pinch-sticks, um auch wirklich alle Größen von Nägeln damit bearbeiten zu können. Darüber hinaus weisen die Pinch-sticks einige besonderen Details auf. Die eine Seite des Sticks ist mit Linien versehen, die es dem Nail Designer ermöglichen, den Grad der C-Kurve und auch die Länge der Modellage zu vermessen. Die gegenüberlie-gende Seite der Pinchsticks ist mit einer Diamantierung versehen, die eine Befeilung der konkaven Seite des Nagels ermöglicht. Es handelt sich hierbei nicht um eine Körnung wie bei einer Feile oder einem Schleifkörper,
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Pinchsticks – Neuentwicklung, Signature Nail Int.
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aber um eine mit Diamantstaub aufgebrachte Beschich-tung, die nach Verwendung an einer Kundin gereinigt und auch desinfiziert werden kann. Mit der Diamantie-rung können Produkt- und Feilreste aus der Unterseite der Verlängerung entfernt werden. Außerdem ist auch die Reinigung von Naturnägeln möglich, was herkömmlich nur mit einer elektrischen Feile und einem hierfür vor-gesehenen Bit möglich war. Bei einer Meisterschaft kann mit diesem Werkzeug auch die Hairline der Model-lage optimal angepasst werden.
Pinchpinzette (Bild 3)
Diese Pinzette wurde aus der Juwelierbranche adaptiert und ist ein hervorragendes Werkzeug, um die Modella-ge bzw. Tips zu pinchen. Durch das Drücken der Pinzet-te öffnen sich die Arme und man kann diese entlang der Seitenlinien der Verlängerung ansetzen. Diese Pinzette ist auch zum Pinchen von Tips geeignet, indem man den Tip einspannt und dann in kochendes Wasser hält. Tipp: Nachdem die gewünschte Form erreicht ist, sollte der Tip erst auskühlen, bevor er am Naturnagel angebracht wird.
Die Pinchpinzette erzeugt ein gewisses Maß an Span-nung am Nagel. Achten Sie beim Ansetzen der Pinch-pinzette darauf, dass der Druck nach unten aufgebaut wird. Beim Ansetzen der Pinzette könnte sonst die Nagel-platte aus dem Nagelbett gehebelt werden. Die Folge: eine Onycholyse, deren Heilung eine sehr lange Zeit in Anspruch nimmt.
Pinchpinzette mit Spatel/Messer (Bild 4)
Eine neue Variante der Pinchpinzette wurde vor kurzem auf den Markt gebracht. Hierbei wird die Pinzette mit einem Propusher und Nagelhautmesser ausgestattet. Diese Variante erspart den Einkauf von zwei verschiede-
nen Werkzeugen. Hierbei ist zu beachten, dass der Pro-pusher nach dem Einsatz am Kunden gereinigt und steri-lisiert werden sollte.
Pinchklemme (Bild 5)
Wird eine Verlängerung in Form gepincht, muss die Aus-härtung des jeweiligen Kunststoffs berücksichtigt werden. Bei der Verwendung des Pulver-Flüssigkeits-Systems wird eine Pinchklemme entlang der Seitenlinien gesetzt und diese bis zur Aushärtung dort belassen. Beim Pinchen einer Schablonenmodellage mit dem Gelsystem wird diese Pinchklemme angesetzt und die Unterseite der Verlän-gerung mit einem Versiegelungsgel bestrichen. Nach dem Produktauftrag wird dieses im Lichthärtungsgerät ausge-härtet (siehe auch Seite 102).
Manuelles Pinchen
Vor der Entwicklung der hier vorgestellten Werkzeuge wur-den die verlängerten Nägel mit den Daumen in Form gepincht. Hierzu setzte man die Daumen der beiden Hände an den Seitenlinien der Verlängerung bzw. des Nagelbetts an und übte Druck aus, bis die gewünschte C-Kurve erreicht wurde. Dies hatte den Nachteil, dass man die weitere Modellagearbeit immer wieder unter-brechen musste, um den Nagel in der gewünschten Form zu halten. Die Verwendung von Pinchpinzette oder Pinch-klemme bedeutet eine maßgebliche Arbeitserleichterung und Zeitersparnis.
Pinchingtool (Desah; Bild 6)
Im vergangenen Jahr wurde eine Neuentwicklung für den Arbeitsgang des Pinchens entwickelt und vorgestellt. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die Handha-bung dieses bemerkenswerten Werkzeuges vor.
Pinchen – Desah-Tool
Das Pinchen einer Neumodellage erhöht die Halt-barkeit und beeinflusst das Aussehen. Wir zeigen Ihnen hier Wege auf, die Nägel in eine schöne und ästhetische Form zu pinchen.
Modellierter Fingernagel
Überzug mit klarem Pulver
Gleichmäßiger Auftrag des Produkts
Auswahl des geeigneten Pinchingtools
Neben dem herkömmlichen Weg mit Pinchpinzet-te und Pinchklemme den Nagel zu pinchen, hat die Firma Nail Selection ein Werkzeug entwickelt, das auf sanfte und behutsame Art das Pinchen der Nägel ermöglicht. Lesen Sie hier, wie das Desah Tool angewendet wird.
Um die Verlängerung des Naturnagels optimal zu gestalten, bedarf es einer Schablonenmodellage. Natürlich hat auch die Verarbeitung von Tips einen gewissen Stellenwert in der Nagelindustrie, doch die Modellage der Kunststoffe über Schablone kann getrost als die „hohe Kunst“ der Modellage bezeichnet werden. Jeder Nail Designer, der etwas auf sich und sein Können hält, bietet seinen Kun-den diesen Service im Studio an. Die meisten Kun-den sind sehr beeindruckt, wenn man mit einer Papierschablone und ein wenig Modellagekunst-stoff einen Nagel designt. Neben dem Tragekom-fort für die Kunden (kein Spannungsgefühl, das von den Tips herrühren kann) ist die Schablonen-modellage aber vor allen Dingen der perfekte Weg, seine Kunden langfristig an sich und das Stu-dio zu binden. Keine Kundin würde probieren, sich Schablonen anzusetzen, um die Nägel selbst zu verlängern, was dagegen viele Kundinnen mit den Tips bereits versuchen.
Die Resonanz auf das neue Instrument zum Pinchen viel durchwegs positiv aus, was viele Rückmeldun-gen an den Hersteller bestätigen.
Warum pinchen?
Das Pinchen der Modellage verleiht ihr ein grazi-les und formvollendetes Aussehen. Neben den optischen Effekten ist aber vor allen Dingen die Statik und Haltbarkeit der Nägel der Grund für das Pinchen. Ein gepinchter Nagel kann sehr viel dünner gearbeitet werden, ohne dass die Halt-barkeit oder Trageeigenschaft der Modellage beeinträchtigt wird.
Doch viele Nail Designer wissen nicht, wie eine Modellage gepincht werden kann, bzw. haben Hemmungen, zu pinchen, weil sie denken, dass dies den Kunden u. U. Schmerzen bereiten könnte. Nail Selection hat ein neues Werkzeug entwickelt, das das Pinchen einer Modellage ermöglicht. Wir konn-ten das Gerät selbst testen und waren von der Handhabung schlichtweg überzeugt. Lesen Sie hier, wie man einen Schablonennagel modelliert und dann gekonnt in Form pincht.
Arbeitsweise und Verwendung
Für diese Anleitung arbeiteten wir eine Modellage mit dem Pulver-Flüssigkeits-System. Hierbei wurde der Nagel auf den Produktauftrag vorbereitet und dann eine Schablone unter dem freien Nagelrand angesetzt. Mit weißem Produkt modelliert man die Verlängerung des Nagels und verlängert das Nagelbett mit einem deckenden Kunststoff optisch ein wenig. Zum Abschluss wird die Modellage noch mit klarem Pulver überzogen und der Arch ausge-arbeitet (Bild 1). Vorsichtig wird das Bällchen im hinteren Drittel des Nagelbetts aufgesetzt (Bild 2) und am richtigen Platz angedrückt. Da der Nagel gepincht wird, kann das Produkt sehr viel dünner aufgetragen werden. Dies verhindert auch Liftings, die durch zu viel Produkt entlang des Nagelfalzes entstehen können. Nachdem das Produkt gleich-mäßig aufgetragen wurde (Bild 3), sucht man die gewünschte Größe des Pinchwerkzeugs aus (Bild 4). Das Desah-Set beinhaltet vier verschiedene Größen Pinchwerkzeuge, um für die unterschiedli-chen Fingerstärken die passende Form zu bereit-zustellen. Es ist zwar richtig, dass je schmaler der Fin-gernagel gepincht wird, desto schlanker der Finger und somit die gesamte Hand wirkt. Aber wenn der Nagel zu viel gepincht wird, beeinträchtigt dies die Tragefähigkeit und es sieht auch nicht mehr wie eine eckige Form aus. Zum Vergleich nimmt man immer auch den benachbarten Nagel zu Hilfe und orientiert sich daran (Bild 5). Ziel ist es, die C-Kurve an allen Fingern so ähnlich wie mög-lich zu pinchen. Das gehört zu einer perfekt model-lierten Hand!
Vergleich der benachbarten Nägel
Wahl des optimalen Tools
Test, ob Produkt genügend ausgehärtet ist
Platzierung des geeigneten Pinchingtools
Durch Verschiebung des Rings wird gepincht
Gleichmäßiger Druck auf den Nagel
Abgesetztes Tool zum vollständigen Aushärten
Optimale C-Kurve mit 50%-Wölbung
Desah
Das Werkzeug besteht aus vier unterschiedlichen Stiften, die in unterschiedlichen Größen innerhalb eines Gehäuses befestigt werden. Die Größen die-ser Stifte bestimmen letztendlich die Größe, auf die der Nagel gepincht wird. Das Gehäuse, in dem der Stift befestigt ist, weist an einer Seite eine Öff-nung auf, um das Auflegen des verlängerten Nagels zu ermöglichen.
Am anderen Ende des Gehäuses befindet sich ein Metallring, der in einer Führungskerbe zum offenen Ende hin zu verschieben ist. Das Verschieben des Rings in Richtung Fingernagel bewirkt, dass das Gehäuse sanften Druck auf die Seiten des Nagels ausübt und diesen auf die Größe des Stifts presst.
Handhabung
Nachdem man die passende Größe ausgesucht hat (Bild 6), überprüft man, ob das Produkt genü-gend angehärtet ist (Bild 7) und nimmt dann die Schablone von der Fingerspitze ab. Nun wird der Fingernagel in das Gehäuse eingeführt und der innenliegende Stift direkt unter der freien Nagel-spitze platziert (Bild 8). Nun nimmt man den Ring und führt ihn langsam entlang des Gehäuses in Richtung Fingernagel (Bild 9). Vorsichtig wird der Ring immer weiter zum Nagel geschoben und hier-bei über das Gehäuse ein leichter und gleichmä-ßiger Druck auf den Nagel ausgeübt (Bild 10). Abhängig davon, wie stark ausgeprägt die C-Kurve sein soll, wird der Ring bis zu dem Punkt geschoben, der die gewünschte Wölbung ergibt. Das geschlossene Ende des Werkzeugs wird auf der Arbeitsplatte abgelegt (Bild 11) und während das Produkt weiter aushärtet, sorgt das Werkzeug dafür, dass der Nagel in der gewünschten Form verbleibt. Das Ergebnis: eine gleichmäßig gewölb-te C-Kurve, die den Tragekomfort und die Halt-barkeit der Modellage maximiert (Bild 12).
Sollte der Nagel nicht gleich in das Gehäuse der gewählten Größe passen, kann man mit beiden Daumen die Breite des Nagels vorpinchen. Natür-lich ist das Pinchen der Modellage auch nach herkömmlichen Methoden wie mit den Dau-mennägeln, Pinchsticks und Pinchklemme mög-lich. Doch die Entwicklung dieses Pinchwerkzeugs ist eine wirkliche Hilfestellung für all diejenigen Nail Designer, die bislang vor dem Pinchen zurück-schreckten.
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Feilen

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Handelsübliche Feilen für den professionellen Nail Designer
Glasfeile
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Wattierte Feilen (Bufferfeilen)
Feilen werden täglich in jedem Nagelstudio ver-wendet, egal ob hochpreisiges Institut oder Home-studio. Sie werden für eine Vielzahl von Arbeits-schritten benutzt und das Angebot ist so vielfältig wie die Anwendungsgebiete. In diesem Kapitel fin-den Sie alles Wissenswerte in Bezug auf die im Nagel-studio üblicherweise verwendeten Feilen, unterteilt nach Form, Ausstattung und natürlich auch Kör-nung.
Die Beschaffenheit der Oberfläche wird durch ein mit Körnern versehenes, aufgeklebtes Blatt Papier bestimmt. Dieses Werkzeug wird zur Vorbereitung der Nagelplatte auf den Produktauftrag, zur Kür-zung des Naturnagels, zur Formbefeilung des Mate-rials in Länge, Breite und auf der Oberfläche sowie zum Aufpolieren des Modellageprodukts verwen-det. Die Beschaffenheit der Feile, Oberfläche, Kör-nung und Form, sollte entsprechend des Arbeits-gangs ausgewählt werden.
Grundsätzlich gilt: eine Feile kann nicht desinfiziert werden! Anders lautende Aussagen von Herstellern (desinfectable® oder desinfizierbar) und Vertriebsfir-men entsprechen nicht den Tatsachen. Feilen dürfen nicht an mehreren Kunden verwendet werden. Gegebenenfalls die gebrauchte Feile für den nächs-ten Termin der Kundin aufbewahren! Siehe dazu auch die Hygienevorschriften der einzelnen Bun-desländer.
Formen
Mit welcher Feilenform welche Arbeit verrichtet wird, bestimmt der Nail Designer selbst. Profifeile (Abb. 1a), extrabreite Feile (Abb. 1b), Bumerang-feile (Abb. 1c), Kanuform (Abb. 1d), Trapezform (Abb. 1e) und U-Boot-Form (Abb. 1f) sind die gän-gigsten Formen der professionellen Feilen auf dem Markt. Jede dieser hier aufgezeigten Formen kann für jeden Zweck bzw. Arbeitsschritt verwendet wer-den. Meist wählt der Nail Designer die Form der Feile bzw. Feilen, mit der er die ersten Versuche während seiner Grundausbildung gearbeitet hat. Ob nun die Profifeile oder eine andere Feile gewählt wird, unterliegt einzig und allein der Ent-scheidung und Sichtweise des Profis.
Glasfeile
Die Glasfeile (Abb. 2) weist keine Körnung auf der Oberfläche auf, sondern die Feilwirkung wird durch das Einätzen feiner Poren in das Glas, aus dem die Feile angefertigt wird, erreicht. Glasfeilen sind, als
180er-Körnung 80er-Körnung
einzige Ausnahme zur Regel, desinfizierbar! Die Oberfläche wird hierbei mit einer Nagelbürste von Feilrückständen gereinigt und danach im Autoklaven, Heißluftsterilisator oder Ultraschallgerät desinfiziert bzw. sterilisiert. Da die Glasfeile aber sehr zerbrechlich ist, wird sie meist für die Ver-wendung für zu Hause an den Kunden verkauft.
Beschaffenheit
Jede der oben aufgeführten Formen ist auch als wat-tierte Variante erhältlich. Hierfür werden auf dem Kern der Feile Wattierungen aus Schaumstoff und darauf wie-derum das Papier mit der Körnung aufgeklebt. Die wat-tierten Feilen bieten dem Benutzer die Möglichkeit, Ober-flächen zu glätten und die bei der Formbefeilung entstandenen Feilspuren aus dem Modellagematerial herauszuarbeiten. Neben der herkömmlichen Beschich-tung sind wattierte Feilen nun auch mit einer angeätzten Oberfläche erhältlich. Dies hat den Vorteil, dass bei der Verwendung kein Feilabrieb mehr entsteht. In den meis-ten Fällen weisen die wattierten Feilen auf beiden Seiten unterschiedliche Körnungsgrade auf. Bei den hier gezeig-ten Beispielen handelt es sich um eine 240er-Körnung (Abb. 3a), Wattierung (Abb. 3b) und 360er-Körnung (Abb. 3c). Für den Service zu Hause sind auch die ein-seitigen Buffer zu empfehlen. Hierbei ist eine Seite des Buffers mit einer Kunststoffbeschichtung und die andere Seite mit einem Schaumstoff versehen, dessen Oberflä-che angeätzt und somit rau ist (Abb. 3d).
Körnung
Bei der Angabe der Körnung werden die Anzahl der Körner pro Quadrat-Inch (US-Maß, 1 inch = 2,54 cm) auf der Oberfläche der Feile angegeben. Daraus ergibt sich: Je höher die (An)zahl der Körner, desto feiner die Feile.
Um dies zu verdeutlichen, haben wir hier zwei Bilder der unterschiedlichen Körnungen abgedruckt. Im Bild 4 sehen sie die Oberfläche einer Feile mit mittlerer Kör-nungsstärke (180er-Körnung) und in Bild 5 ist eine Ober-
fläche mit 80er-Körnung abgebildet.
Arbeitsweise und Anwendung
Für die Vorbereitung des Naturnagels auf den Produkt-auftrag wird eine Körnung von mindestens 240 empfohlen. Auch ist die wattierte Feile bzw. ein Buffer mit dieser Kör-nung vorzuziehen, da hierdurch die Wölbung des Natur-nagels erhalten bleibt.
Formbefeilung
Raue Feilen, wie zum Beispiel mit 80er-, 100er- oder 120er-Körnung, werden zu groben Feilarbeiten, wie dem Befei-len des Materials bei der Pulver-Flüssigkeits-Modellage direkt nach dem Produktauftrag verwendet. Bei einer Gelmodellage benötigt man nicht so raue Feilen, weil das Modellagematerial nach der Aushärtung noch rela-tiv weich und flexibel ist. Hier ist eine 180er- Körnung die ideale Wahl. Auch zum Kürzen der Länge bzw. zur Anpassung der Seitenlinien werden die hier aufgeführten Feilen verwendet.
Finish
Nachdem das überschüssige Produkt von der Modellage entfernt wurde, müssen mit feineren Feilen die Kratz- bzw. Feilspuren herausgearbeitet werden. Hierzu werden Feilen mit immer höheren Körnungen verwendet, z. B. 240er-, 360er- und zum Abschluss wird mit einem Buffer geglättet. Will man das Modellageprodukt aufpolieren, kann mit einer 4-Wege-Polierfeile bzw. mit einer Shinerfeile (beschichtete Polierfeile) das Modellageprodukt auf Hoch-glanz gebracht werden.
Zusammenfassung
- Je niedriger die Zahl der Körnungsangabe, desto gro-ber die Feile.
- Feilen sind Einwegprodukte und dürfen nicht an meh-reren Kunden verwendet werden.
- Feilen sollten nicht in geschlossenen Behältnissen auf bewahrt werden.
- Feilen können i. d. R. nicht desinfiziert werden.
Hygiene im Studioalltag
Der aufmerksame Besucher einer Messe muss leider oft feststellen, dass das Thema Hygiene häufig noch immer eine untergeordnete Rolle auf den Ständen in der Nagelhalle spielt. So werden auf beinahe allen Ständen die angebotenen Materialien verarbeitet, um den Besu-cher zum Stehenbleiben zu veranlassen und ihn zum Besuch des Messestandes einzuladen. Doch nur gele-gentlich nehmen die Nail Designer, die die Produkte auf den Messeständen demonstrieren, die hygienischen Bedingungen und Vorschriften wirklich ernst. Hygiene,
die Lehre über die Verhütung von Infektionskrankhei-ten durch Übertragung von Mikroorganismen, ist in der heutigen Form eine relativ junge Lehre. Erst 1865 wurde in Deutschland der erste Lehrstuhl für diesen Bereich an einer Universität eingerichtet. Trotz des Wissens um die Übertragungswege von Krankheiten durch Mikroorga-nismen, das schon der römische Arzt Marcus Terentius Varro lehrte, hat sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts bei uns diese Lehre durchgesetzt.

Anwendungen im Studio
Auch wenn nun schon seit über 150 Jahren die Lehre der Hygiene an den deutschen Universitäten unterrichtet wird und das Bewusstsein um Hygiene in der Bevölke-rung immer stärker wird, gibt es dennoch Teilbereiche unseres Lebens, in denen die hygienischen Bedingun-gen noch nicht berücksichtigt werden. Da der Beauty-bereich noch relativ jung in seiner Entwicklung ist und dessen Anwendungen großen Änderungen unterworfen sind, arbeiten die Behörden erst in den letzten Jahren an Hygieneverordnungen, die diese Anwendungen strikt reglementieren. Durch den Föderalismus obliegt es jedoch jedem Bundesland, Hygieneverordnungen zu erlassen. So unterscheiden sich diese Vorschriften maß-geblich voneinander. NRW hat eine 23-seitige Hygiene-verordnung. In Bayern, Hamburg und Niedersachsen umfasst die jeweils gültige Hygieneverordnung gerade ein bis maximal drei Seiten. Dementsprechend dürftig sind auch die Vorschriften und Empfehlungen. Während NRW das Tragen von Handschuhen während des Kon-taktes mit den chemischen Produkten (also während des Produktauftragens und der Feilarbeit) zwingend vor-schreibt, wird das in der bayerischen Verordnung noch nicht einmal erwähnt. Auch die Verwendung der Feilen und deren Handhabung tauchen in den meisten Ver-ordnungen nicht auf. Macht man sich dann aber klar, dass genau auf diesem Weg einiges an Keimen und Mikroorganismen übertragen werden kann, ist die Arbeits-situation in den Studios nicht weiter verwunderlich.
Hygieneverordnung
Die Verordnung, die am umfangreichsten ausgearbeitet wurde, ist die in Nordrhein-Westfalen gültige Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygienever-ordnung) vom 9. Januar 2003.
Auch wenn im Nagelstudio eigentlich keine Tätigkeiten ausgeübt werden, die eine Verletzung der Haut oder Schleimhaut verursachen, kann dies aber unbeabsichtigt geschehen. Wie im letzten Satz dieser Verordnung dar-gestellt, sind im Geltungsbereich auch Nagelstudios mit ein-geschlossen und haben sich somit an diese Vorschriften zu halten. Wenn auch darüber diskutiert werden könnte,
inwieweit diese Vorsichtsmaßnahmen wohl übertrieben sind, sollte sich der Nail Designer vergegenwärtigen, dass hygienische Vorschriften in erster Linie dem Schutz der eigenen Person dienen. Allzu oft kann man beobachten, dass die Kundin ein Studio betritt und ohne sich die Hände zu waschen am Arbeitstisch Platz nimmt. „Wissen Sie, was die Kundin vorher in der Hand gehalten hat? Machen Sie sich bewusst, dass in diesem Moment jeder Keim, jede Bakterie und jeder Virus sich auf dem Arbeitstisch aus-breitet. Wissen Sie, ob die Kundin an einem Krankheitser-reger leidet, der u. U. auf Sie selbst oder die nächste Kun-din übertragen werden kann?“, lauten die Fragen, die die Dozenten an der HWK Düsseldorf ihren Schülern stellen, wenn diese am Prüfungsvorbereitungskurs teilnehmen. Allzu oft sind sich selbst die Teilnehmer, die über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen müssen, immer noch im Unklaren, welchen Risiken sie sich und ihren Kunden im Studio aussetzen.
Messe
Beim Bummeln über die Messe wird oft deutlich, dass das Hauptaugenmerk der Aussteller nicht gerade auf der Hygiene liegt. Es ist eine Ausnahme, wenn an einem Arbeitstisch der vorführende Nail Designer Handschuhe trägt. Häufig kann man beobachten, dass Feilen aus einem Köcher genommen wurden, die ganz offensichtlich schon mehrere Male, also auch an verschiedenen Perso-nen, benutzt wurden. „Ich würde mir an einem solchen
Stand niemals einen Probenagel machen lassen“, so die Aussage einer Besucherin.
Tatsächlich ist an den wenigsten Ständen ein Desinfekti-onsmittel auf dem Arbeitstisch zu finden. Außerdem wer-den Feilen mehrmals benutzt bzw. während des gesamten Messeauftritts immer wieder zur Arbeit am Kunden einge-setzt. Schon im vergangenen Jahr wurden auf einigen Messen die Gesundheitsbehörden auf diesen Missstand aufmerksam und begannen, die Stände zu kontrollieren, ob die Feilen, die zum Einsatz am Kunden verwendet wur-den, auch tatsächlich immer neu und ungebraucht waren. Außerdem kontrollierten sie die Durchführung von Hand- und Oberflächendesinfektion und regten das Tra-gen von Handschuhen an. Warum sich dieses professio-nelle Verhalten bis zum heutigen Tage nicht durchgesetzt hat, ist für viele Vertreter der Branche unverständlich.
„Weder im Studio noch auf der Messe möchte ich mich durch Unachtsamkeit und Nachlässigkeit infizieren“, so die Aussage einer Nail Designerin auf der Messe.
Egal wo man als Nail Designer arbeitet, ob auf einer Messe oder im eigenen Studio, die Einhaltung der grundlegenden Hygienemaßnahmen ist eine absolute Pflicht und sollte eigentlich Routine sein.
Rat: Das Tragen von Handschuhen ist ein wichtiger Schutz für Ihre Kunden und für Sie selbst.
Schützen Sie sich! Der Umgang mit Chemikalien kann zu Kontaktallergien führen und Sie letztendlich zur Aufgabe Ihres Berufes zwingen. Außerdem werden über die Berüh-rung von Händen unzählige Krankheiten übertragen, was Sie bei der Verwendung von Handschuhen vermeiden können.
Handschuhe unterstreichen Ihre Professionalität!
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Handschuhe
Nitrilhandschuhe, schwarz
Bei den meisten Ausbildungen zum Nail Designer wird das Tragen von Handschuhen empfohlen. Doch viele Nail Designer tragen sie immer noch nicht regelmäßig bei der Modellagearbeit bzw. der Arbeit am Kunden. Und diejenigen, die Handschuhe tragen, haben oft nur wenig Ahnung, worauf man beim Kauf von Handschu-hen achten sollte. Doch es ist in der Zwischenzeit in vie-len Bundesländern Pflicht, dass Handschuhe im Nagel-studio getragen werden. Grund genug, sich mit dem Thema „Handschuhe – warum und welche?“ ausein-anderzusetzen.
Nail Designer tragen Handschuhe während der Arbeit aus einer Anzahl von Gründen: In erster Linie möchten Sie sich vor möglichen allergischen Reaktionen auf Pro-dukte, die in der Nagelindustrie verwendet werden, schützen. Da Allergien immer mit einer Sensibilisierung des eigenen Immunsystems zusammenhängen, muss aus diesem Grund schon bei der Ausbildung mit dem Tragen von Handschuhen begonnen werden. Eine All-ergie kann niemals geheilt, sondern bestenfalls nur ver-hindert werden. Glücklicherweise wird während der meisten Ausbildungen das Tragen von Handschuhen empfohlen und hierdurch schon die beste Grundvor-aussetzung zur Verhinderung einer Allergie geschaffen. Zum Zweiten werden hygienische Gründe für das Tra-gen von Handschuhen angeführt. Durch ihre Verwen-dung wird die Kontamination durch Viren, Bakterien und Pilzsporen vermieden. Darüber hinaus müssen die Hände weniger oft gewaschen werden, was dem Säu-reschutzmantel der eigenen Haut zugutekommt. Auch der Schutz vor Verletzungen beim Feilen wird als Grund für das Tragen von Handschuhen angeführt. Dies ist
natürlich nur für die Feilarbeit mit der manuellen Feile richtig. Beim Gebrauch einer elektrischen Feile nutzt das Tragen von Handschuhen als Schutz nur wenig. Als weiteren Grund für das Tragen von Handschuhen wird oftmals der Schutz der eigenen Nagelmodellage ange-führt. Wenn Sie während der Arbeit Handschuhe tragen, bleibt ihre eigene Modellage länger schön.
Die richtige Auswahl
Oftmals erzählen Kolleginnen, dass das Tragen von Handschuhen unangenehm sei. Nail Designer klagen, dass sie nicht genügend Gefühl für die Kundin hätten und das Verwenden einer Feile mühevoll sei, wenn Handschuhe getragen würden. Ebenso oft wird aber erzählt, dass das Tragen von Handschuhen eine reine Gewohnheitssache sei. Wenn ein Nail Designer schon während der Ausbildung zum Tragen von Handschuhen angehalten wurde, ist dies später ständige Routine.
Ein gut sitzender Handschuh funktioniert genauso wie die nackte Hand. Dies ist auch der Grund, warum es so wichtig ist, den richtigen Handschuh auszuwählen. Hier einige Kriterien, gemäß denen die Handschuhe aus-gewählt werden sollten:
- Sicherheit (gegen Allergien und Kontaminierung)
- Gebrauch (Tragekomfort, Lebensdauer, mechani-sche Belastbarkeit), Kosten (ökonomischer Faktor)
- Aussehen
Sicherheit
Wie viel Sicherheit das Tragen von Handschuhen bringt, ist meist vom Material, aus dem die Handschuhe gefer-tigt wurden, abhängig.
Polyethylen
Aus PE (Polyethylen) ist ein Handschuh, der (beinahe) durchsichtig ist und meist an Tankstellen zum Betanken der Fahrzeuge ausgegeben wird oder von Verkäufern an der Brot- oder Wursttheke verwendet wird. PE ist ein sehr leichtes und dünnes Material, das für die Arbeit im Nagelstudio ungeeignet ist.
Latex
Durch die weit verbreitete Latexallergie ist Nail Desi-gnern und anderen Berufsgruppen vom Tragen von Handschuhen aus Latex abzuraten. Auch die gepu-derten Handschuhe aus Latex sind ungeeignet für das Nagelstudio. Der verwendete Puder beinhaltet minu-tiöse Eiweißanteile des Latex, die nach dem Abstreifen der Handschuhe in der Atemluft des Studios nachge-wiesen werden können. Es lohnt sich, teurere Latex-handschuhe zu bevorzugen. Die qualitativen Unter-
schiede machen sich gerade in Bezug auf allergische Reaktionen bemerkbar.
Latexhandschuhe, ungepudert
Neopren (Chloroprenkautschuk CR)
Dieses Material wird zur Herstellung von Taucheranzü-gen verwendet. Es zeichnet sich durch seine Haltbarkeit und Elastizität aus. Darüber hinaus ist es resistent gegen-über Ölen und Schmierstoffen, Lösungsmitteln und den meisten Chemikalien, die im Nagelstudio verwendet werden. Handschuhe aus Neopren sind für die meisten Nail Designer, die mit allergischen Reaktionen bzw. sen-sitiver Haut zu kämpfen haben, zu empfehlen.
Verwendung
Vor dem Kauf von Handschuhen sollten einige Aspekte in Betracht gezogen werden:
| Ist die Innenseite der Handschuhe beschichtet, beispielsweise mit Baumwolle? Wie dick ist das Material, aus dem die Hand-schuhe hergestellt wurden? Reißt der Handschuh ein, wenn man mit einer Feile darüber fährt? Wie sitzen die Nähte der Handschuhe? Legt sich das Material gut an die Haut an und gibt es den Bewegungen nach? Wie sind die Fingerspitzen der Handschuhe gefer-tigt? Haben Sie beim Tragen der Handschuhe genü-gend Gefühl und Halt, auch wenn der Hand-schuh nass ist? Sind die Handschuhe gut verarbeitet und verfü-en sie über eine glatte Oberfläche? Wurden die Handschuhe mit einem Fungizid bzw. antibakteriell behandelt? Wie sind die Handschuhe verpackt? |
Ist die Innenseite der Handschuhe beschichtet, bei-spielsweise mit Baumwolle?
Wie dick ist das Material, aus dem die Handschuhe hergestellt wurden?
- Reißt der Handschuh ein, wenn man mit einer Feile darüber fährt?
- Wie sitzen die Nähte der Handschuhe?
- Legt sich das Material gut an die Haut an und gibt es den Bewegungen nach?
Vinyl und Polyvinyl
Dieses Material ist haltbarer und stärker als Latex und verursacht keine Allergien. Vinyl ist aber gegenüber den im Nagelstudio verwendeten Chemikalien nicht völlig undurchlässig. Vinylhandschuhe sind sehr ela-stisch und passen sich den Bewegungen der Hand opti-mal an.
- Wie sind die Fingerspitzen der Handschuhe gefer-tigt?
- Haben Sie beim Tragen der Handschuhe genü-gend Gefühl und Halt, auch wenn der Handschuh nass ist?
- Sind die Handschuhe gut verarbeitet und verfü-g gen sie über eine glatte Oberfläche?
Wurden die Handschuhe mit einem Fungizid bzw. antibakteriell behandelt?
- Wie sind die Handschuhe verpackt?
Nitril
Handschuhe aus diesem Material weisen eine gute Beständigkeit auf und sind kaum durchlässig. Für die meisten Nail Designer sind diese Handschuhe die beste Wahl. Nitril bietet einen 98%igen Schutz vor Chemikalien und ist hypoallergen. Die meisten Nitrilhandschuhe sind sehr robust und sehr lange haltbar.
Die meisten Handschuhe werden in Verpackungen von 100 Paar pro Verpackungseinheit verkauft. Für das Nagel-studio sind steril verpackte Handschuhe nicht nötig. Es ist sehr wichtig, dass Sie Handschuhe in der richtigen Größe für sich und etwaige Angestellte einkaufen. Je besser die Passform der Handschuhe, desto besser ist der Tra-gekomfort. Handschuhe sind in den Größen Small, Medi-um, Large und Extra Large erhältlich. Werden die Hand-schuhe zu groß getragen, haben Sie nur wenig Gefühl bzw. Halt bei der Arbeit. Handschuhe, die zu klein sind, reißen während des Tragens leicht ein, vor allen Dingen, wenn Sie selbst lange Fingernägel tragen.
Handschuhe mit extra langem Schaft sind bei Bedarf erhältlich. Diese Handschuhe schützen auch das Hand-gelenk und den Unterarm vor dem Kontakt mit dem Feilstaub.
Kosten
Der Preis für gute Handschuhe ist meist verhältnismäßig hoch. Doch wenn Handschuhe in größeren Mengen eingekauft werden, beispielsweise 1.000 Stück, redu-ziert sich der Preis auf etwa 0,05 € pro Handschuh für die einfache Variante und auf ca. 0,15 € pro Stück für eine bessere Qualität. Neoprenhandschuhe mit verlänger-tem Schaft kosten ca. 0,30 € pro Stück, was die teuer-ste Variante darstellt. Doch selbst wenn Sie die kosten-intensivste Variante wählen, sind die finanziellen Aufwendungen für Ihren Schutz sehr viel niedriger als das, was Sie für die Behandlung bzw. den Dienstausfall, der entsteht, wenn Sie sich eine Allergie zuziehen, auf-wenden müssen.
Aussehen
Das Erscheinungsbild dieser Handschuhe ist nicht gera-de ansprechend. Nitrilhandschuhe sind meist giftgrün oder hellblau, eigentlich nicht sehr schön für eine Indus-
Baumwollhandschuhe für darunter
Handschuhe Sie für die Arbeit in Ihrem Studio auswäh-len, lassen Sie sich vom Aussehen nicht abschrecken. Erklären Sie Ihren Kunden, wie wichtig es sei, dass Sie diese Vorsichtsmaßnahmen träfen und dass das Tra-gen von Handschuhen zur Arbeitsweise eines profes-sionellen Nail Designers gehöre.
Anwendung
Im Prinzip werden Handschuhe immer getragen, wenn Sie mit den Modellagematerialien arbeiten. Hand-schuhe sind ein unerlässliches hygienisches Mittel, das in keinem Nagelstudio fehlen sollte. Arbeiten Sie nur eine Maniküre oder tragen Sie nur Nail Art auf, können Sie auf das Tragen von Handschuhen verzichten. Vor dem Überstreifen der Handschuhe sollten Sie Ihre Hände mit Alkohol bzw. einem Desinfektionsmittel abreiben. Die Hände sollten absolut trocken sein, bevor Sie die Hand-schuhe anlegen. Verwenden Sie für jeden Kunden ein neues Paar Handschuhe. Beim Abstreifen der Hand-schuhe sollten Sie die Innenseite nach außen stülpen, damit die verunreinigte Außenseite nicht mit der Haut in Kontakt kommt. Um das Gefühl in den Fingerspitzen zu verstärken, können Fingerbandagen unter den Hand-schuhen angelegt werden. Etwas schwierig ist es, mit
| medizinische Untersuchungshandschuhe, Beat-mungsmasken, Spritzen, Katheter |
| LatexallergieDie Zahl der Menschen, die mit einer Latexallergie behaftet sind, steigt stetig an. Grund hierfür ist, dass Latex (Naturkautschuk) in sehr vielen Produkten und Dingen, die uns im täglichen Leben umgeben, ent-halten ist. Hier einige alltägliche Gegenstände, die Latex enthalten: Haushaltshandschuhe Kondome, elastische Binden, Pflaster Gummiringe, Gummigriffe, Gummischuhe, Gum-mitiere, Radiergummi Briefmarkenkleber, diverse Handwerkskleber Badematten, Bademützen, Badesandalen, Tauchbekleidung, Schwimmbrillen, Gummiunter-lagen Teppichrücken, Turnmatten, Matten im Auto, Fahr-rad- und Autoreifen medizinische Untersuchungshandschuhe, Beat-mungsmasken, Spritzen, Katheter Squashbälle, Luftballons Kaugummi |
trie, die sehr auf das Äußere achtet. Einige Hersteller und Marken bieten auch durchsichtige bzw. beinahe durch-sichtige Varianten an. Bei diesen besteht der Vorteil, dass die Nagelmodellage der Nail Designerin zu sehen ist. Einige Vinylhandschuhmarken, die auch von den Friseuren getragen werden, sind in Farben erhältlich, die etwas ansprechender als die Handschuhe sind, die eigentlich für den medizinischen Bedarf hergestellt wur-den. Eine erst kürzlich gezeigte Variation sind schwarze Handschuhe. Diese sind meist aus Neopren hergestellt und bieten dem Träger einen hervorragenden Schutz. Darüber hinaus werden diese Handschuhe während der Arbeit nicht so schnell unansehnlich und weisen beinahe keinerlei Verfärbungen durch die Chemika-lien auf. Leider sind diese schwarzen Handschuhe, die eigentlich aus dem Tattoobereich kommen, nicht gera-de die kostengünstigste Variante. Aber egal welche
Handschuhen Tips oder eine Schablone zu setzen. Die Handschuhe bleiben gerne an der gummierten Seite der Schablonen kleben. Sie sollten diesen Arbeitsschritt einige Male üben, bevor Sie an der Kundin die Scha-blonen ansetzen bzw. den Tip kleben. Auch wenn Sie keine Latexallergie haben, können durch das Tragen von Handschuhen einige Hautprobleme hervorgerufen werden. Die Ursache hierfür ist eine mechanische Irrita-tion, die durch das Schwitzen der Hände beim Tragen von (Kunststoff)handschuhen auftritt. Rötungen und Aus-schlag an den Händen können dabei hervorgerufen werden. Durch das Tragen von ungepuderten Hand-schuhen in der richtigen Größe ist dies meist zu verhin-dern. Das Auftragen von Fett bzw. Vaseline kann hierbei ein wichtiger Schutz sein. Ist einmal eine Sensibilisierung mit dem Allergen in Gang gekommen, treten oftmals Kreuzallergien auf, die sich überwiegend gegen (sub)tro-pische Früchte wie Bananen, Kiwi und Avocado, aber auch gegen andere pflanzliche Proteine wie verschie-dene Ficusarten, Guttapercha, Ficus Benjamini u. a. richten. Die Auswirkungen der Latexallergie reichen von Hautrötungen und Entzündungen, Augenrötungen und Juckreiz über Asthma und Atemwegserkrankungen und gesundheitlichen Problemen bei der Verdauung bis hin
Arbeitshandschuhe
zum anaphylaktischen Schock. Da die Sensibilisierung mit Latex durch die breit gefächerte Verarbeitung von Latex (beinahe) nicht zu vermeiden ist, wird von den Gesund-heitsbehörden für bestimmte Berufsgruppen vom Tra-gen von Latexhandschuhen abgeraten. Zu diesen Berufsgruppen gehören Ärzte, Zahnärzte Pflege- und Praxispersonal, Friseure, Kosmetiker, Fußpfleger und Nail Designer sowie Arbeitskräfte in der gummiverarbeiten-den Industrie. Gerade bei (gepuderten) Latexhand-schuhen kommt es zu einer sehr schnellen und weitrei-chenden Sensibilisierung. Im Puder der Latexhandschuhe löst sich das Protein sehr leicht und wird durch das Abstreifen der Handschuhe auch in die Raumluft frei-gesetzt. Hierbei kommt es beim Einatmen zur Sensibili-sierung der Atemwege.
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Lichthärtungsgeräte
Ein Lichthärtungsgerät gehört zur Grundausstattung eines jeden Nagelstudios. Auch wenn ein Studio haupt-sächlich die Pulver-Flüssigkeits-Modellage anbietet, wird für die Versiegelung im letzten Arbeitsschritt dennoch oftmals ein Gloss- oder Versiegelungsgel verwendet. Auch die Anwendung lichthärtender Lacke bzw. von Gel Polishes macht die Anschaffung eines UV-Lichthär-tungsgeräts unumgänglich. Hier eine Zusammenstel-lung der gängigsten Modelle.
Zwei-Röhren-Tunnelgerät
Tunnelgerät
Das handelsübliche Tunnelgerät ist mit folgenden Details ausgestattet:
- Verspiegelter Innenraum im Tunnel und auf der Bodenplatte
LED Gerät von oben
- Herausziehbare Bodenplatte zur besseren Reini-gung und um das Tunnelgerät auch für die Fuß-nagelmodellage zu verwenden
- Vier Röhren, à 9 Watt mit Standardstecker, Anord-nung: links, rechts und zwei Röhren im Dach des Tunnels
- Timer – in der Regel auf 2 Minuten Aushärtungszeit eingestellt
LED-Gerät
Diese neue Generation von UV-Lichthärtungsgeräten ist mit Leuchtdioden (kurz LED = light emitting diode) aus-gestattet, die als Ersatz für die traditionellen UV-Röhren verwendet werden. Da die Leuchtdioden über eine sehr viel längere Lebensdauer verfügen (Hersteller-angabe: abhängig von der Lichtleistung bis zu 30.000 Stunden), ist beim LED-Gerät für die Nagelindustrie der Austausch der Leuchtdioden nicht vorgesehen.
Ausstattung der LED-Geräte
- Verspiegelter Gehäuseinnenraum
- Komplettabdeckung des Himmels mit Leuchtdio-
den
- Timer auf 30, 60 und 90 Sekunden einstellbar
CCFL-Gerät
Die Kaltkathodenstrahler hielten auch in der Nagelindustrie Einzug. Als Kaltkathodenröhre (engl. cold cathode flores-cent lamp, kurz CCFL) wird eine Elektronenröhre, ähnlich wie die herkömmlichen Leuchtstoffröhren, bezeichnet, deren Kathoden auch im ungeheiztem (kaltem) Zustand Elektronen aussenden können. Bei der Kaltkathodenröhre ist im Vergleich zu der Leuchtdiode die Lichtausbeute dreimal höher und damit ist sie im Betrieb energieeffizien-ter. Die Lebensdauer einer Kaltkathode wird mit bis zu
100.000 Stunden angegeben. Der Austausch der CCFL-Röhre ist im Bereich der Nagelindustrie aus diesem Grunde nicht vorgesehen.
Ausstattung der CCFL-Geräte
- Verspiegelter Gehäuseinnenraum
- 1 Kaltkathode am Himmel des Geräts
- Timer auf 30, 60 und 90 Sekunden einstellbar
- Sehr kleine Geräteabmessungen, deswegen platz-
sparend am Arbeitstisch
Geräte und Technik im Vergleich
Während die Entwicklung von UV-Lichthärtungsgerä-ten den wirtschaftlichen Anforderungen nach besse-rer Lichtausbeute, geringerem Energieverbrauch und Entsorgung Rechnung trägt, ist für den Nail Designer in erster Linie die Effektivität in Bezug auf die Aushärtung entscheidend. Heute liegen im deutschsprachigen Raum die herkömmlichen Tunnellichthärtungsgeräte preislich nur noch bei einem Bruchteil dessen, wofür sie noch vor wenigen Jahren gehandelt wurden. Doch litt durch den Preiskampf vor allem die Qualität der Gerä-te und somit auch die Zuverlässigkeit in der Aushärtung der Modellageprodukte.
Durch eine Testreihe wurde belegt, dass selbst bei neuen Geräten mit neuen Leuchtstoffröhren die Licht-intensität nicht ausreicht, um den Modellagekunststoff völlig aus- bzw. durchzuhärten. Vergilben, Haftungs-probleme und beschleunigte Produktalterung sind die Folge. Die Alternative wäre der Austausch der Röhren, die mit dem Gerät geliefert werden, durch Markenröh-ren, die eine Gewähr für Leistung und Strahlungsstärke geben. Doch hierbei kommt es immer wieder zu Pro-blemen, da die im Gerät eingebauten Halterungen der Röhren nicht genormt sind und Qualitätsröhren nicht eingesetzt werden können.
Bei Leuchtdioden bzw. LED-Geräten kommt es immer wieder vor, dass diese nicht ausreichend Strahlung abgeben, um alle Modellagekunststoffe auszuhärten. Wer sich für die LED-Technik entscheidet, sollte das Gerät auf jeden Fall bei einem Fachhändler beziehen, der über die Strahlungsmengen in Bezug auf bestimmte Kunststoffe informieren kann. In der jüngsten Vergan-genheit wurden auf dem Markt LED-Geräte vorgestellt,
die, laut Angabe des Herstellers, alle Modellagekunst-stoffe aushärten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Buchs lagen darüber aber noch keine Studien vor.
Die CCFL-Geräte, die bis Ende 2011 auf dem Markt ver-trieben wurden, haben durchwegs ein Problem bei der Aushärtung. Da die CCFL-Spirale nur am Himmel des Gehäuses angebracht ist, wird von den Vertriebsfirmen die Verarbeitungstechnik 4-4-2 empfohlen. Hierbei wer-den jeweils die vier Finger jeder Hand sowie die bei-den Daumen separat ausgehärtet. Da die Seiten des CCFL-Geräts keine zusätzlichen Spiralen aufweisen, wäre bei der Aushärtung der kompletten Hand u. U. der Dau-men nicht vollständig ausgehärtet worden. Doch bei den Geräten mit CCFL-Technik gibt es darüber hinaus noch ein weiteres Problem. Eine Testreihe belegte, dass bestimmte Geräte keine bzw. nur sehr wenig UV-A-Strahlung abgeben. Hierbei handelt es sich um Geräte, die offensichtlich ein Nachbau der Originalgeräte sind. Erkennen kann man die Fälschung nur, wenn man die Innenseite des Geräts betrachtet. Bei der Fälschung ist die Abdeckung der Spirale mit Lüftungsschlitzen verse-hen, da diese eine gewisse Hitzeentwicklung mit sich bringt. Der Kauf eines CCFL-Geräts sollte nur im Fach-handel getätigt werden, um eine Qualitätsgarantie zu erhalten.
Der Verkauf von Geräten und Leuchtmitteln unterliegt in der EU strengen Richtlinien. Eine Entsorgungspauschale lt. der Altgeräteverordnung bzw. Sondermüllentsorgung (bei Röhren) ist von der Vertriebsfirma zu entrichten. Jeder Käufer sollte darauf achten, nur von Firmen zu kaufen, von denen eine Gewährleistung der Zahlung dieser Entsorgungspauschale übernommen wird. Bei Sonderangeboten und Billiggeräten kann davon aus-gegangen werden, dass dieser Vorschrift nicht bzw. nicht vollständig Folge geleistet wurde.
Pinsel
Für die unterschiedlichen System und Techniken, die täg-lich im Nagelstudio als Serviceleistungen angeboten wer-den, gibt es eine Vielzahl an Pinseln. Während die Hersteller Pinsel für die verschiedenen Arbeiten empfehlen, ist die Wahl des Pinsels aber vornehmlich von der eigenen Arbeitsweise abhängig. Wir präsentieren hier eine Aus-wahl von Pinseln für die unterschiedlichen Systeme.
2
Flach, bspw. für Einarbeitung von Haftvermittlungsgel
Flach, bspw. für Aufstreichen von Versiegelungsgel
4
Abgeschrägter Besatz, exakte Formgebung der Smileline
5
Dunkler Besatz, für die Verarbeitung von Farbgelen
Bestandteile eines Pinsels
Grundsätzlich bestehen Pinsel aus drei Teilen: dem Stiel, der Spange bzw. Zwinge und dem Besatz.
Ob man sich nun beim Pinselsstiel für Metall, Holz oder Kunststoff entscheidet, hängt meist von persönlichen Faktoren wie Budget, Arbeitsweise und Geschmack ab. Bei der Wahl des Stiels aus Holz oder Kunststoff sollte man sich darüber bewusst sein, dass beide Materialien anfällig für Lösungsmittel sind. Wird der Pinsel gereinigt, ist darauf zu achten, dass der Pinselreiniger nicht an den Griff gelangt, der hierdurch unansehnlich werden kann. Metallstiele sind in dieser Hinsicht widerstandsfähiger.
An der Spange oder Zwinge des Pinsels kann selbst ein Laie die Qualität des Pinsels erkennen. Kostengünstige bzw. billige Pinsel haben keine geschlossene Zwinge, sondern weisen eine Naht auf. Qualitativ gute Zwingen sind aus Metallhülsen gefertigt und der Größe und Form des Pinsels angepasst. Die Zwinge dient der Verbindung des Pinselstils mit dem Besatz. Durch die Naht könnte Feuchtigkeit bzw. Lösungsmittel zum Ansatz des Besatzes einsickern, den Klebstoff anlösen und somit den Pinsel zerstören. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Pinsel eine geschlossene Metallspange aufweist.
Der Besatz eines Pinsels muss auf die mit dem Pinsel zu verrichtende Arbeit abgestimmt sein. Während bei der Verarbeitung von Gel meist mit Kunsthaarbesatz gear-beitet wird, muss beim Pulver-Flüssigkeits-System ein Pinsel verwendet werden, der Naturhaarbesatz hat. Liquid zer-stört nämlich den Kunsthaarbesatz.
Gelsystem
Für die Verarbeitung von Gel werden von den Herstellern meist Pinsel mit Kunsthaarbesatz empfohlen. Die Form des Pinsels wird oftmals auf die Viskosität und die Verar-beitungstechnik des Gels abgestimmt. Für den Produkt-auftrag von standfestem Modellage-Gel empfehlen die Hersteller aus diesem Grund Pinsel mit sehr weichem Besatz (Bild 1). Das hochviskose Gel sollte mit freischwe-bendem Pinsel über der Nagelplatte und der Verlän-gerung verteilt werden, ohne dass eine Streichbewe-gung ausgeführt wird. Der hier gezeigte Pinsel hat einen runden Besatz mit einer sehr langen Spitze und ermög-licht dem Profi die Führung des Kunststoffs entlang des Nagelfalzes. Pinsel, die einen flachen Besatz haben, werden gerne für die Einarbeitung des Haftvermitt-lungsgels in den Naturnagel oder das Aufstreichen von Versiegelungsgelen verwendet (Bilder 2 und 3). Der abgeschrägte Besatz dient zum Auftrag des weißen Gels, welches für die French Spitze aufgetragen wird, um die Smileline exakt zu ziehen (Bild 4). Pinsel mit dunklem Besatz (Bild 5) werden vielfach für die Verarbeitung von dunklen Farbgelen verwendet. Die dunkle Pigmentie-rung des Gels würde Pinsel mit hellerem Besatz einfärben und damit unansehnlich machen.
Acryl- bzw. Pulver-Flüssigkeits-System
Pinsel, die für die Verarbeitung des Acrylsystems verwendet werden, müssen einen Besatz aus Naturhaar haben. Das Liquid würde den Kunsthaarbesatz anlösen und damit zerstören. Im Bauch des Besatzes wird die Flüssigkeit auf-genommen und durch Druck wieder freigegeben. Bei Verwendung eines Pinsels der Stärke 8 (Bild 6) oder höher kann genügend Liquid im Pinsel aufgenommen werden, um das damit aufgenommene Pulver zu lösen und in eine Kunststoffmasse zu verwandeln, die dann über dem Natur-nagel und dem Tip bzw. der Schablone aufgetragen wird. Für die French Modellage muss der Acrylpinsel darüber hin-aus noch über eine exakte Spitze verfügen. Der profes-sionelle Nail Designer formt mit ihr die Smileline, was der Grund dafür ist, dass das Haar, das im Besatz verarbeitet wurde, über genügend Spannkraft verfügen muss, um eine scharfe und exakt gezogene Smileline zu ermögli-chen. Für die Nail-Art-Modellage mit Acryl werden speziell hierfür entwickelte Pinsel verwenden (Bilder 7 und 8). Auch diese Pinsel benötigen einen Echthaarbesatz. Die Nail-Art-Pinsel (Blümchenpinsel) sind mit einer sehr feinen Spit-ze ausgestattet und ermöglichen selbst kleinste Detailar-beiten.
Für erstklassige Acrylpinsel wird als Besatz das Haar des Rot-marders (Winterfell) verwendet. In Fachkreisen wird es als Kolinskyhaar bezeichnet und ist bezüglich des spezifischen Gewichts wertvoller und teurer als Gold.
Pflege
Bei einem neuen Pinsel ist der Besatz mit einer Beschich-tung versehen, die vor der ersten Verwendung entfernt werden sollte. Diese (Schutz)beschichtung besteht aus Gummi arabicum. Es wird aus einer afrikanischen Aka-zienart gewonnen und als Dickstoff und Stabilisator auch in Lebensmitteln verwendet. Als Beschichtung des Besat-zes eines Pinsels hält es seine Form stabil und schützt vor Transportschäden. Sie wird beim Pinsel durch den Kontakt des Besatzes mit Pinselreiniger oder bei Acrylpinseln auch mit Liquid abgelöst.
Nach der Verwendung der Pinsel mit Modellagekunst-stoffen sollten diese regelmäßig gereinigt werden. Viele Nail Designer reinigen den Acrylpinsel mit dem im Model-lageprodukt verwendeten Liquid. In den meisten Fäl-len ist dies ausreichend, um Produktrückstände voll-ständig aus dem Besatz des Pinsels zu entfernen. Dennoch rät der Hersteller zu einer regelmäßigen Reini-gung mit Pinselreiniger, was die Haare des Besatzes zusätzlich pflegt und die Lebensdauer des Pinsels erhöht.
Bei einem Gelpinsel ist es meist ausreichend, wenn die Produktreste mit Isopropylalkohol (Isopropanol) entfernt werden und er danach dunkel und trocken gelagert wird.
Beim Acrylpinsel sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Liquid nicht in den Schaft bzw. die Zwinge, die den Besatz mit dem Stiel verbindet, läuft. Dies könnte dazu führen, dass der Kleber, der den Besatz stabilisiert, angelöst wird und damit den Pinsel zerstört. Pinsel sind u. U. sehr kostspielig in der Anschaffung. Mit der richtigen Pfle-ge kann dieses Werkzeug jedoch für lange Zeit verwendet werden. Ein qualitativ hochwertiger Pinsel verbessert und erleichtert die Arbeit des Nail Designers. Wer beim Kauf des Pinsels nur nach dem Preis entscheidet, tut sich damit kei-nen Gefallen.
Notizen ……………………………………….
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Elektrische Feilen
Checkliste
Um eine fundierte Kaufentscheidung zu fällen, sollte der Nail Designer schon im Vorfeld einige Punkte bezüglich des Geräts abklären. Hier einige Stichpunkte aus der Sicht von Experten:
- Qualitätsunterschiede – „Baumarktgeräte“ sind mit den Hightechgeräten aus der Dentalindustrie nicht ver-gleichbar. Beim Kauf einer elektrischen Feile sollte die spä-tere Nutzung im Studio berücksichtigt werden. Durch Gerä-te aus dem Baumarkt und von Billiganbietern können Verletzungen (Verbrennungen durch zu hohe Drehzahlen und Abschürfungen wegen Unhandlichkeit) entstehen. Präzises Arbeiten ist (beinahe) nicht möglich.
- Kostenfaktor – Die Kosten sind natürlich bei der Ent-scheidung für eine elektrische Feile ausschlaggebend. Einen Preis von 300 – 500 Euro sollte man für ein gutes Gerät, das für alle Feilarbeiten benutzt werden kann, ein-kalkulieren, wobei noch zusätzlich ca. 4 – 5 Bits für einen Preis von etwa 70 – 100 Euro benötigt werden. Aufgrund des niedrigen Einstandspreises wird immer wieder nach Batteriegeräten im Preissegment von 10 – 30 Euro gefragt. Diese Geräte eignen sich definitiv nicht für die Arbeit im Studio. Sie wurden für den privaten Gebrauch auf Reisen und für kleine Ausbesserungen entwickelt.
Fußpedal und Steuerungseinheit, elektrische Feile
- Leistung – Die (Feil)arbeit ist mit der elektrischen Feile wesentlich schneller zu erledigen – ca. 50 % Zeitersparnis! Während einige Hersteller vor zu hohen Umdrehungszah-len der Motoren warnen, konnten wir auch Befürworter von schnellen Geräten (25.000 – 40.000 U/min) finden. Hohe Drehzahlen ermöglichen das Arbeiten mit gerin-gem Andruck. Je weniger Druck ausgeübt wird, desto weniger Reibungshitze wird entwickelt. „Wer den Umgang mit der elektrischen Feile gelernt hat, lässt lediglich den Bit
über den modellierten Nagel laufen und erzielt ohne Hitze-entwicklung das beste Ergebnis. Die optimale Anwen-dung der elektrischen Feile setzt auch einen Rechts-/Links-lauf, eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung und eine elektronische Nachregelung der Geschwindigkeit voraus. Hierbei wird bei Druck mit dem Handstück die Umdre-hungszahl des Motors automatisch nachgeregelt.
- Genauigkeit – Mit der elektrischen Feile können Modellagen wesentlich individueller und exakter gear-beitet werden (z. B. versenkte Strasssteine, eingelegter Glitter, Inlayarbeiten oder sauber modellierte Nagelun-terseiten).
- Gesundheit – Wer 15 Jahre mit der Handfeile gear-beitet hat, wird danach sicherlich gesundheitliche Pro-bleme haben (Arthrosen und Sehnenscheidenentzün-dungen). Durch die Verwendung der elektrischen Feile kann diesen Erkrankungen vorgebeugt werden.
- Service – Die Geräte sind einer extremen Belastung ausgesetzt: erstens durch den Auflagedruck und zweitens durch die immense Staubentwicklung. Kein Gerät kann so abgedichtet werden, dass der Staub nicht Probleme bereitet. Wenn mit dem Gerät pro Tag an ca. 6 – 7 Kun-den gearbeitet wird, sollte die Feile etwa alle sechs Mona-te zur Inspektion und Reinigung gegeben werden. Dabei muss das Handstück zerlegt und gereinigt werden. Ein guter Lieferant stellt dem Kunden für die Dauer der Inspek-tion ein Ersatzgerät zur Verfügung, denn wer einmal mit einer elektrischen Feile gearbeitet hat, wird sie nicht mehr missen wollen.
- Handstück – Es sollte darauf geachtet werden, dass es gut in der Hand liegt und dass es nicht zu schwer für eine ständige Anwendung ist. Das Handstück sollte mit einer Spannzange, die ein leichtes Wechseln der Fräsaufsätze ermöglicht, ausgestattet sein.
- Schulung – In einem solchen Seminar sollten die grundsätzlichen Arbeiten vom Käufer selbst durchgeführt werden können. Viele Firmen verfügen über ein Netz von Ausbildern, die ihr eigenes Studio haben, mit den Geräten arbeiten und die Schüler je nach Wunsch an 1 – 2 Tagen im Umgang mit der Elektrofeile unterrichten. Diese indivi-duelle Beratung ist sehr wichtig, um die Effizienz bei der Arbeit mit der elektrischen Feile zu erhöhen.
Bits
Die elektrische Feile oder Fräse ist heute aus dem Studio-alltag nicht mehr wegzudenken. Doch ohne die richtigen Schleifkörper bzw. Bits ist die Verwendung dieses Geräts nur wenig effizient. Wir haben hier eine Übersicht der gän-gigsten Bits mit Erklärungen und empfohlenen Einsatzge-bieten zusammengestellt.
Schleifkörper, Fräsaufsätze oder Bits sind in vielen Ausfüh-rungen erhältlich. Unterteilt werden Sie grundsätzlich nach ihrer Beschaffenheit. Hartmetallbits (Bilder 1, 2, 3 und 4) wer-den für die Formbefeilung von Modellageprodukt ver-wendet. Hierbei ist zu beachten, dass je grober der Schliff, desto mehr Produkt abgenommen bzw. entfernt wird. Für die Entfernung von auf der Nagelplatte abgelagerte Haut-
schüppchen wird der Flammenbit (Bild 5) verwendet. Bits mit einer Diamant- bzw. Saphiroberfläche werden für die Befeilung von Naturnägeln empfohlen (Bilder 6, 7, 8 und 9). Schleifkörper mit Sandblattauflage (Bild 10) werden zum
Glätten der Oberfläche verwendet. Zum Polieren des Materials werden unterschiedliche Bits in den verschiede-nen Körnungen angeboten (Bilder 11, 12, 13, 14 und 15). Mit Saphirbits (Bilderer 16 und 17) können auch Hornhaut-ablagerungen, beispielsweise bei der Pediküre, abge-schliffen werden. Stein-Aufsätze werden bei Verdickun-
gen in der Nagelplatte eingesetzt (Bild 18). Die Schleifbänder (Bilder 19 und 20) werden auf den Man-drel aufgesteckt und sind vielseitig für Produkt aber auch Hornhaut verwendbar. Die Schleifscheibe (Bild 21) wird für Naturnägel und Nagelhaut empfohlen. Polieraufsätze (Bilder 22 und 23) werden zur Einarbeitung von Polier-cremes verwendet. Der Stift (Bild 24) wird immer dann in
das Handstück eingesetzt, wenn die elektrische Feile nicht in Betrieb ist. Bits mit einer Spezialverzahnung (Bilder 25, 26 und 27) unterbinden die Hitzeentwicklung bei der Form-befeilung des Materials.
Maniküre
Eigentlich gehört die Maniküre zur persönlichen Hygiene wie das Säubern der Ohren bzw. das Händewaschen. Dass gerade im deutschsprachigen Raum noch immer die Pflege der Nägel und der Nagelhaut sehr selten ausgeführt wird, ist schon bemerkenswert. Umso wichti-ger ist das Angebot dieser Dienstleistung im Nagelstudio. Bei der Ausführung einer professionellen Maniküre sollte auch die Erklärung für den Kunden nicht fehlen. Gene-rell geht der Experte davon aus, dass man die Pflege der Fingernägel einmal in 14 Tagen ausführen sollte, vor-ausgesetzt, es liegen keine gesundheitlichen Umstän-de vor, die eine häufigere Pflege notwendig machen.
Bei der Maniküre handelt es sich eigentlich um die Pfle-ge der Nägel und der Nagelhaut. Dass man bei der Maniküre auch die Pflege der gesamten Hand inte-griert, liegt darin begründet, dass schöne und attraktive Nägel nur bei einer gut gepflegten Hand wirklich zur Geltung kommen können. Daneben bietet es sich an, die Maniküre mit einer Handmassage zu verbinden. Im folgenden werden die einzelnen Abschnitte einer Mani-küre näher erläutert.
Bei den Arbeitsschritten der Maniküre unterscheidet der professionelle Nail Designer zwischen einer feuchten Maniküre (also mit Einsatz von Wasser) bzw. einer tro-ckenen Variante. Früher wurden zu Beginn der Manikü-re die Nägel und Fingerspitzen immer im Wasser geba-det. Erst in letzter Zeit distanziert man sich vermehrt von dieser Variante, da durch den häufigen Kontakt mit Wasser dem Naturnagel und der Haut Feuchtigkeit ent-zogen wird. Wir haben hier die Arbeitsschritte einer tro-ckenen Maniküre für Sie zusammengefasst.
Anleitung
Im ersten Arbeitsschritt wird mit einem Propusher die Nagelhaut vorsichtig angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben (Bild 1). Das gewölbte Messer des Propushers ist sehr scharf. Man sollte nur sehr vorsichtig damit umgehen, um die Nagelhaut nicht zu verletzen. Mit einer weichen Sandblattfeile (Körnung sollte min-destens 240 oder höher sein) wird nun die freie Nagel-kante in Form gefeilt (Bild 2). Auch Glasfeilen eignen sich hervorragend für das In-Form-feilen der Naturnä-gel. Darüber hinaus sind diese Feilen, die ihre Körnung durch das Anätzen der Glasoberfläche erhalten, auch leicht zu reinigen und im Autoklaven desinfizierbar. Her-kömmlich verwenden viele Menschen eine Diamant-bzw. Metallfeile. Diese Feilen haben aber meist zu schar-fe Schneiden und können die Nagelkante regelrecht
aufreißen. Nach dem Kürzen der freien Nagelkante wer-den mit einer elektrischen Feile die abgelagerten Haut-schüppchen von der Nagelplatte entfernt (Bild 3). Hier-bei ist zu beachten, dass nur ein dafür vorgesehener Bit verwendet wird. Zu oft wird genau bei diesem Arbeits-schritt die Nagelplatte in Mitleidenschaft gezogen und es entstehen die sogenannten Rings of Fire (Feuerrin-ge). Für die Beratung des Kunden ist es wichtig, dass dieser vor dem eigenen Gebrauch einer elektrischen Feile zu Hause gewarnt wird. Zu leicht wird die Nagel-paltte von einem Laien verletzt und es entstehen dau-erhafte Schäden. Für die Verwendung zu Hause ist eine Mineralfeile zu empfehlen. Lose und eingerissene Nagel-haut wird nun vorsichtig mit der Nagelhautzange ent-fernt (Bild 4). Auch hierbei ist Vorsicht geboten. Nur abgestorbene Haut sollte abgenommen werden. Gera-de bei Männern sind die Seiten der Nagelhaut (entlang des Nagelfalzes) oft verhärtet. Überschüssiges Gewe-be kann hier mittels der Nagelhautzange entfernt wer-den (Bild 5). Mit einem speziell für das Abtragen von Hautschichten entwickelten Bit können die Seiten der Fingerspitze nun begradigt werden (Bild 6). Aber auch bei diesem Arbeitsschritt ist dem Kunden zur Vorsicht zu raten. Ist die Nagelhaut einmal gepflegt, braucht der Kunde für viele Wochen keine Zange oder Schere mehr verwenden. Abhängig davon, ob die Nagelplatte Unebenheiten aufweist, kann diese nun mit einem Buffer geglättet werden. Anschließend wird Nagelpflegeöl über den gesamten Nagel und das umliegende Gewe-be aufgetragen (Bild 7) und sanft einmassiert. Mit einer Polierfeile bringt man den Fingernagel danach auf den gewünschten Glanz (Bild 8). Hierbei wird das Nagel-pflegeöl in die Nagelplatte eingebracht. Dies macht den Nagel widerstandsfähiger und erhält die Flexibili-tät.
Nach der Beendigung dieser Dienstleistung sind selbst skeptische Kunden, die noch nie das Erlebnis einer pro-fessionellen Maniküre erlebt haben, begeistert. Die Fin-gernägel schimmern und die Nagelplatte ist von allen Ablagerungen gereinigt und sauber. Informieren Sie den Kunden bei jedem Arbeitsschritt, warum dieser wichtig ist und wie er auszuführen ist. Letztendlich sollte die Mani-küre ein regelmäßiger Bestandteil der persönlichen Hygiene sein.
Diese Arbeitsschritte einer Maniküre, mit Ausnahme des Polierens der Fingernägel, werden auch zur Vorbereitung des Naturnagels auf den Produktauftrag bei der Model-lagearbeit durchgeführt.
Abblättern Lösen in Blättchen und Abfallen von Nagellack* vom lackierten Nagel*.
Ablacken Entlacken* (Syn.)
Ablösen Behandlung in der Nagelkosmetik, bei der die Beschichtungsmasse vom Naturnagel* entfernt wird.
Entfernen des Kunstnagels* vom Naturnagel*, indem dieser zunächst im Remover* angelöst und das angelöste Material anschließend vorsichtig vom Nagel* geschoben wird.
Partielle Ablösung des Nagels* vom Nagelbett*.
ABS-Kunststoff Ein durch das Zusammenmischen von drei Monomeren* entstandenes Co-Polymer (aus Acrylnitril-Butadien-Styrol), das zu Herstellung von Tips* verwendet wird.
Abziehbilder Motive zum Auflegen auf den Nagel* zu Dekorationszwecken.
Accelerator Aktivator* (Syn.)
Acrylnägel Mit dem Pulver-Flüssigkeits-System* modellierte Nägel* (s. a. Kunstnagel).
Acrylsystem Pulver-Flüssigkeits-System* (Syn.)
Airbrush Bezeichnet eine bestimmte Technik der Nagelverzierung, bei der Farben mit Hilfe einer Spritzpistole mit Druckluftquelle mittels einer Schablone auf den Nagel* gesprüht werden.
Airbrushgerät Für Airbrush verwendete Spritzpistole, durch welche Farbe mit Druckluft zerstäubt wird. Hierfür werden Farbe und Luft getrennt voneinander durch das Gehäuse des Airbrushgeräts geleitet und an der Spitze zusammengeführt.
Pistole (Syn.)
Acryl Pulver-Flüssigkeits-System* (Syn.)
Aktivator Eine im Tipkleber* und der Modelliermasse* enthaltene oder auf diese aufgetragene chemische Substanz, die den Aushärtungsprozess in Gang setzt, beschleunigt oder kontrolliert. Im Gegensatz zum Katalysator* sind Aktivatoren Teil der chemischen Reaktion.
Accelerator (Syn.)
Aktivatorspray Aktivator* in Sprayform zur beschleunigten Aushärtung* von für das Wrapsystem* eingesetzten Klebern* (s. a. No-Light-Gel).
Allergen Bezeichnung eines Stoffes bzw. einer Substanz, die eine allergische Reaktion im Körper auslöst.
Angleichen Feilen sämtlicher Übergänge* zwischen Naturnagel* und Kunstnagel* bis diese nicht mehr sicht-bar sind.
Anmattieren Entfernung des Glanzes von der Naturnageloberfläche* durch leichtes Buffern*.
Ansatz Dicker Teil des Modellierpinsels, an dem die Haare zusammengefasst sind.
Arch Ist der bogenförmige Verlauf der Nageloberfläche, wenn man den Nagel von der Seite betrachtet. Den höchsten Punkt des Arch bezeichnet man als Apex.
Aufbau Gezielte Strukturierung des Nagels* im Stressbereich* durch verstärktes Auftragen von Modellier-masse*.
Aufbaugel Modellage-Gel (Syn.)
| Terminologie 149 |
Auffüllen Die durch das Wachstum der Naturnägel* entstehenden Lücken müssen in Abständen von zwei bis vier Wochen aufgefüllt werden. Das Auffüllen der herausgewachsenen Zonen mit der Masse ist eine komplette Behandlung, die der Instandhaltung der modellierten Nägel* dient. Nachfüllen (Syn.)
Auflagefläche Speziell vorbehandelte, d. h. dünnere Fläche des Tips*, mit welcher der Tip* auf den Naturnagel* geklebt wird.
Kontaktzone (Syn.) Klebezone (Syn.)
Aufrauen Das Feilen einer Natur- oder Kunstnageloberfläche* mit einer grobkörnigen* Feile*.
Aushärtung Durch eine chemische Reaktion hervorgerufener Übergang eines Klebers* oder einer Model-liermasse* von einem feuchten, zähflüssigen Zustand in einen harten, trockenen.
Aushärtungszeit Zeit, die zur Aushärtung* der Modelliermasse* benötigt wird.
Ausschwitzung Dispersionsfilm*.
Inhibitionsschicht* (Syn.)
Bällchen Mischung aus Pulver* und Flüssigkeit*.
Massebällchen (Syn.)
Bananenfeile Leicht geschwungene Profifeile.
Bumerangfeile (Syn.)
Basisline Unterer Rand der Nagelverlängerung* beim Blick von der Seite auf den Nagel* (s. a. gleich-schenklige Basislinie).
Bauch Mittlerer, dicker Teil eines Modellierpinsels, in dem die Flüssigkeit* gespeichert und auf Druck frei gelassen wird.
Beau-Reilsche-Querfurche Querlaufende Furchen in der Nagelplatte*.
Querfurchen* (Syn.)
Beschichten Vorgang des Auftragens von zur Fingernagelverlängerung* bzw. –verstärkung* bestimmter Materialien.
Beschichtung Jede Art von Schicht aus Pulver-Flüssigkeit*, Gel*, Wrap* oder anderem Material zur Fingerna-gelverlängerung* und -verstärkung*, die auf den Naturnagel* oder einen mit einem Tip* ver-stärkten Nagel* gearbeitet wird.
Blätternder Nagel Aufspaltung der Nägel* vom freien Nagelrand* her (s. a. Onycholyse).
Block Dicker, als Feile* dienender Schaumstoffquader.
Block-Buffer Buffer* in Form eines Blocks*.
Bogenverlauf Wölbung* (Syn.)
Brüchige Nägel Längsfaserig aufsplitternde Nägel*
Onychorrhexis (Syn.)
Brush-on-Aktivator Flüssigkeit zur beschleunigten Aushärtung* von für das Wrapsystem* eingesetzten Klebern* (s. a. No-Light- Gel), die aufgepinselt wird (s. a. Aktivatorspray).
Buffern Leichtes Feilen mit einer feinkörnigen Feile* (Buffer*).
Buffer Sehr feinkörnige Feile zum leichten Feilen* empfindlicher Nagelpartien.
Bumerangfeile Bananenfeile*.
C-Kurve Obere Querwölbung eines Kunstnagels* bzw. eines Tips*.
C-Wölbung (Syn.) Tunnel (Syn.)
Cleaner Flüssigkeit zum Reinigen, Entfetten und/oder Desinfizieren des Naturnagels*.
Freshner (Syn.) Nagelreiniger (Syn.)
Co-Polymer s. a. Polymer
Cuticle Pusher Manikürestäbchen* (Syn.)
C-Wölbung C-Kurve* (Syn.) Tunnel* (Syn.)
Cyanoacrylat Kleber* oder Modelliermasse*, die unter Einfluss von Feuchtigkeit schnell aushärten kann und deren Aushärtung* durch einen Katalysator* oder einen Aktivator* beschleunigt werden kann.
Dappendish Spezialgefäß für die Aufbewahrung von Flüssigkeit* während des Modelliervorgangs. (s. a. Flüssigkeitsbehälter).
Dappenglas Kleines Gefäß aus Glas zum Abfüllen von Liquid*.
Pulverglas (Syn.)
Deformationen Sind Veränderungen der Nagelplatte* in Form und Wachstum.
Deformierte Nägel* (Syn.)
Deformierte Nägel Deformationen* (Syn.)
Dehydrator Flüssigkeit zum Entziehen von Fett und Feuchtigkeit.
Dermatologie Medizinisches Teilgebiet, das sich mit der Erkrankung der Haut und Schleimhaut und den Anhangsgebilden befasst, sowie Therapie und Behandlung beinhaltet.
Dermatosen Allgemeine Bezeichnung von Hauterkrankungen.
Effloreszenzen (Syn.)
Dermatozoen Parasiten und Hautschmarotzer.
Dermatozoonosen Durch Parasiten oder Schmarotzer verursachte und hervorgerufene Hauterkrankungen.
Dermis Teil der Haut, zwischen Epidermis und Subkutis gelegen (s. a. subkutan).
Desinfektion Keimfrei machen. Maßnahme zum Entfernen, Deaktivieren oder Abtöten von Mikroorganis-men, die eine Reduzierung der Keimzahl zur Folge hat.
Disk Kleiner, runder, gepolsterter Buffer*.
Dispersionsfilm Veraltet: Nach der Aushärtung* der ersten und zweiten Gelschicht* verbleibende klebrige Oberfläche, die durch eine chemische Reaktion des Luftsauerstoffs mit den die Härtung aus-lösenden Verbindungen entsteht. Durch diese Reaktion wird die Aushärtung der Oberfläche ver-hindert.
Ausschwitzung*(Syn.) Inhibitionsschicht* (Syn.)
3-D-Art Technik der Nail Art*, bei der kleine Skulpturen auf den Nagel* modelliert werden.
3-Phasen-Gel Produktreihe, die einzelne Produkte für jede Phase der Modellage* beinhaltet.
3-Zonen-Modellage Modellage* in drei Abschnitten.
Einkerbung des Tips Rastepunkt bei der Auflagefläche des Tips*.
Einlegemotiv Schmuckmotiv zum Einlegen in den noch feuchten Nagellack*, durch welches das Einlegemo-tiv auf dem Nagel* fixiert wird.
- Phasen-Gel Lichthärtender Kunststoff, der eine Synthese aus dem 3-Phasen-System darstellt. Beinhaltet Haft-gel*, Modelliergel* und Versiegelungsgel*.
Entfetten Fett mit Dehydrator* oder Alkohol entziehen.
Entlacken Entfernen des Nagellacks* mit Nagellackentferner.
Ablacken (Syn.)
Entstauben Nägel* nach dem Buffern* von Staub befreien.
Epidermis Oberste Schicht der Haut.
Lederhaut (Syn.)
Eponychium Das Gewebe am Nagelwall*, das sich auf Nagelwurzel* und Nagelrand legt.
Nagelhaut* (Syn.)
Ethylmethacrylat Zweite Generation der für das Pulver-Flüssigkeits-System* eingesetzten Acrylmonomere.
Farblack Farbiger, d. h. nicht transparenter Nagellack* (siehe auch Klarlack*).
Feder Federn dienen der Nagelverzierung im Bereich der Nail Art.
Feilarbeit Vorbereitendes und abschließendes Feilen der Kunstnägel* im Rahmen einer Modellage*.
Feile Instrument mit unterschiedlicher Körnung* zum Abfeilen von Kunst*- und Naturnägeln*.
Feilen Abtragen, Formen und Polieren* von Kunst*- und Naturnägeln*.
Feilkopf Feilaufsatz für Fräser*.
Feilstaub Beim Feilen insbesondere künstlicher Nägel* anfallende Partikel.
Fiberglas Gewebe*, das für die Verlängerung oder Verstärkung von Nägeln* mit dem Wrapsystem* ein-gesetzt wird.
Fiberglasgel Lichthärtender* Kunststoff, der in Verbindung mit Fiberglasgewebe zur Modellage* eingesetzt wird.
Fiberglaskleber No-Light-Gel (Syn.)
Fiberglasstreifen Ein Gewebestreifen* aus Fiberglas* für die Modellage* mit dem Wrapsystem*.
Fiberglassystem Wrapsystem*, bei dem Gewebestreifen* aus Fiberglas* verwendet werden.
Fiberglastechnik* (Syn.)
Fiberglastechnik Fiberglassystem* (Syn.)
Fingernagel Eine Ansammlung von Hornfasern zum Schutz von Nagelbett und Fingerspitze.
Fingernagelverstärkung Naturnagelverstärkung* (Syn.)
Fingernagelverlängerung Das künstliche Verlängern von Naturnägeln* mit dafür bestimmten Produkten mittels vorgese-hener Techniken.
Finishing Abschließende Feilarbeiten* am modellierten Nagel*, wie Polieren* und Einmassieren von Nagelhautöl.
Fixierlack Spezieller Klarlack* zum Fixieren von Nagelschmuck*.
Flüssigkeit Beim Pulver-Flüssigkeits-System* verwendete monomere Flüssigkeit (s. a. Monomer), die in Ver bindung mit dem Pulver* zu einer Modelliermasse* reagiert.
Liquid (Syn.) Modellierflüssigkeit (Syn.)
Flüssigkeitsbehälter Für die Aufbewahrung von Flüssigkeit* bestimmtes Dappendish* mit einem Deckel, um das Ver-flüchtigen der Flüssigkeit zu vermeiden.
Fräser Elektrische Feile bestehend aus Handstück und Antriebseinheit.
Free Edge Freie Nagelspitze* (Syn.)
Freier Nagelrand Der über die Fingerkuppe hervorragende Teil der Nagelplatte*.
Freie Nagelspitze (Syn.)
Freie Nagelspitze Freier Nagelrand* (Syn.)
French Maniküre Lackiertechnick bzw. Modelliertechnick, bei der die Spitze weiß und der restliche Nagel* in natürlichem Rosa lackiert* bzw. modelliert* wird.
French Tip Weißfarbener Tip* für das Modellieren* einer French Maniküre mit dem Pulver-Flüssigkeits*- oder dem Gelsystem*, wodurch das Auftragen von weißer Modelliermasse* am freien Nagelrand* überflüssig gemacht wird.
Freshner Cleaner (Syn.)
Full Set Die komplette Modellage* aller zehn Fingernägel*.
Vollmodellage* (Syn.)
Füllstoffe In manchen Produkten, wie z. B. Modellage-Gel*, enthaltene Verdickungsmittel, die die Viskosität des Produktes verändern. Es entsteht eine dickflüssige Masse.
Gel Vorgemischte, gelartige Kunststoffe zur Fingernagelverlängerung* und -verstärkung*, die mithil-fe von UV-Licht in einem Lichthärtungsgerät* zu Polymeren* aushärten.
Lichthärtender Kunststoff* (Syn.) UV-Gel* (Syn.)
Gelnägel Mit dem Lichthärtungssystem* modellierte künstliche Nägel*.
Gel On No-Light-Gel (Syn.)
Gelphase Phase* (Syn.)
Gelpinsel Modellierpinsel für die Modellage* mit dem Lichthärtungssystem*.
Gelschicht Die Benennung Gelschicht bezieht sich auf die Anzahl der aufgetragenen Schichten, nicht Phasen*, eines lichthärtenden* Kunststoffs.
Gelsystem Lichthärtungssystem* (Syn.)
Gerade Form Form der Tips* oder Nägel*, die am freien Nagelrand* gerade sind.
Gewebe Beschreibt die für das Wrapsystem* verwendeten Gewebearten.
Gewebestreifen Streifen aus für das Wrapsystem* bestimmtem Gewebe* mit einer Breite von ca. zwei bis drei Zentimetern.
Gleichschenklige Basislinie Beim Blick in den Tunnel* befinden sich die Basislinien* auf gleicher Höhe. Eine gedachte Verbindungsebene liegt waagrecht.
Gleichschenkliger Tunnel Die gedachte Verbindungslinie der beiden Fußpunkte des Tunnels* verläuft beim Blick in den Tunnel* waagrecht.
Glitter In der Nail Art* verwendete, lichtreflektierende, metallisierte Teilchen, die auf die Naturnagel*-oder Kunstnageloberfläche* aufgetragen werden, um dieser einen Glitzereffekt zu verleihen.
Goldnagel Auf den Nagel* aufklebbarer Schmucknagel* aus Gold bzw. mit Goldauflage.
Grit Körnung* (Syn.)
Grobkörnig Bezeichnet die grobe Körnung* einer Profifeile.
Grübchen Grübchen sind Nägel* mit kleinen, runden, mehr oder weniger tiefreichenden Substanzdefekten an der Oberfläche der Nagelplatte*.
Tüpfelnägel* (Syn.)
Haftgel Haftvermittler* in Form eines lichthärtenden* Kunststoffes, der die erste Phase* eines Gels* darstellt.
Haftlack* (Syn.) Haftvermittler* (Syn.)
Haftlack Haftgel* (Syn.)
Haftvermittler Hilfsmittel zur besseren Anhaftung zwischen dem Naturnagel* und einer Kunststoffkomponente.
Haftgel* (Syn.)
Hartschablone Feste, wiederverwendbare Schablone* aus Kunststoff.
Herunterfeilen Vorgang des Entfernens eines Kunstnagels* durch vollständiges Abfeilen des Materials, das nicht durch Remover* oder ein anderes Lösungsmittel abgelöst werden kann.
Hot Tip Einschraubbarer oder in den feuchten Lack einlegbarer Nagelschmuck* in verschiedenen For-men, der lediglich einenTeil des Nagels* abdeckt.
Hyponychium Als Hyponychium bezeichnet man den zwischen Nagelbett* und Fingerbeere gelegenen dor-salen Epidermisbereich.
Inhibitoren Substanzen, die zur Verhinderung einer Polymerisation* und somit der ungewollten Austrock-nung bei der Lagerung, Produkten zur Fingernagelverlängerung* in geringen Mengen zugesetzt werden.
Inhibitionsschicht Während der Aushärtung zurückbleibende nicht ausgehärtete Schicht beim Gelsystem*. Früher auch als Dispersionsfilm* bezeichnet.
IPN Struktur von Pulver-Flüssigkeits-Systemen*, bei der einzelne polymere Netzstrukturen unauflöslich ineinander verwoben sind (Interpenetrating Polymer Networks).
Katalysator Eine im Tipkleber* und der Modelliermasse* enthaltene chemische Substanz, die den Aushär-tungsprozess ingangsetzt, beschleunigt oder kontrolliert. Im Gegensatz zu den Aktivatoren* sind Katalysatoren nicht Teil der chemischen Reaktion.
Kreatin Bestandteil des Naturnagels*.
Kern Hartes Innenteil einer Feile*.
Klarlack Siehe auch Farblack.
Überlack* (Syn.)
Klauennagel Krallennagel* (Syn.)
Kleber Tipkleber* (Syn.)
Klebezone Auflagefläche* (Syn.)
Koilonychie Löffelnagel* (Syn.)
Konsistenz Beschreibt, wie trocken bzw. flüssig die Modelliermasse* des Pulver-Flüssigkeits-System* ist.
Kontaktzone Auflagefläche* (Syn.)
Körnung Bezeichnung für die Beschaffenheit der Beschichtung von Profifeilen. Richtet sich nach der Anzahl der (Sand-)körner pro Quadratinch.
Grit (Syn.)
Krallennägel Verdickung und krallenartige Verdrehung des Nagels*.
Klauennagel* (Syn.) Onychogrypose (Syn.)
Kreuzstruktur Bei der Polymerisation* entstehende Struktur aus molekularen Netzwerken, die den meisten Pro-dukten zur Fingernagelverlängerung* zugrunde liegt.
Vernetzung (Syn.)
Kristallisation Unerwünschte, vermeidbare Bildung kleiner Kristalle in der noch nicht ausgehärteten Modellier-masse*, bedingt durch Kälte oder Zugluft.
Kunstharz Eine feste oder halbfeste organische Substanz mit unbestimmtem hohem Molekulargewicht, die bei Erschütterung oder Krafteinwirkung meist flüssig wird und unter Hitzeeinwirkung eine weiche oder flüssige Form annimmt. Kunstharze sind in der Regel unvernetzte Polymere*.
Künstlicher Nagel Kunstnagel* (Syn.)
Kunstnagel Mit einer der Methoden zur künstlichen Fingernagelverlängerung* bzw. -verstärkung* verlängerter oder verstärkter Fingernagel*.
Künstlicher Nagel (Syn.)
Kutikula Nagelhaut* (Syn.)
Lacken Das Auftragen von Nagellack*.
Lackieren* (Syn.)
Lackieren Lacken (Syn.)
Lacktrockner Nagellacktrockner* (Syn.)
Längsgerillter Nagel Nagel*, der zarte, parallel laufende Längsrillen zwischen erhabenen flachen Streifen aufweist.
Längsgefurchter Nagel (Syn.)
Leinen Grobes, dickes Gewebe*, das vereinzelt für die Verlängerung und die Verstärkung von Nägeln* mit dem Wrapsystem* eingesetzt wird.
Leukonychie Auftreten von weißen Flecken auf der Nagelplatte*.
Lichthärtungsgerät Spezialgerät für die Aushärtung* lichthärtender* Kunststoffe, das Licht im UVA-Bereich aussendet.
Lichthärtend Wird die Polymerisation* eines Kunststoffs durch Licht einer bestimmten Wellenlänge ingang-gesetzt, so ist dieser Kunststoff lichthärtend.
Lichthärtungssystem System der künstlichen Fingernagelverlängerung* mit lichthärtenden* Kunststoffen.
Gelsystem* (Syn.)
Liften Lösen* (Syn.)
Liftungen Stellen, an denen sich der Kunstnagel* von der Naturnagelplatte* löst.
Lineare Polymere Nicht vernetzte Polymerketten, die leicht lösbar und weniger fest als vernetzte Polymere* sind. Im Allgemeinen bilden lineare Polymere lediglich Kunststoffe mit geringem Molekulargewicht, wie
z. B. Cyanoacrylat.
Linearstruktur Molekularstruktur, bei der die Moleküle in Reihen angelegt sind, d. h. kein Netzwerk bilden (s. a. lineare Polymere*).
Liquid Flüssigkeit* (Syn.)
Löffelnagel Konkave Krümmung der Nagelplatte* Koilonychie (Syn.)
Lösen Man sagt, dass sich der Kunstnagel* vom Naturnagel* löst, wenn er an manchen Stellen nicht mehr mit der Naturnagelplatte* verbunden ist.
Luftbläschen Kleine Einschlüsse von Luft unter dem Kunstnagel*, die durch Fehler beim Aufkleben der Tips* oder beim Auftragen der Modelliermasse* entstehen und als weiße Flecken sichtbar werden.
Lunula Nagelmöndchen* (Syn.)
Manikürestäbchen Kleiner Stab zum Zurückschieben der Nagelhaut*.
Cuticle Pusher (Syn.)
Massebällchen Bällchen* (Syn.)
Material-Sicherheits-Datenblatt s. a. auch MSDS
Matrix Keimschicht am proximalen Ende des Nagels* in der die Nageplatte* ausgebildet wird.
Nagelwurzel* (Syn.)
Metallspatel Spatel aus Metall mit abgeflachter Spitze zum Zurückschieben der Nagelhaut*.
Methacrylsäure Ausgangsstoff für die Herstellung von Methacrylaten (s. a. Methylmethacrylat).
Methylmethacrylat Acrylmonomer, dessen Verwendung für die Herstellung von Fingernagelprodukten in den USA von der Gesundheitsbehörde (FDA), aufgrund schwerer allergischer Reaktionen bei einigen Kunden, verboten wurde.
Miniaturmalerei Technik der Nail Art*, bei der kleine Motive auf den Nagel* gemalt werden.
Minimaniküre Kleine Maniküre, die vor dem Auftragen von Fingernagelprodukten durchgeführt werden muss.
Modellage Herstellung und Anbringung von künstlichen Fingernägeln*.
Modellage-Gel Dickflüssiger, lichthärtender Aufbaukunststoff, der in seiner Zusammensetzung auf Stabilität und Gestaltung des Nagels* abgestimmt ist. Er stellt die zweite Phase* eines 3-Phasen-Gels* dar.
Modelliergel* (Syn.) Aufbaugel* (Syn.)
Modellagematerial Modelliermasse*
modellieren Einen Kunstnagel* oder eine künstliche Verstärkung des Naturnagels* anbringen und formen.
Modellierflüssigkeit Flüssigkeit* (Syn.)
Modelliergel Modellagegel* (Syn.)
Modelliermasse In der Regel Bezeichnung für die aus dem Zusammenmischen von Pulver*und Flüssigkeit* ent-stehende Masse, die auf den Naturnagel*, den mit einem Tip* verstärkten Nagel* oder eine Schablone* aufgetragen wird.
Modellagematerial* (Syn.)
Modellierpulver Pulver* (Syn.)
Monomer Reaktive chemische Einzelbausteine, die sich zu einem Polymer* verbinden können. Mono-mere sind nicht polymerisierte, d. h. unverbundene Elemente der Flüssigkeit*.
MSDS Material Safety Data Sheets (engl.) Material-Sicherheits-Datenblätter. Die MSDS werden angelegt, um mögliche Risiken zu begrenzen oder zu minimieren. Sie geben Aufschluss über Inhaltsstoffe, über den Umgang im Fall von irrtümlichen Falschverwendungen und Maßnahmen zur Feuer-bekämpfung im Fall eines Brands dieser Stoffe.
Nachfüllen Auffüllen* (Syn.)
Nagel Ist der Naturnagel* bzw. der mit seiner Modellage verlängerte Nagel* (s. a. Tipverlängerung*).
Nagelbett Umgewandelte Koriumschicht, mit der die an ihrer Unterfläche längsleistenartig strukturierten Nagelplatte* bis zum Hyponychium* fest verhaftet ist.
Nagelbettlinie Durch die Nagelhaut* definierte, die Nagelplatte* vom Nagelwall* trennende Linie.
Nagelbrüchigkeit Brüchiger Zerfall des Nagels*, meist in Längsleistenrichtung.
Onychorrhexis (Syn.)
Nagelfalz Bereich des Nagels*, in den sich die Nagelplatte* hinten und seitlich einsenkt. Er gibt dem Nagel* rechts und links den wichtigen, seitlichen Halt.
Nagelhärter Produkte auf Formaldehydbasis zum Auftragen auf den Nagel*, die die Nageloberfläche härten, aber nicht stärken. Sie lösen somit das Problem (brüchige Nägel*), beseitigen aber nicht die Ursache.
Nagelhaut Feines Häutchen, das sich vom Nagelwall* vorschiebt und der Nageloberfläche locker anhaftet.
Eponychium* (Syn.) Kutikula (Syn.)
Nagelhautentferner Stark alkalische Wirkstofflösung, die das Horn des Nagelhäutchens chemisch erweicht.
Nagelhautzange Dünne Zange zum Schneiden von Nagelhaut*.
Nagelkauen Angewohnheit, die Nagelplatte* und das umliegende Gewebe abzubeißen.
Onychophagie (Syn.)
Nagelkleber Spezieller, leicht ablösbarer Kleber* zum Aufkleben von Schmucknägeln*.
Nagelknipser Spezialwerkzeug zum Schneiden von Nägeln*.
Nagellack Pigmente und/oder Farbstoffe enthaltender kosmetischer Lack, mit dem die Nägel* überzogen werden (s. a. Überlack).
Nagellacktrockner Flüssigkeit in Sprayform oder zum Auftragen für eine Beschleunigung des Trocknens von Nagel-lack*.
Lacktrockner* (Syn.)
Nagelmatrix Ein spezialisiertes Gewebe, das den unteren Anteil der Nageltasche* von ihrem proximalen Ende bis zur Lunula* einnimmt. Durch sie erfolgt die Bildung des Nagels*.
Nagelmodellist/-in Nail Designer/-in* (Syn.)
Nagelmöndchen Unter der Kutikula* hervorragender, halbmondförmiger Bezirk.
Lunula (Syn.)
Nagelmykose Nagelpilz*.
Nagelpilz Befall des Finger- bzw. Fußnagels durch pathogene Sproß- oder Fadenpilze mit Nagelverfär-bungen, subungualer Hyperkeratose, später auch Onycholyse* bzw. Onychoschisis* ausbil-dend.
Nagelplatte Aus mehreren Schichten bestehende Hornplatte, die fest auf dem Nagelbett* aufliegt.
Naturnagelplatte* (Syn.)
Nagelreiniger Cleaner*
Nagelschmuck Schmuckvarianten zur Verzierung von Nägeln*.
Nagelstudio Auf die kosmetische und therapeutische Behandlung von Nägeln* spezialisiertes Institut.
Nageltasche Taschenartige Einstülpung der Epidermis* am Fingerrücken, aus der der Nagel* hervorwächst.
Nagelverlängerung Ein Modellageprodukt wird über den Naturnagel* und eine angesetzte Schablone* oder Tip* gearbeitet.
Nagelwall Die den Nagel* proximal und seitlich umfassenden Hautfalten.
Perionychium* (Syn.)
Nagelwurzel Weiche, unverhornte Mutterzellenschicht.
Matrix (Syn.)
Nagelzange Zange zum Schneiden von Nägeln* oder zum Entfernen von Materialresten beim Auffüllen*.
Nagelzone Zone*.
Nail Art Sammelbegriff für Nagelverzierungen.
Nail Design Bereich der Nagelkosmetik, der sich mit der Beseitigung von Problemen, sowohl in kosmeti-scher als auch therapeutischer Hinsicht befasst.
Nail Designer/-in Beruf, der sämtliche Bereiche der Hand- und Nagelkosmetik sowie der künstlichen Nagelver-längerung*, der Nagelverstärkung und der Nail Art* umfasst (auch Nageldesigner und Nagel-kosmetiker).
Nagelmodellist/-in (Syn.)
Nail-Wrap-System Wrapsystem* (Syn.)
Naturnagel Um den Kunstnagel* vom natürlichen Nagel* abzugrenzen, wird letzterer in der Nagelkosmetik als Naturnagel bezeichnet.
Naturnagelbeschichtung Beschichtung mit dafür bestimmten Produkten wie Pulver-Flüssigkeit, Gel* oder Wrap*.
Naturnageloberfläche Oberste Schicht des Naturnagels*.
Naturnagelplatte Nagelplatte*.
Naturnagelüberzug Beschichtung des Naturnagels* mit Modellagematerial*.
Naturnagelverstärkung Beschichtung der Naturnägel* mit einem dauerhaften Kunststoffsystem, ohne Verlängerung des Nagels* mittels Tip* oder Schablone*.
Fingernagelverstärkung (Syn.)
Neidnagel Niednagel* (Syn.)
Niednagel Von nijdnagel (niederl.) Einriss am zu weit vorgewachsenen und deswegen ausgerissenen Nageloberhäutchen.
Neidnagel (Syn.)
No-Light-Gel Dickflüssiger, gelartiger Spezialkleber für Reparatursets oder für die Verarbeitung mit Fiberglas* oder Seide*.
Gel-on (Syn.) Fiberglaskleber (Syn.)
Odorless System Varianten des Pulver-Flüssigkeits-Systems, die vom menschlichen Geruchssinn nicht wahrge-nommen werden können. Dies ist jedoch kein Anzeichen für eine geringere Verdampfung des Produkts.
Oligomer Oligomere bilden das mechanische Gerüst eines lichthärtenden Kunststoffes und sind für dessen mechanische Eigenschaften Elasitizität, Verlauf, Konsistenz, Viskosität und Festigkeit verantwort-lich. Ein Oligomer ist eine kurze Polymerkette.
Onychie Nagelbettentzündung.
Onychauxis Verdickung der Nagelplatte*.
Onychodistrophie Störung des Nagelwachstums mit Ausbildung von Deformierungen, Rillen, Splitterungen oder Verdickungen.
Onychogrypose Krallennagel*.
Onycholyse Ablösen der Nagelplatte* vom Nagelbett*.
Onychomykose Nagelpilzbefall*.
Onychorrhexis Nagelbrüchigkeit*.
Onychophagie Nagelkauen*.
Onychoschisis Blätternder Nagel*.
Onychosen Nagelkrankheiten oder Veränderungen der Finger-* oder Zehennägel.
Orangenholzstäbchen Holzstäbchen zum Zurückschieben der Nagelhaut* bei der Maniküre. Sie werden heutzutage nicht mehr aus Orangenholz hergestellt, doch der Name blieb bestehen.
Ovale Form Form des Tips* oder der Nägel*, die am freien Nagelrand abgerundet sind.
Papageienschnabelnagel Uhrglasnagel*.
Papierschablone Nicht wiederverwendbare Schablone* aus Papier, meist verstärkt durch Beschichtung*.
Paronychie Nagelumlauf, häufige Entzündung der Finger.
Perionychium Nagelwall*.
Pferdefüßchen Instrument zum Zurückschieben der Nagelhaut* und zur Nagelreinigung. Die Form ähnelt einem Pferdehuf (auch Pferdehüfchen).
Phase Auf einen bestimmten Zweck ausgerichteter Kunststoff des lichthärtenden Systems. Es wird nach drei unterschiedlichen Phasen kategorisiert: Haftgel*, Modelliergel* und Versiegelungsgel*.
Gelphase* (Syn.)
Photoinitiator In lichthärtenden Kunststoffen enthaltene chemische Verbindung, die das UVA-Licht absorbiert und dann über einen chemisch angeregten Zustand Radikale bilden kann. Gilt als Initiator der Polymerisation* bei lichthärtenden* Kunststoffen.
Pistole Airbrushgerät (Syn.)
Pilz Nagelpilz*.
Platonychie Plattnagel*.
Plattnagel Anormale Abflachung und Erweiterung der Nagelplatte*.
Platonychie (Syn.)
Polieren Der Nageloberfläche mit einer Spezialfeile Glanz verleihen.
Polierfeile Sehr feinkörnige Feile*, durch die die Nageloberfläche auf Hochglanz poliert werden kann.
Polsterfeile Profifeile mit hartem Kern* und beidseitiger Polsterung.
Polymer Chemischer Stoff, der durch Vereinigung kleiner, vorgebildeter Moleküle nach einem regelmä-ßigen Schema gebildet wird. In der Fingernagelkosmetik tritt er in Form von polymerisierten Monomeren* oder Pulverteilchen auf.
Polymerisation Bezeichnung für eine Polyreaktion, bei der niedermolekulare Verbindungen, deren Moleküle reak-tionsfähige Doppelbindungen oder Ringe enthalten, durch fortgesetzte Anlagerung molekula-
re Substanzen mit langen Molekülketten bilden.
Primer Vorwiegend aus Methacrylsäure bestehende Monomerlösung, welche die Naturnagelplatte* für die Haftung der Modelliermasse* vorbereitet.
Haftvermittler* (Syn.)
Pulver Polymerpulver, die zur Herstellung von Pulver-Flüssigkeits-Systemen verwendet werden. Es han-delt sich hierbei meist um fein gemahlene Methacrylate bzw. Ethylmethacrylate*.
Modellierpulver (Syn.)
Pulverbehälter Für die Aufbewahrung von Pulver* bestimmter Dappendish*.
Pulver-Flüssigkeits-System System der Fingernagelmodellage und Verstärkung bei dem die Modelliermasse* durch das Ver-mengen eines Polymers* und eines Monomers entsteht.
Acrylsystem (Syn.)
Pulverglas Dappenglas* (Syn.)
Querfurchen Krankhafte Veränderungen der Nagelplatte* (s. a. Beau-Reilsche-Querfurchen).
Rastepunkt Teil an der Unterseite des Tips*, an dem beim Setzen des Tips* der freie Nagelrand* einrastet.
Einkerbung des Tips* (Syn.)
Refill Auffüllen*.
Removen Ablösen*.
Remover Flüssigkeit zum Ablösen von mit Pulver-Flüssigkeit* modellierten Nägeln*.
Resin-Gel No-Light-Gel*.
Restlicher Naturnagel Hinterer Bereich des Naturnagels*, der nach dem Herauswachsen des Nagels* nicht mehr vom Kunstnagel* bedeckt ist.
Rillenfüller Aufgedickter Unterlack*, der Deformationen des Nagels* ausgleicht.
Rosenholzstäbchen Manikürestäbchen aus Rosenholz.
Säurefreiheit Bei einer Konzentration von maximal 0,5 % Methacrylsäure* oder Acrylsäure spricht man technisch von Säurefreiheit.
Schablone Hilfsmittel aus Metall, Papier oder Kunststoff zur künstlichen Verlängerung* des Fingernagels*. Auf der unter dem freien Nagelrand* platzierten Schablone wird die Verlängerung modelliert.
Schablonennägel Mit Hilfe einer Schablone* modellierte* Nagelmodellage.
Schablonentechnik Technik der Nagelverlängerung*, bei der die Modelliermasse* auf eine am Naturnagel* ange-setzte Schablone modelliert wird
Schaft Griff eines Modellierpinsels.
Schattierungen Helle, beim ungenügenden Angleichen*von Tips* sichtbar werdende Flecken im Kunstnagel*.
Auch in der Modellage* der freien Nagelspitze* zu erkennen.
Schmucknagel Nagel*, meist aus Edelmetallen, zum Anbringen auf dem Naturnagel*.
Seide Feines Gewebe*, das für die Verlängerung* und die Verstärkung* von Nägeln* mit dem Wrap-system* eingesetzt wird.
Seiten Rechter und linker Rand eines Tips*, eines Natur-* oder eines Kunstnagels*.
Selbsthärtend Beschreibt Kunststoffe, deren Polymerisation* nicht durch Licht oder Wärme inganggesetzt wird.
Selbstklebende Gewebestreifen Mit einer selbstklebenden Rückseite ausgestatteter Gewebestreifen*.
Sicherheitsdatenblatt Siehe MSDS*
Smileline Grenze zwischen freier Nagelspitze* (beim Naturnagel* weiß) und dem Nagelbett*.
Sollbruchstelle In der Nagelindustrie wird damit die Stelle am Nagel* beschrieben, die bei einem stumpfen Stoß gegen die Spitze bricht.
Stecker Einschraubbare Nagelverzierung, die durch ein in die Spitze des Kunstnagels* gebohrtes Loch gesteckt wird.
Strasssteinchen Stark lichtbrechendes Bleiglas, das geschliffen und poliert der Imitation von Edelsteinen dient.
Sie werden zur Dekoration der Nägel* im Bereich der Nail Art* verwendet.
Streifen Meist selbstklebende Folienstreifen in verschiedenen Farben und Breiten für Nail Art*.
Stressbereich Bereich, in dem der Nagel* die größte Bruchanfälligkeit besitzt und am meisten belastet wird (s. a. Stresspunkt).
Sollbruchstelle (Syn.)
Stresspunkt Die beiden äußeren Punkte unterhalb des freien Nagelrandes, an denen der Nagel* besonders bruchanfällig ist (s. a. Stressbereich).
Sollbruchstelle * (Syn.)
Stripes Streifen*.
Subkutan Unter der Haut.
Tip Nennt man die Kunststoffspitze, die am Nagel* angesetzt wird. Dient als Verlängerung* für das zu verarbeitende Modellagematerial*.
Tip-Blender Flüssigkeit, die das Material des Tips* leicht anlöst und das Feilen der Auflagefläche* erleichtert.
Tipgröße Tips* werden meist in zehn verschiedenen Größen angeboten. Entsprechend der Größe des Nagelbetts* muss der passende Tip* ausgewählt werden.
Tipkante Rastepunkt* (Syn.)
Tipkleber Chemische Substanz, die eine feste Verbindung zwischen Naturnagel* und Tip* schaffen soll.
Die meisten Tipkleber basieren auf der Substanz Cyanacrylat. Kleber* (Syn.)
Tipknipser Spezialinstrument zum Kürzen von Tips*, wodurch weniger Spannung auf die Nägel ausgeübt wird und so ein Brechen des Tips* verhindert werden kann.
Tiptechnik Technik der Fingernagelverlängerung*, bei der ein Tip* als Grundlage für das zu verarbeitende Material aufgesetzt wird.
Tipverlängerung Der Teil eines Tips*, der die eigentliche Verlängerung darstellt und der Naturnagelfarbe angepasst ist.
Verlängerung (Syn.)
Trommelschlegelfinger Klobige Austreibung der Fingerendglieder, häufig verbunden mit den Uhrglasnägeln*. Wird oft durch Lungen- und Herzinsuffizienzen hervorgerufen.
Tunnel Beschreibt den Rand des Nagels* beim frontalen Blick auf die Fingerspitze.
Tüpfelnägel Deformierung der Nagelplatte* durch Grübchen*. Begleiterscheinung bei einigen Nageler-krankungen.
Übergang Rand zwischen Tip* und Naturnagel*, der möglichst unauffällig sein sollte.
Überlack Transparenter Lack*, der über den Nagellack* aufgetragen wird, um den Glanz des Lackes* zu verstärken und den Lack* vor frühzeitigem Verschleiß zu schützen (s. a. Nagellack*).
Klarlack (Syn.)
Übungsfinger Plastikfinger zum Üben des Modellierens mit spezieller Vorrichtung zum Anbringen des Tips*.
Uhrglasnagel Bei einem Uhrglasnagel ist die Nagelplatte in longitudinaler und transversaler Richtung verstärkt konvex gerundet und hypertrophisch.
Papageienschnabelnagel (Syn.)
Umlauf Paronychie* (Syn.)
Unguis Nagel* (lat.)
Unterlack Transparenter Lack*, der direkt auf die Naturnageloberfläche* aufgetragen wird und die fol-genden Nagellackschichten mit dem Naturnagel* verbindet. Verbessert die Haftung des Farb-lacks*.
UV-Gel Gel*.
Verlängerung Tipverlängerung* (Syn.)
Vernetzte Polymere Polymere*, denen eine netzartige Struktur der Molekülketten zugrunde liegt. Nagelprodukte, die vernetzte Polymere* enthalten sind resistenter und länger haltbar.
Vernetzung Kreuzstruktur*.
Versiegelungsgel Gelmasse, die zum Abschluss einer Modellage* über den Nagel* gezogen wird. Dient zum Schutz der Modellage* und zum Aufbringen des Glanzes.
Versiegeln Nageloberfläche und Ränder werden mit einem Spezialprodukt oder einer Polierfeile* versiegelt.
Hierdurch wird der Nagel* unempfindlich und wasserundurchlässig.
Vollmodellage Verlängerung der Fingernägel* mittels Schablonen* oder Tips*.
Vorbereiten Vorbereiten der Naturnagelplatte* vor der eigentlichen Modellage* zur Desinfektion und Ent-fettung des Naturnagels*, um eine bessere Haftung des Kunstnagels* zu erhalten und Infektionen sowie einem Pilzbefall vorzubeugen.
Vorgeschnittenes Gewebe Gewebe* für die Verarbeitung mit dem Fiberglas-* bzw. Wrapsystem*, das auf ver-
schiedene, den Nagelgrößen entsprechende Größen, vorgeschnitten ist.
Wärmehärtender Klarlack Klarlack*, dessen Härtung unter Einfluß von Wärme beschleunigt wird.
Wölbung C-förmige Wölbung eines Nagels* oder eines Tips* aus der Vorderansicht (Blick in den Tunnel).
Bogenverlauf (Syn.)
Wrap Wrapsystem* (Syn.)
Wrapsystem System zur künstlichen Fingernagelverlängerung* oder -verstärkung* auf der Basis von Gewe-bestreifen* und selbsthärtenden oder lichthärtenden* Kunststoffen.
Nail-Wrap-System (Syn.)
Zellette Zellstofftüchlein, das zur Reinigung verwendet wird.
Zellstoffpad (Syn.)
Zellstoffpad Zellette*.
Ziernagel Schmucknagel*.
Zone Aufgrund der Statik wird der Nagel* bei der Modellage in drei Zonen aufgeteilt. Zone 1 ist der freie Nagelrand*, Zone 2 ist der Stressbereich* und Zone 3 ist der Nagelbettbereich. Die Modellier-masse* wird dann entsprechend dieser Zonen aufgetragen.
Nagelzone* (Syn.)
Zonenmodellage Das Modellieren* der Nägel* entsprechend der drei Zonen des Nagels*.
3-Zonen-Modellage* (Syn.)
- Phasen-Gel Unter diesem Begriff versteht man ein Produkt, das im Gegensatz zum 1-Phasen-Gel* zwei Phasen* enthält (z. B. Haftgel und Modelliermasse*).
Notizen ……………………………………………………………………………………………………….
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